Böblinger Seen noch gesperrt Schlittschuhlaufen auf der Wiese
Das Eis auf den Böblinger Seen ist zu dünn und darf nicht betreten werden. Eine Wiese bei Rohrau erlaubt dafür seltene Kufenfreuden. Doch Tauwetter könnte dem bald ein Ende bereiten.
Das Eis auf den Böblinger Seen ist zu dünn und darf nicht betreten werden. Eine Wiese bei Rohrau erlaubt dafür seltene Kufenfreuden. Doch Tauwetter könnte dem bald ein Ende bereiten.
Der Winter zeigte sich im Kreis Böblingen am Wochenende von seiner frostig-schönen Seite: Temperaturen deutlich unter Null und dazu strahlender Sonnenschein verwandelten viele Gegenden in ein Winterland. Bei mehreren Tagen Frost und einer geschlossenen Eisdecke auf den Böblinger Seen kommt schnell die Frage auf, ob sich darauf nicht Eislaufen ließe? Zwar sollen sich bereits die ersten Mutigen auf den Oberen See gewagt haben, doch die Stadtverwaltung macht am am Montag unmissverständlich klar: Betreten verboten.
„Die Eisdecken sind ungeachtet des aktuellen Frosts noch nicht durchgehend ausgebildet oder nur sehr dünn und bereits wieder am Tauen“, sagt Böblingens Pressesprecher Fabian Strauch. „Auch wenn darauf gefallener Schnee anderes vermuten lässt.“ Am Oberen See und am Ganssee seien Hinweisschilder aufgestellt. Das Betreten der Seen sei aufgrund der unterschiedlichen Eisdicke „äußerst gefährlich“, sagt Strauch.
In früheren Jahrzehnten waren die Frostperioden oft länger, das Thermometer kletterte wochenlang nicht über Null – und die Böblinger Seen erlaubten ausgedehnte Kufenfreuden. Die Stadt hat sogar technische Vorrichtungen: Am Oberen See steht eine Flutlichtanlage für abendliche Eishockey-Matches. „Diese geht abends in Betrieb, sobald das Betretungsverbot aufgehoben ist“, sagt Fabian Strauch. Die letzte Rutschpartie liegt allerdings schon sieben Jahre zurück; zuletzt gab die Stadt Ende Januar 2017 die Eisflächen frei. Geräumte Bahnen, Flutlicht und ein Glühweinstand hellten damals die Stimmung im kalten Winter auf.
Als Gradmesser für die Tragfähigkeit gilt seit 2007 die 15-Zentimeter-Regel. Nur wenn der Eispanzer durchgehend diese Dicke erreicht hat, geht der Daumen im Rathaus nach oben. Mit einer für große Gruppen betretbaren Eisschicht ist zu rechnen, wenn über mehrere Wochen und andauernd zweistellige Temperaturen unter Null Grad bestehen, heißt es aus dem Rathaus. Die Zeit brauche es, da der Obere See vom Murkenbach durchströmt ist und daher langsamer zufriert.
Wer trotzdem heiß aufs Eis war, musste am Wochenende in Richtung Schönbuch ausweichen. Eine seltene Wetterkonstellation macht etwa den Gärtringer Teilort Rohrau seit wenigen Tagen zum Wintersportort: Dort hatten die kräftigen Niederschläge zum Jahresbeginn mehrere Wiesen überflutet und das Wasser konnte vor dem Kälteeinbruch nicht mehr in den Krebsbach abfließen. Die Wasserflächen froren daraufhin immer weiter zu und es bildete sich eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht.
Das verleitete Jung und alt dazu, meterlang über das Eis zu schlittern. Andere kramten sogleich Schlittschuhe und Hockeyschläger heraus und eröffneten spontan eine Eishockey-Partie. „Seit ich klein war, kann ich mich nicht erinnern, dass es hier schon einmal so eine Eisfläche gab“, sagt einer der Schlittschuhläufer aus dem Ort.
Ein paar Kilometer Luftlinie entfernt befindet sich südlich von Hildrizhausen im Schönbuch der Kohlweiher. Der Fischteich liegt überwiegend im Schatten , weswegen er oft als einer der ersten Gewässer in der Gegend zufriert. Am Sonntag wagten sich bereits einige auf den kleinen Weiher.
Doch mit den eisigen Freuden dürfte es bald wieder vorbei sein, die Meteorologen kündigen Tauwetter an: Bereits für Mittwoch sind zehn Grad über Null angesagt.