Bildungswettbewerb Diese Ideen von den Fildern haben die Jury überzeugt

Von Theresa Ritzer 

Die Computer-AG des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Leinfelden programmiert Roboter, und am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Sielmingen kommen Schüler freiwillig nachts in die Schule, um sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Beide Projekte wurden nun ausgezeichnet.

Helena Kraft, Emelie Pecha, Anna-Lina Bader und Marisa Schönfuß (von links) sind Teil des Seminarkurses, der die Mint-Night organisiert. Foto: Theresa Ritzer
Helena Kraft, Emelie Pecha, Anna-Lina Bader und Marisa Schönfuß (von links) sind Teil des Seminarkurses, der die Mint-Night organisiert. Foto: Theresa Ritzer

Filder - Im Juli werden etwa 300 Schüler freiwillig nachts in die Schule kommen, um sich mit Naturwissenschaften und Mathematik zu beschäftigen. Denn in der Nacht des 20. Juli ist am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Mint-Night. Die 37 Schüler des Seminarkurses organisieren diese naturwissenschaftliche Nacht. Die Computer-AG des Leinfelder Immanuel-Kant-Gymnasiums hat einen Roboter programmiert, mit dem sie am sogenannten Robo-Race der Universität Stuttgart teilgenommen hat.

Beide Projekte wurden vor Kurzem mit Preisen des Bildungswettbewerbs der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ausgezeichnet. Der diesjährige Wettbewerb lief unter dem Motto „Frischer Wind mit Mint“. Ausgezeichnet wurden Projekte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz Mint.

Seit Beginn des Schuljahrs planen die Schüler des Seminarkurses am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ihre Mint-Night. „Ganz verschiedene Projekte werden dort aufeinandertreffen“, sagt Helena Kraft. Geplant sind neben chemischen und physikalischen Experimenten zum Beispiel Science Slams und Streitgespräche zu Themen wie Dieselfahrverbot oder Gentechnik. Für jüngere Besucher gibt es Mitmachexperimente und Knobelspiele.

Begeisterung für Mint-Fächer wecken

„Die gesamte Schulgemeinschaft soll sich einbringen können“, sagt Dirk Lehmann, einer der beiden Lehrer des Seminarkurses. Die Schüler wollen vor allem zeigen, wie die Mint-Fächer mit anderen Fächern verknüpft sind. So sind Vorträge in verschiedenen Fremdsprachen geplant, und es wird ein Blick auf die Geschichte der Raumfahrt geworfen. „Wir wollen bei anderen Schülern das Interesse an Mint wecken“, sagt Marisa Schönfuß. Das Interesse im Seminarkurs ist bereits groß. „Zusammen an dem Thema zu arbeiten, macht riesengroßen Spaß“, sagt sie. Ihre Mitschülerin Anna-Lina Bader ergänzt: „Der Seminarkurs hat meine Begeisterung an Mint noch verstärkt.“

Dirk Lehmann lobt seine Schüler. „Ohne den Seminarkurs wäre ein solches Projekt nicht möglich. Wir haben ihm die volle Verantwortung übertragen“, sagt er. Die Schüler aus dem Seminarkurs planen die Mint-Night aber nicht nur, sie werden in der Nacht selbst auch an den Experimenten oder als Moderatoren der Gespräche beteiligt sein. „Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt, jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass am Ende das große Ganze herauskommt“, sagt Emelie Pecha.

Mit Preis der höchsten Kategorie ausgezeichnet

Helena Kraft wünscht sich, dass es nicht bei dieser einen Mint-Night bleibt. Sie sieht das Projekt als Blaupause für andere. „Das Konzept steht und könnte auch an anderen Schulen umgesetzt werden“, sagt sie. Gemeinsam mit Marisa Schönfuß hat Helena Kraft die Bewerbung für den Bildungswettbewerb der Kreissparkasse geschrieben. Dessen Jury würdigte das Engagement mit dem Preis der höchsten Kategorie. Für sein „besonders preiswürdiges Projekt“ bekam der Seminarkurs 5000 Euro Preisgeld.

Roboterbauen ist Highlight in der Schule

Ebenfalls ausgezeichnet hat die Jury die Computer-AG des Leinfelder Immanuel-Kant-Gymnasiums. 22 Schüler der zehnten Klassen haben Lego-Roboter gebaut und programmiert. „Für die Computer-AG haben wir extra neue Modelle bekommen“, sagt Victoria Heinz. Mit den alten arbeiten die Klassen im Fach Naturwissenschaft und Technik (NWT). In der Computer-AG haben die Schüler immer in Kleingruppen an einem Roboter gearbeitet.

Eine der Schüler-Gruppen hat mit ihrem Roboter im vergangenen Dezember am Robo-Race der Universität Stuttgart teilgenommen. Die Jugendlichen sind sich einig: Es hat Spaß gemacht. „Das Roboterbauen ist das Glanzlicht von allem, was in NWT angeboten wird“, sagt Christian Dosch, „Es ist zwar anstrengend, aber es ist richtig toll, wenn der Roboter am Ende das tut, was er soll.“

Programmierkurs als Teil des AG-Programms

Die Lego-Roboter sind aber nur ein Teil dessen, was die Schüler in der Computer-AG lernen. Gegenwärtig bekommen sie regelmäßig Besuch von Auszubildenden der IT-Consulting-Firma Novatec. Die Firma ist Bildungspartner der Schule und bietet einen Programmierkurs an. Die Auszubildenden zeigen den Schülern, wie man in der Programmiersprache Java programmiert. Im nächsten Schuljahr übernehmen Studenten der Hochschule der Medien diesen Programmierkurs. Er soll dann gleich zu Beginn des Schuljahres anlaufen, noch bevor die Schüler ihre Roboter bauen. „Ab dann wollen wir nämlich die Roboter mit Java programmieren“, sagt Lehrer Jonas Reinkunz, der die Computer-AG leitet.

Bei den Juroren des Bildungswettbewerbs der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen fand das Roboter-Programmier-Projekt Anerkennung. 1000 Euro Preisgeld gibt es für die Computer-AG, die damit neue Lego-Roboter kaufen will.




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