Bietigheim-Bissingen Der Schein trügt: Wie kommt Bietigheim-Bissingen eigentlich zu Geld?

Auf der Vorderseite des Geldscheins sind das Viadukt, das Bietigheimer Rathaus und der Bissinger Flößer zu sehen. Foto: StZ

In Zeiten klammer Kassen sind der Geldbeschaffung keine Grenzen gesetzt – oder doch?

Ludwigsburg und Rems-Murr : Martin Willy (ily)

Bietigheim-Bissingen - Bietigheim-Bissingen und das liebe Geld – das ist ein Kapitel für sich, allerdings ein bislang überaus glorreiches. Denn allen Widrigkeiten vergangener Jahrzehnte zum Trotz: die 43 000-Einwohnerstadt hatte immer genug davon. Was manche Nachbarkommune mitunter ein bisschen neidisch werden ließ und die Frage aufwarf, woher denn eigentlich das viele Geld komme, das das Bietigheimer Rathaus alljährlich verteile. Doch nun hat sich die Stadt an Metter und Enz geoutet – aus schierer Verzweiflung, wie es aussieht. Dieser Tage hat der Oberbürgermeister Jürgen Kessing seine Weihnachtspost verschickt. Der Inhalt nebst Grüßen zum Fest und zum Jahreswechsel: eine in diesen Zeiten obligatorische Mund-Nasen-Maske für den Alltag (mit Stadtlogo) und das obligatorische Bestechungsgeld für die Presse (Ha, die Lügenpresse, siehste).

 

Alles Falschgeld oder was?

Geld, fragt man sich? Wer hat in diesen Zeiten noch Geld? Natürlich Bietigheim, könnte man versucht sein zu sagen. Doch halt, der Schein trügt – sein Wert ist: Null. Die Erklärung für das Null-Euro-Geschenk liefert der SPD-Mann Kessing im Post scriptum umgehend mit: „Finanzielle Kraftakte sind leider nicht mehr möglich, weshalb die Zuwendung leider bei ,0-Euro’ bleiben muss :-).“ Der 0-Euro-Schein aus Bietigheim sieht aber täuschend echt aus und fühlt sich auch ebenso an, eine beachtliche Qualität. Wenn da statt der 0 etwa 100 oder 200 aufgedruckt und die Farbe des Geldscheins dem entsprechend eine je andere wäre. . ? Was wird eigentlich im Keller des Rathauses seit Jahren gemacht? Wie hängt das mit der immer gut gefüllten Stadtkasse zusammen? War der scheidende Bürgermeister Joachim Kölz nicht für Finanzen zuständig? Ist ihm das historische Pflaster in Bietigheim zu heiß geworden? Wohl dem, der querdenken kann: Und schwups, schon haben wir eine neue Verschwörungstheorie.

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