Biosphärengebiet Schwäbische Alb Powerwandern und Waldbaden sind beliebt im Kreis Esslingen
Der Schwäbische Albverein setzt auf sportliche und gesundheitsfördernde Erlebnisse in der Natur. Das kommt im Gau Teck-Neuffen im Kreis Esslingen gut an.
Der Schwäbische Albverein setzt auf sportliche und gesundheitsfördernde Erlebnisse in der Natur. Das kommt im Gau Teck-Neuffen im Kreis Esslingen gut an.
Wandern ist nicht erst seit Corona ein Megatrend. Das erlebt auch Erich Haas aus Nürtingen. Der Vorsitzende des Schwäbischen Albvereins (SAV) für den Teck-Neuffen-Gau mit 5800 Mitgliedern berichtet von neuen Wandertrends und wie sich das auf die 28 SAV-Ortsvereine im Kreis und das Biosphärengebiet auswirkt.
Herr Haas, ist Wandern nicht eher ein Sport für die Älteren?
Das erlebe ich beim Schwäbischen Albverein nicht so. Wir haben immer mehr Angebote für Familien und Wanderer ab 30, das ist bei uns ein neuer Trend, den ich sehr begrüße. Außerdem bieten wir Waldbaden, Yoga-Wandern und meditative Touren an. Das ist nicht unbedingt etwas für mich, aber das kommt bei Jüngeren gut an. Die neuen Angebote für „Wandern Ü30“ beispielsweise wenden sich an Menschen von 30 bis 50 Jahren – und die sind auch sehr beliebt. Das zeigen die zahlreichen Termine: Am Sonntag, 14. April, geht es zum Beispiel von Weinstadt im Rems-Murr-Kreis über den Kernen nach Esslingen. Oder am 28. April stehen gleich drei Touren der Hochgehberge auf dem Programm. Dabei wandert man von Neuffen das Beurener Tal umrundend am Tobel und Klingenberg entlang hinauf zur Burg Hohenneuffen. Das ist immerhin eine Strecke von 19 Kilometer mit 600 Höhenmetern.
Dafür muss man richtig fit sein, oder?
Also, für mich ist das nicht mehr zwingend etwas. So etwas habe ich früher gemacht. Aber das Weit- oder auch Powerwandern ist schon so ein neuer Trend. Dafür haben wir einen Wanderführer, der erst Anfang 60 ist. Das ist etwas für die Fitteren.
Und woher kommen diese Wanderer?
Wir haben ein großes Einzugsgebiet, das reicht bis auf die Fildern und bis Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg). An diesen Touren nehmen bis zu 25 Leute teil. Dabei werden Strecken von bis zu 28 Kilometer Länge und fast 900 Höhenmetern zurückgelegt wie zum Beispiel auf dem Gustav-Ströhmfeld-Weg, der vom Bahnhof Metzingen (Kreis Reutlingen) über den Falkenberg und den Florian bei Kohlberg sowie über Sattelbogen und Hörnle bis nach Neuffen führt.
Wie sieht es beim Schwäbischen Albverein mit dem Nachwuchs aus?
Zumindest bei unseren Wanderführern gibt es genügend Nachwuchs. Vor allem Frauen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren sind sehr interessiert und gehen mit viel Energie diese Aufgabe an. Der Frauenanteil bei der Ausbildung liegt inzwischen bei rund 70 Prozent, und bei den Mitgliedern stellen die Frauen etwa die Hälfte. Wir hatten im letzten Jahr mit 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sogar mehr als geplant, denn eigentlich ist bei 15 Leuten Schluss.
Und wie sieht es in den Ortsgruppen im Gau aus?
Da ist die Lage recht unterschiedlich. Wir haben aufstrebende Ortsgruppen wie die in Oberboihingen oder in Schlierbach im Kreis Göppingen. Die bieten vieles an für Kinder und Jugendliche, die sich wöchentlich zu Abenteuern in der Natur, zum Spielen, Basteln und zu Freizeiten treffen. Das hängt natürlich immer von den Betreuern ab, die sich engagieren. Oberboihingen verwaltet außerdem ein tolles Wanderheim, das von Ehrenamtlichen bewirtschaftet wird und wo es richtig nobel zugeht.
Wo läuft es weniger gut?
Im vergangenen Jahr haben sich leider zwei Ortsgruppen mangels Nachwuchs aufgelöst. Das war in Weilheim und in Linsenhofen der Fall. Außerdem wollen in diesem Jahr noch die beiden SAV-Gruppen Ober- und Unterlenningen fusionieren.
Welche Herausforderungen gab es sonst noch?
Wir waren in den vergangenen Jahren in die Vorbereitungen für die Verbesserungen des SAV-Wegenetzes im Biosphärengebiet Schwäbische Alb eingebunden. Dafür haben wir Verbesserungsvorschläge der Ortsgruppen gesammelt und die Strecken teilweise optimiert, die jetzt neu ausgeschildert werden sollen.