Bio-Linsenanbau in Alfdorf Ein kleiner grüner Verkaufsschlager

Friedemann Zoller auf seinem Linsen-Hafer-Acker in Alfdorf. Foto: Gottfried Stoppel
Friedemann Zoller auf seinem Linsen-Hafer-Acker in Alfdorf. Foto: Gottfried Stoppel

Die Familie Zoller baut im Schwäbischen Wald Bio-Linsen an. Die schmackhaften Linsen aus Alfdorf sind sehr beliebt – die Ernte ist immer Ruckzuck ausverkauft.

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Alfdorf - Mit einem Hektar hat vor rund vier Jahren alles angefangen. Inzwischen haben Heidrun und Friedemann Zoller die Anbaufläche auf fünf Hektar ausgeweitet. Denn das, was die Landwirtsfamilie aus Alfdorf im Jahr 2012 als Experiment begonnen hat, entpuppte sich als ein echter Verkaufsschlager. „Unsere Linsen gehen weg wie warme Semmeln“, sagt Friedemann Zoller über die kleinen schmackhaften Samen, welche die Zollers unter dem Namen „Onsre Linsa“ im Schwäbischen Wald anbauen und über Hofläden vertreiben.

Friedemann Zoller ist ziemlich unverhofft zum Linsenbauer geworden: Hubert Falkenberger, der Geschäftsführer des Tourismusvereins Remstal-Route, hatte sich mit einer Adressliste des Landwirtschaftsamtes auf die Suche nach einem Bauernhof gemacht, der Linsen für Gastronomiebetriebe im Remstal anbaut. Bei „Z“ wie „Zoller“ wurde er fündig, seine Idee fiel auf fruchtbaren Boden. „Ich bin immer offen für Neues und habe gesagt: Ich kann’s ja mal probieren“, erzählt Friedemann Zoller.

Tipps von den Alblinsen-Kollegen

Da er keine Erfahrung mit dem Linsenanbau hatte, holte er sich Tipps bei Kollegen, die auf der Schwäbischen Alb Linsen kultivieren. Dann machte er sich an die Aussaat, verteilte auf einem Hektar Fläche 50 Kilo Linsen und 50 Kilo Hafer. Denn obwohl die Linse recht robust ist, braucht sie buchstäblich Unterstützung, also einen Halm, an dem sie empor ranken kann. „Sonst würde sie bei Regen umfallen“, sagt Zoller. Manche Landwirte bauten Linsen in Kombination mit Lein an, sagt er: „Aber da ist es recht schwierig, die Samen voneinander zu trennen.“

So hat sich der 49-Jährige für Hafer als Rankhilfe entschieden. Etwa 40 Zentimeter hoch wuchert die Linsenpflanze kurz vor der Ernte am rund einen Meter hohen Haferhalm empor. „Das sieht dann aus wie ein ganz schlecht gepflegter Haferacker“, sagt Zoller, der im August mit einem Mähdrescher die Ernte einbringt. Die mit Unkraut und Steinen durchsetzten Haferkörner und Linsen schicken die Zollers außer Haus, wo sie in einem aufwendigen Verfahren gereinigt und getrennt werden. Weil Hafer und Linsen meist nicht gleichzeitig reif sind, muss dann mal der eine, mal der andere Teil der Ernte mit warmer Luft getrocknet werden.

„Ich weiß nicht, wie oft ich im ersten Jahr an diesem Acker gestanden bin und alles beobachtet habe“, sagt Friedemann Zoller rückblickend. Inzwischen hat er Erfahrung gesammelt und sieht die Sache deutlich entspannter. „Einen Totalausfall haben wir noch nie gehabt, wir kommen immer auf 500 bis 580 Kilo pro Hektar.“

Linsen mal ohne Saiten und Spätzle

Die 500-Gramm-Packungen der kleinen, grünen, formstabilen Linsen, die auch als Puy-Linsen bekannt sind und ursprünglich aus der Auvergne kamen, gehen für den Preis von 4,50 bis fünf Euro über den Ladentisch. Sie sind also deutlich teurer, als die Standardware im Supermarkt, die häufig aus Kanada importiert wird. Dafür können die Zollerschen Linsen mit Bioqualität und einem Heimatbonus punkten – und sind in Nullkommanichts ausverkauft.

„Bei uns kommen öfter mal Leute vorbei, die sich den Linsenanbau anschauen wollen“, sagt Friedemann Zoller, der sich das große Interesse an diesem Produkt auch damit erklärt, dass Linsen ein schwäbisches Nationalgericht sind. Seinen Gästen legt der 49-Jährige bei der Gelegenheit ans Herz, die Linse mal anders zu servieren – zum Beispiel als Salat mit Brie oder mit Riesengarnelen und Curry.




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