Wer forschen will, sollte Tickets rechtzeitig kaufen Die Forscherfabrik öffnet wochentags um 14 Uhr und damit relativ spät. Die Warterei in der Hitze kostet mich einige Nerven – dem Nachwuchs macht sie überraschenderweise kaum etwas aus. „War doch gar nicht schlimm“, meint meine Tochter. Gut, dass es zudem hinter dem Einlass einen Gratis-Wasserspender gibt, den wir gerne in Anspruch nehmen. Wer etwas später kommt, um sich die Warteschlange zu sparen, brauche etwas Glück, erklärt uns eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forscherfabrik: „Man sollte Tickets am besten vorher online buchen, vor allem, wenn man eine weitere Anfahrt hat.“ Es gibt nämlich täglich nur ein gewisses Kontingent an Eintrittskarten. Sie rät daher, pünktlich zum Einlass zu kommen, um noch ein Ticket zu ergattern.
Diese Stationen sind die Highlights für die junge Testerin Den per Vakuum betriebenen kleinen Aufzug beäugt die Neunjährige erst einmal mit Misstrauen – „voll cool“, meint sie aber, sobald der Staubsauger sie in die Höhe gesaugt hat. In Erinnerung bleibt ihr vor allem der Raum mit den optischen Phänomenen: Die Muster auf den großen Drehscheiben verändern ihr Aussehen beim Drehen komplett, und bei einem Schattentheater können wir die eigentlich gleich großen Figuren miniklein oder riesengroß erscheinen lassen. Wir brechen Licht über ein Prisma zu einem Regenbogen, auch die kreativen Spielereien mit Lichtstrahlen und gläsernen Linsen machen richtig Spaß. Einige Stationen weiter bauen wir Windräder zusammen, um herauszufinden, welche Form der Rotorblätter die beste ist. Vergnügen hat meine Tochter auch daran, ein in einer Wassersäule schwimmendes Boot mit Luftblasen zum Untergang zu bringen. Ob auf ähnliche Weise auch die Schiffe im legendären Bermudadreieck verschwunden sind?
Leseratten und Hemdsärmelige: Für jeden Forschertyp ist etwas dabei Die Macher der Forscherfabrik empfehlen einen Besuch für die Altersgruppe zwischen dem Kindergartenalter und etwa zwölf Jahren. Dabei gibt es für jedes Alter passende Angebote. Während der Kleinkindbereich meine Tochter natürlich nicht reizt, sind beispielsweise die Touchscreen-Spiele in der Zukunftswerkstatt, die zum Beispiel die Vorzüge eines Smart Homes vermitteln sollen, eher für Ältere geeignet. Doch niemand wird gezwungen, sich durch ein Thema zu ackern, das ihn anödet. Kids, die eher Spaß am Angucken oder Lesen haben, finden hier ebenso etwas wie Praktiker, die die Dinge lieber selbst in die Hand nehmen. Das ist hier wörtlich zu verstehen. Etwa beim Wasserbecken mit den Gegenständen aus unterschiedlichen Materialien. Ob die schwimmen, hängt nicht nur vom Material ab – auch eine Stahlkugel kann auf der Wasseroberfläche treiben, solange sie hohl ist.
Klangvolle Experimente im Stadtgarten Schorndorf Nachdem wir die große Halle wieder verlassen haben, ist der Besuch in der Forscherfabrik noch nicht vorbei. Denn seit der Remstal-Gartenschau im Jahr 2019 verfügt die Forscherfabrik mit dem „Klanggarten“ über eine Außenstation. Im Schorndorfer Stadtgarten warten verschiedene Gerätschaften, Instrumente und Versuche zum Thema Musik und Schall. Wer mag, kann sich ihnen auch über die Actionbound-App widmen, die sich kostenfrei herunterladen lässt. Meine Tochter hat dagegen schon Spaß daran, sich den Stationen auf ihre eigene Weise zu widmen – und versucht, mit möglichst gruseliger Stimme ein Kleinkind am anderen Ende des Rohrtelefons zu erschrecken.
Diese Verbesserungsvorschläge hat die Grundschülerin „Ich fand es richtig gut“, lautet das kurze, aber deutliche Fazit meiner Tochter nach dem Besuch. Vor allem die optischen Phänomene, das Experiment mit den Zahnrädern und den Windrad-Bau würde sie ihren Freunden und Freundinnen weiter empfehlen. Dennoch hat sie einige Ideen, welche Attraktionen die Forscherfabrik aus ihrer Sicht noch gebrauchen könnte: „Noch mehr optische Illusionen fände ich cool“, meint sie. Und noch einen Vorschlag hat sie: „Ich fände es auch gut, wenn es eine Art Forscherquiz geben würde.“
Wissenswertes zur Forscherfabrik Schorndorf
Forscherfabrik
Die Einrichtung wurde im Jahr 2018 eröffnet. Dabei handelt es sich um einen offiziellen Ableger der Heilbronner Experimenta. An mehr als 70 Stationen können Kinder technische und naturwissenschaftliche Phänomene ausprobieren. Kindergartenkids kommen ebenso auf ihre Kosten wie Zwölfjährige.
Anfahrt Die Forscherfabrik ist mit dem Auto über die B 29 erreichbar, zudem liegt sie nur acht Erwachsenen-Gehminuten vom Bahnhof Schorndorf entfernt.
Öffnungszeiten
Noch bis zum 10. September ist die Forscherfabrik immer mittwochs bis freitags von 14 bis 17 Uhr, dazu am Wochenende an zwei Zeitfenstern von 11 bis 14 und 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Tickets
Wer sicher sein will, e sollte seine Eintrittskarten online unter forscherfabrik-shop.de buchen. Weitere Infos gibt es unter forscherfabrik-schorndorf.de .