Big-Air-Festival Hoch und schnell - auf Teufel komm raus

Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen: der erst 19-jährige Roope Tonteri lotet auf seinem Snowboard die Grenzen des Machbaren aus.  Foto: Lämmerhirt 10 Bilder
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen: der erst 19-jährige Roope Tonteri lotet auf seinem Snowboard die Grenzen des Machbaren aus. Foto: Lämmerhirt

Immer höher und schneller: Der Finne Roope Tonteri, einer der Stars beim Big-Air-Festival in Stuttgart, fährt ohne Kompromisse. Ein Porträt.

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Stuttgart - Der schönste Tag im Jahr 2011 ist für Roope Tonteri aus Valkeala in Finnland bereits der 14. Januar gewesen. Nicht, dass er danach keine schönen Dinge mehr erlebt hätte. Aber der 14. Januar war für ihn einfach nicht zu toppen. An diesem Tag triumphiert er bei den Burton European Open in Laax, einem der prestigeträchtigsten Snowboardwettkämpfe. Roope Tonteri kann es auch elf Monate danach noch kaum fassen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich da gewinne", sagt er. Wobei er nicht nur davon schwärmt, dass er dort gewonnen hat - sondern vor allem wie.

Im Internet kursiert ein Video von seinem letzten, entscheidenden Wettbewerbssprung. Es dauert nur 23 Sekunden, doch was man darauf zu sehen bekommt, versetzt nicht nur Snowboardfans in Staunen. Tonteri hebt ab, dreht sich einmal um die eigene Achse, ein zweites Mal, ein drittes Mal, sogar noch ein viertes Mal, landet mit voller Wucht, bleibt dabei aber auf seinem Brett stehen. Cab 1440 heißt dieser extrem schwierige Trick. Und Tonteri ist der erste Fahrer, der ihn bei einem sogenannten Slopestyle-Wettkampf, einem Hindernisparcours, gezeigt hat, ohne zu stürzen.

Beim Big Air eine der Attraktionen

Der 19-Jährige, der noch zur Schule geht, hat sich mit diesem Sprung in die vorderste Reihe der Snowboarder katapultiert und ist somit auch am Freitag und Samstag, beim Big Air in Stuttgart, eine der Attraktionen. Die Anlage im Neckarpark mit der 36 Meter hohen Rampe müsste ihm eigentlich liegen. "Mein Ziel ist es, unter die besten fünf zu kommen", sagt er.

Doch Tonteri hat sich nicht nur mit dem Cab 1440 einen Namen gemacht. Nach seinem Sieg in der Schweiz gewann er noch einen Wettbewerb in Neuseeland und landete bei sechs weiteren in Kanada, Europa und Neuseeland unter den Top Ten. Vor zwei Wochen beim exzellent besetzten Air and Style im Pekinger Olympiastadion wurde er Elfter. Dank dieser konstant starken Leistungen führt er die Slopestyle- und die Big-Air-Weltrangliste der Snowboarder an, im Gesamtklassement ist er Dritter.

"Roope vertritt die neue Generation von finnischen Supertalenten", sagt sein Teammanager Martin Haslwanter. "Er fährt bei jedem Wettkampf auf Teufel komm raus." Schon mit neun Jahren fing Tonteri an zu snowboarden. Davor hatte er es noch klassisch mit Skiern versucht. "Aber das war so einfach", sagt er. "Dann habe ich mir von meinen Eltern ein Board gewünscht, und nach dem nächsten Weihnachtsfest ging es los." Von da an verwuchs er schon fast mit seinem Brett. Tag für Tag fuhr er auf seinem Hausberg Mielakka Kouvola, später pausenlos im Skigebiet Ruka bei Kuusamo.

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