Bombeneinsatz in Stuttgart Stillstand am Bahnhof

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Weil im Baufeld für Stuttgart 21 eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wird, rückt an diesem Sonntag der Kampfmittelbeseitigungsdienst an.

Bereits im vergangenen Jahr wurde in Stuttgart eine Fliegerbombe entschärft. Foto: Fotoagentur Stuttgart/Rosar
Bereits im vergangenen Jahr wurde in Stuttgart eine Fliegerbombe entschärft. Foto: Fotoagentur Stuttgart/Rosar

Stuttgart - Eine hungrige Touristenkarawane wird am Sonntag ohne Frühstück durch die Stadt spazieren. Es werden die Ausschläfer unter den Gästen des Hotels am Schlossgarten sein, auf dem Weg zu Kaffee und Frühstücksei. Normalerweise können sich Gäste in dem Haus noch einmal umdrehen und eine Runde weiterschlafen, denn das Frühstück wird bis 11 Uhr serviert. Wegen eines Einsatzes des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Sonntag im Schlossgarten muss das Hotel um 9 Uhr evakuiert werden, für die Gäste ist ein Frühstück in einem Lokal reserviert.

Im Park wird in der Nähe des Ausgangs aus der Klettpassage auf dem Baufeld für den Tiefbahnhof ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Der beim Regierungspräsidium angesiedelte Kampfmittelbeseitigungsdienst wird das verdächtige Objekt freilegen und – so es sich bei dem georteten Gegenstand tatsächlich um eine Bombe handelt – entschärfen.

Viele Anzeichen sprechen für einen Blindgänger

„Mit was wir es zu tun haben, sehen wir erst, wenn wir das Teil freilegen“, sagt Peer Müller, der Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass im Baufeld ein Blindgänger liegt. Durch Luftbildanalysen wissen die Experten, dass im Schlossgarten viele Bomben niedergegangen waren, die vor allem den Hauptbahnhof und die Schienen treffen sollten. Hinzu kommt die Position des unbekannten Objekts, das etwa einen Meter unter der Erdoberfläche sondiert wurde. „Die verdächtige Tiefe sind drei bis vier Meter“, erklärt Müller. Da im Park 1,80 Meter Erdreich zum Bau der Klettpassage abgetragen wurde, komme das bei der nun zu untersuchenden Stelle exakt hin.


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Früh am Morgen werden die Sprengstofffachleute das Objekt freilegen. Von 9 Uhr an wird dann ein Umkreis von 325 Metern evakuiert, wenn sich die Entschärfer im Falle eines Bombenfundes ans Werk machen. In diesem Radius liegen der Bahnhof, die Hotels am Schlossgarten, Steigenberger Graf Zeppelin und das Intercityhotel sowie mehrere Wohn-und Geschäftshäuser. Betroffen ist auch die Bundespolizei, die einerseits für die Sperrung des Bahnhofs zuständig ist, andererseits ihre Einsatzzentrale von der Königstraße in die Bad Cannstatter Inspektion der Bundespolizei verlagern muss.

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