Börsenreform Die Dax-Reform reicht noch nicht aus
Die Zusammensetzung des deutschen Leitindex Dax wird geändert – eine Konsequenz aus dem Wirecard-Debakel. Doch die Änderungen genügen nicht, meint Klaus Dieter Oehler.
Die Zusammensetzung des deutschen Leitindex Dax wird geändert – eine Konsequenz aus dem Wirecard-Debakel. Doch die Änderungen genügen nicht, meint Klaus Dieter Oehler.
Frankfurt - Es ist die größte Reform des deutschen Leitindexes, seit es den Dax gibt. Dabei ist es eher überraschend, dass sich in fast 50 Jahren bisher wenig getan hat, denn das deutsche Börsenbarometer bildet schon länger nicht mehr die Entwicklung der deutschen Wirtschaft ab, wie dies einst der Fall sein sollte. Das liegt nicht nur daran, dass im Dax nur 30 der führenden Börsenkonzerne gelistet sind – im Vergleich mit anderen Indices bringt da auch die Aufstockung um zehn weitere Kandidaten recht wenig. Wichtiger aber ist, dass die meisten Dax-Kandidaten noch immer die „alte“ Ökonomie verkörpern. In den USA dagegen dominieren längst die Tec-Konzerne wie Apple, Microsoft und Co. das Börsengeschehen. Hier wird sich durch die Reform von September an wenigstens etwas bewegen, der Dax 40 wird ein Stück moderner sein.
Für Kleinanleger könnte es auf den ersten Blick zweitrangig sein, ob im Dax nun 30 oder 40 Werte sind, ob „ihr“ Unternehmen im Dax oder M-Dax notiert ist. Hauptsache die Kurse entwickeln sich in die richtige Richtung. Für diejenigen Aktienbesitzer, die ihre Papiere so gezielt verfolgen, mag das stimmen. Für Fondsanleger oder auch solche, die sich über ETFs am Aktiengeschehen beteiligen, spielt die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Index aber schon eine Rolle.
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Fondsmanager müssen nämlich oft nach ihrer Vorgabe Papiere kaufen, wenn sie etwa im Dax gelistet sind – selbst dann, wenn sie von dem Unternehmen nicht wirklich überzeugt sind. Dax-Mitglieder, wie einst Wirecard oder heute auch Delivery Hero, haben nicht für alle Anleger die überzeugende Leistung zu bieten, die für die Zugehörigkeit zur ersten Börsenliga vielleicht nötig wäre.
Hier müssen die Väter der Börsenreform wohl noch mal ran. Die Kritik ist noch nicht vollständig ausgeräumt.