Bodyshaming an US-Highschool Bearbeitete Jahrbuchfotos lösen Entsetzen aus

Mit bearbeiteten Jahrbuchfotos verursacht eine US-amerikanische Highschool derzeit viel Wirbel (Symbolbild). Foto: imago images/ITAR-TASS/Donat Sorokin
Mit bearbeiteten Jahrbuchfotos verursacht eine US-amerikanische Highschool derzeit viel Wirbel (Symbolbild). Foto: imago images/ITAR-TASS/Donat Sorokin

Eine Highschool in Florida bearbeitete die Jahrbuchfotos von 80 Schülerinnen, um ihren Ausschnitt oder ihre Schultern zu verdecken. Die betroffenen Mädchen und ihre Eltern sind von den Aufnahmen entsetzt und werfen der Schule Bodyshaming vor.

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Florida - Riley O’Keefe sieht auf ihrem Bild im Jahrbuch anders aus, als bei ihrem Fototermin. „Da ist ein schwarzer Balken über meiner Brust und der Cardigan auf der eine Seite wurde versetzt“, sagt die 15-Jährige Schülerin aus Florida gegenüber News4Jacks. „Es sieht wirklich seltsam aus und ich war sehr verwirrt.“ Bilder wie das von Riley im neuen Jahrbuch der Bartram Trail Highschool sorgen momentan für viel Aufregung. Denn eine Mitarbeiterin der Schule bearbeitete die Fotos von etwa 80 Schülerinnen so, dass kein Ausschnitt und keine freien Schultern zu sehen sind. Damit hat die US-amerikanische Highschool bei den jungen Mädchen und ihren Eltern, aber auch im Netz eine Welle der Empörung ausgelöst.

Nur Bilder von Mädchen wurden verändert

Dass die Fotos verändert wurden, fällt schnell auf: Teile der Kleidung der betroffenen Mädchen wurde im Bild kopiert und über Brust oder Schultern wieder eingefügt, im Fall von Riley setzte die zuständige Mitarbeiterin einen schwarzer Balken über ihren Ausschnitt. Bilder der männlichen Mitglieder des Schwimmteams, die für das Jahrbuch in der Badehose posierten, seien dagegen nicht verändert worden, wie die New York Times berichtet.

„Sie müssen erkennen, dass das dazu führt, dass Mädchen sich für ihren Körper schämen“, erklärt Riley O’Keefe ihre Wut über die veränderten Bilder gegenüber der New York Times. Andere Mädchen seien auf sie zugekommen und hätten ihr gesagt, dass sie sich durch die Bearbeitung sexualisiert und bloßgestellt fühlten. Auch der Guardian berichtet davon, dass Schülerinnen einigen Eltern zufolge wegen der Bilder gehänselt wurden. „Es führt dazu, dass unsere Kinder denken, dass sie ihren Körper bedecken müssen, dass sie sich dafür schämen müssen und es war für viele demütigend“, zitiert das Medium einen Elternteil.

So reagiert der Schuldistrikt auf die Vorwürfe

Nachdem Schüler und ihre Eltern eine Entschuldigung für die Bearbeitung der Bilder verlangten, äußerte sich kurz darauf auch der Leiter des Schuldistrikts Tim Forson, wie die New York Times berichtet. „Es gab sicherlich nie die Absicht, Schüler zu beschämen oder bloßzustellen für die Kleidung, die sie tragen“, sagt er. „Wir lernen eine wertvolle Lektion in diesem wichtigen Prozess und verstehen, dass die Absicht nicht immer dem Ergebnis entspricht.“

Eine Sprecherin des Distrikts sagt gegenüber dem St. Augustine Record, dass eine für die Jahrbücher zuständige Lehrerin für die Bearbeitung der Bilder verantwortlich gewesen sei. Diese habe sich dazu entschieden, weil sie der Meinung gewesen sei, die Kleidung der Mädchen verstoße gegen die Kleiderordnung der Schule. „Die frühere Vorgehensweise der Bartram Trail Highschool war, Bilder von Schülern nicht im Jahrbuch zu zeigen, in denen sie eine Verletzung des Verhaltenskodex für Schüler sah“, erläutert die Sprecherin dem Medium. „Die digitale Bearbeitung war eine Lösung, um sicherzustellen, dass alle Schüler im Jahrbuch zu sehen sind.“ Sie sicherte zudem zu, dass den betroffenen Schülerinnen der Preis des Jahrbuchs rückerstattet werden könne, wenn ihnen ihr Foto nicht gefalle.

Eine Petition soll die Kleiderordnung verändern

Riley O’Keefes Eltern wollen nun laut der New York Times an einer Sitzung des Schulrates teilnehmen, um sich für eine Anpassung der Kleiderordnung an der Highschool einzusetzen, die zur Bearbeitung der Bilder führte. Die aktuelle Version verbietet es den Schülerinnen, schulterfreie Oberteile sowie Shorts oder Röcke zu tragen, die zu weit über dem Knie enden. Ihre Tochter sammelte nach einem Vorfall im März bereits 5 000 Unterschriften für eine entsprechende Petition, wie die O’Keefes dem Medium erzählen. Damals hätten Administratoren der Highschool Mädchen im Flur für ihre Kleidung angeprangert oder aus dem Unterricht geholt, weil sie gegen die Kleiderordnung verstoßen hätten.




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