Bevölkerungsschutz wird ausgebaut Renningen setzt auf Sirenen

Momentan rechnet die Stadt Renningen mit Kosten von 27 500 Euro pro Sirenenanlage. Foto: Symbolfoto: dpa/Patrick Pleul Foto:  

In vier Jahren sollen 13 Anlagen im Renninger Stadtgebiet vor Gefahren warnen. Es sollen sogar Sprachdurchsagen während eines Stromausfalls möglich sein.

Ab spätestens 2028 sollen 13 Sirenen im Stadtgebiet die Bevölkerung wieder lautstark vor Schadensereignissen, Katastrophen oder sogar kriegerischen Angriffen warnen. Renningen schließt sich dem Warnkonzept des Landkreises zum Aufbau eines Sirenennetzes an.

 

Eine entsprechende Entscheidung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit gefällt. Es sollen Sirenen zum Einsatz kommen, mit denen auch konkrete Sprachdurchsagen möglich sind.

27 500 Euro pro Sirene

Wie Marcello Lallo, Fachbereichsleiter Bürger und Recht der Stadt Renningen, erklärt, sind derzeit nur noch drei Sirenen in der Stadt vorhanden. „Mit diesen erreichen wir nicht mehr alle“, sagt Lallo. Er betont, dass die Anlagen mit Sprachdurchsage künftig nicht nur vor großen Schadensereignissen warnen könnten, sondern auch zum Beispiel vor Hochwassergefahren in einzelnen Stadtgebieten. Auch bei Großveranstaltungen könnten gesprochene Warnungen und Hinweise zum Einsatz kommen.

Die Vorteile von Sirenen, mit denen auch Durchsagen möglich sind, schlagen sich allerdings in höheren Anschaffungskosten nieder. Momentan rechnet die Stadt mit 27 500 Euro pro Sirenenanlage, sodass Renningen derzeit mit Gesamtkosten von 357 000 Euro kalkuliert. Die Anschaffung herkömmlicher Sirenen würde die Stadtkasse um insgesamt rund 80 000 Euro weniger belasten. Die Planungsleistungen übernimmt der Landkreis. Ein Förderprogramm des Bundes besteht derzeit nicht.

Sogar bei einem Stromausfall weiter nutbar

Die 13 Sirenen sollen nach Möglichkeit auf öffentlichen Gebäuden im Stadtgebiet angebrachte werden. Sofern in einem geplanten Bereich ein solches nicht zur Verfügung steht, könnten in Einzelfällen auch private Dächer infrage kommen. Derzeit ist die Stadt, so Lallo, an zwei geplanten Standorten mit privaten Eigentümern in Kontakt. Für die Installation und den Betrieb auf privaten Dächern dürften wohl zusätzliche Mietkosten anfallen.

Die überwiegende Mehrheit der Stadträte sieht die Anschaffung angesichts des Gefahrenpotenzials beispielsweise durch immer häufiger eintretende Starkregenereignisse oder Stürme positiv. CDU-Stadtrat Wolfgang Steudle erinnerte zudem an die Möglichkeit von Stromausfällen. „Wenn dann die Leute über die Handynetze irgendwann nicht mehr informiert werden können, dann brauche ich ein System das funktioniert“, so Steudle. Wie die Stadt bestätigt, wären die neuen Sirenen auch bei einem Stromausfall noch bis zu 30 Tage lang nutzbar.

Mit einer Vergabe zum Kauf und der Installation der Sirenen kann laut der Stadtverwaltung frühestens ab 2025 gerechnet werden. Die Standortbegehungen sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Das Sirenennetz des Landkreises Böblingen soll in das bereits existierende „modulare Warnsystem“ des Bundes integriert werden. Derzeit besteht es aus Warnapps wie zum Beispiel Nina und dem Warnkanal Cell Broadcast.

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