Böblingen Flugfeldklinik soll Geschichte schreiben

Die Planer für den Neubau stehen fest. Es fehlt nur noch der Architekt. Im Herbst soll es losgehen: Erstmals wird ein Krankenhaus in der Region komplett von Anfang bis Schluss digital geplant.

Das Grundstück  für die Flugfeldklinik ist gefunden. Momentan verhandelt der Kreis wegen zusätzlicher Reserveflächen mit dem Zweckverband Flugfeld und den beiden Städten. Foto: Archiv/factum/Granville
Das Grundstück für die Flugfeldklinik ist gefunden. Momentan verhandelt der Kreis wegen zusätzlicher Reserveflächen mit dem Zweckverband Flugfeld und den beiden Städten. Foto: Archiv/factum/Granville

Böblingen - Der Projektsteuerer für das große Bauvorhaben Flugfeldklinik sind auserkoren, auch der Planer für die Technische Ausrüstung und der für die Koordination der digitalen Planung ist benannt. Nach der Vergabe dieser Leistungen am Mittwochnachmittag im Planungs- und Bauausschuss des Kreistags kann es nun richtig losgehen. Lediglich der Architekt steht noch nicht fest. Dieser werde noch im Sommer bestimmt, versprach der Projektgeschäftsführer Harald Schäfer.

„Wir schreiben mit unserer Klinik ein Stück Geschichte“, sagte Heiderose Berroth, die Chefin der FDP-Fraktion. Diese Worte bezogen sich vor allem auf die digitale Planung. Denn die Flugfeldklinik wird die erste Klinik in der Region Stuttgart und eine der ganz wenigen bundesweit sein, die von Anfang bis Schluss nach dem Building Information Modeling (BIM) geplant und gebaut wird. Dabei erfolgt die Planung sämtlicher Arbeiten und Gewerke digital. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Änderungen in einem Bereich sofort in die Gesamtplanung eingespeist werden. Das ist vor allem wichtig, um Zeit- und Kostenpläne einzuhalten. Dass diese Methode gut funktioniert, davon hatten sich die Mitglieder des Ausschusses im vergangenen August bei einer Reise nach Oslo in Norwegen überzeugt. Dort besichtigten sie ein Krankenhaus, das mit BIM geplant worden war.

BIM ist Grundlage für spätere Umbauten und Erweiterungen

„Ein Vorteil von BIM ist ja, dass dies auch Grundlage für spätere Sanierungen, Erweiterungen und Umbauten ist“, nannte Roland Mundle, der Chef der Grünen, ein weiteres Argument für die Methode. Für alle Gewerke müssen die Pläne digital erstellt werden. Ein BIM-Manager koordiniert dann alle Pläne. Europaweit hatte der Kreis diese Management-Leistung ausgeschrieben, die mit 430 000 Euro honoriert wird. Fünf Bewerbungen waren eingegangen. Das günstigste Angebot kam vom Stuttgarter Unternehmen Drees & Sommer, das den Zuschlag erhielt. Das gleiche Büro übernimmt für 5,6 Millionen Euro auch die Projektsteuerung des Baus. Bei diesem gesonderten Ausschreibungsverfahren setzte sich Drees & Sommer gegen zehn Mitbewerber durch.

Der größte Auftrag – die Fachplanung der technischen Ausrüstung, zu der die Wasser- und Gasanlagen, die Wärmeversorgung und Klimatechnik, die Starkstromanalgen, die Aufzüge und einiges mehr gehören – geht an eine Bietergemeinschaft: Die Ingenieurgesellschaft Rentschler und Riedesser und ibb Burrer & Deuring Ingenieurbüro und MMG Ingenieurgesellschaft. Deren Leistungen machen mit mehr als 15 Millionen Euro 40 bis 50 Prozent der gesamten Planungskosten aus. Der Markt für solche Planer sei schwierig, erklärte Harald Schäfer. Nur drei Bewerber habe es gegeben, von denen einer dann nicht die Anforderungen erfüllt habe. Einer sei im weiteren Verlauf abgesprungen, so dass nur die nun zum Zuge kommende Bietergemeinschaft übrig geblieben sei. Diese aber erfülle alle Anforderungen.

Erste Pläne im Frühjahr

Noch nicht abgeschlossen ist die Auswahl des Architekten für den Klinikbau. Sobald dieser gefunden ist, sollen die Vorplanungen beginnen. Mit dem ersten Vorentwurf, wie die Klinik aussehen soll, wird für Frühjahr gerechnet.




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