Bonus für das Geschäftsjahr 2023 Erreichen Mercedes-Mitarbeiter die maximal mögliche Jahresprämie?

Die Ergebnisbeteiligung von Mercedes-Beschäftigten hängt nicht nur von der Höhe des Gewinns 2023 ab. Foto: Simon Granville

Für 2022 erhielten Mercedes-Mitarbeiter 2023 eine Erfolgsprämie von 7300 Euro, so viel wie nie zuvor. Dieses Jahr wird der Bonus nach einem veränderten System berechnet. Was dies für die Belegschaft des Autobauers bedeutet.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Matthias Schmidt (mas)

Vor gut einem Jahr konnte der Betriebsrat von Mercedes-Benz von „klasse Nachrichten“ berichten. In Folge des Konzerngewinns von fast 15 Milliarden Euro stieg die Ergebnisbeteiligung für die tariflich Beschäftigten in Deutschland auf die Rekordsumme von 7300 Euro.

 

Den Arbeitnehmervertretern war es gelungen, die bis dahin geltende Deckelung von 6465 Euro aufzuheben. Gleichzeitig wurde mit dem Vorstand ein neues Verfahren für die Berechnung des Mitarbeiter-Bonus vereinbart, das nun zum ersten Mal angewandt wird.

Wenn der Stuttgarter Autohersteller am 22. Februar die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2023 vorlegt, dürften die Mitarbeiter noch genauer als sonst auf die wichtigsten Kennzahlen achten. Denn analog zum Bonussystem bei den Führungskräften wird nun auch die Mitarbeiterprämie nach einer Formel berechnet, in die einerseits finanzielle Werte wie der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) und der Geldzufluss (Cash Flow) eingehen, andererseits Kennzahlen für die Erreichung der Transformations- und Nachhaltigkeitsziele des Konzerns.

Welche Rolle der Erfolg von Daimler Truck spielt

Je nach Zielerreichung ergibt sich daraus ein Faktor, der mit einem vereinbarten Grundbetrag multipliziert wird. Theoretisch kann die Prämie auf Null fallen, im besten Fall wird der bereits feststehende Grundbetrag verdoppelt. Die betreffenden Werte nennt Mercedes im Vorhinein nicht. Dem Vernehmen nach dürfte der neue Deckel (also Grundbetrag mal zwei) aber bei der Höhe des Vorjahresbonus von 7300 Euro liegen.

Wann der Bonus bekannt gegeben wird, ist noch Gegenstand von Spekulationen. Denn das exakte Mercedes-Ergebnis hängt auch vom Erfolg der abgespaltenen Nutzfahrzeug-AG Daimler Truck ab, die ihre Zahlen erst am 1. März veröffentlichen wird. Ein Mercedes-Sprecher erläutert den Zusammenhang so: „Da Dividendenzahlungen von Daimler Truck an die Mercedes-Benz Group AG Parameter wie zum Beispiel das Ebit beeinflussen, besteht ein indirekter Einfluss auf die Mitarbeiterbeteiligung. Die Mercedes-Benz Group AG hält derzeit rund 30 Prozent der Aktien von Daimler Truck.“

Der Bonus dürfte erneut stattlich ausfallen

Angesichts der bereits bekannten Zahlen aber ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Bonus bei Mercedes auf jeden Fall den maximal möglichen Betrag erreicht – und deshalb vielleicht auch schon mit den Jahreszahlen veröffentlicht wird. Denn für den Faktor Cash Flow hat Mercedes Anfang Februar bereits eine Ad-hoc-Börsenmitteilung publiziert: Der Free Cash Flow lag 2023 über der eigenen Prognose und den Erwartungen des Kapitalmarkts. Im Blick auf das Ebit gab es bisher keinen Meldebedarf. Das heißt: Hier wird die Prognose (Umsatz und Ebit auf Vorjahresniveau) trotz eines schwächeren vierten Quartals nach heutigem Informationsstand erfüllt.

Die rund 90 000 tariflich Beschäftigten können sich damit auf einen satten Zuschlag einstellen, der nach Informationen des Betriebsrates im April ausgezahlt wird. Für die übertariflich entlohnten leitenden Angestellten gilt im Grundsatz die gleiche Logik, bei ihnen aber variiert die Berechnungsbasis, sie ist abhängig vom individuellen Gehalt.

Auch bei Daimler Truck haben sich Unternehmensleitung und Betriebsrat auf eine neue Berechnungslogik verständigt. Die Höhe des Bonus soll, wie das Unternehmen mitteilt, am 1. März mit den Gewinnzahlen für 2023 veröffentlicht werden. Auch hier sind die Vorzeichen gut: Daimler-Truck könne mit einem Rekordergebnis rechnen, prognostizierte Vorstandschef Martin Daum nach den ersten drei Quartalen.

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