Börsenwoche Scheidungsdrama und Banken-Flirt

Von  

Der Brexit und die Spekulationen über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank halten die Märkte auch diese Woche in Atem: Der Abstimmungsmarathon des britischen Parlaments strebt auf einen neuen Höhepunkt zu, und am Donnerstag tagen die Aufsichtsräte der beiden deutschen Geldhäuser.

Der Handelssaal der Börse in Frankfurt. Foto: dpa
Der Handelssaal der Börse in Frankfurt. Foto: dpa

Frankfurt - Die neue Woche soll endlich eine Entscheidung darüber bringen, wann und vor allem auf welche Weise die Briten die Europäische Union verlassen. Einen Austritt am 29. März, wie er ursprünglich geplant war, hält inzwischen selbst eine Mehrheit der Brexit-Fans im britischen Parlament für zu riskant. Trotzdem ist ein solcher harter Brexit noch immer nicht ausgeschlossen. Da er für die Wirtschaft erhebliche Risiken birgt, blicken auch die Börsianer nervös auf die nächste Abstimmung des britischen Unterhauses , die für Dienstag erwartet wird.

Premierministerin Theresa May hält an ihrem umstrittenen Austrittsvertrag fest und will vom Parlament ein Mandat, auf dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel eine Verzögerung des Brexit bis Ende Juni vorzuschlagen. Beharren ihre parteiinternen Gegner aber auf einer kompletten Neuverhandlung des Scheidungsabkommens, so scheint alles möglich – von einer unbefristeten Verschiebung des EU-Austritts bis hin zu einem ungeordneten Ausstieg in den nächsten Wochen.

Neben dem EU-Gipfel stehen am Donnerstag zwei weitere hochkarätig besetzte Treffen an: Sowohl der Aufsichtsrat der Deutschen Bank als auch das Kontrollgremium der Commerzbank tagen in Frankfurt. Da die beiden Institute gerade erst die Aufnahme offizieller Fusionsgespräche beschlossen haben, sind weitere Entscheidungen in dieser Woche allerdings nicht zu erwarten.

Auch die US-Notenbank meldet sich zu Wort

Für die Märkte insgesamt wichtiger ist die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch. Zwar dürfte die Fed ihren Leitzins stabil halten, mit Spannung wird aber ihre neue Konjunkturprognose erwartet. Daneben legt die Notenbank auch einen Ausblick auf die mögliche Zinsentwicklung in den nächsten Monaten vor. Da der Leitzins in den USA unter anderem den Wechselkurs zum Euro beeinflusst, sind diese Prognosen auch für hiesige Anleger von Bedeutung.

Zu den Konjunkturaussichten diesseits des Atlantiks wird am Dienstag der viel beachtete Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlicht. Weitere Hinweise werden am Freitag die Einkaufsmanagerindizes für Euroland liefern,die Auskunft über die Lage der Unternehmen geben.