Boxen: Fellbach Doppelsieg für Fellbacher Boxcamp
Simon Zachenhuber, auch aus der Tanzshow „Let’s Dance“ bekannt, und Istvan Szili werden im Kong’s Gym von Conny Mittermeier trainiert.
Simon Zachenhuber, auch aus der Tanzshow „Let’s Dance“ bekannt, und Istvan Szili werden im Kong’s Gym von Conny Mittermeier trainiert.
Ziemlich konsterniert schaute der fünffache Profi-Weltmeister Felix Sturm am Samstagabend in der Dortmunder Westfalenhalle in die Runde. Die Niederlage gegen den von Conny Mittermeier im Fellbacher Kong’s Gym trainierten Ungarn Istvan Szili kam offensichtlich völlig unerwartet. Unerwartet für Felix Sturm, unerwartet aber auch für Teile der sogenannten Fachwelt. Wer sich in Fellbacher Boxkreisen umgehört hat, der bekam jedoch schon Wochen vor dem Duell einen anderen Eindruck.
Gerald Staiger, Inhaber der Fellbacher Boxschule Charlie, hatte vor den Stärken des 39-jährigen Istvan Szili gewarnt. „Das ist ein Guter“, sagte der Fachmann und verwies auf die ebenso lange wie erfolgreiche Amateurkarriere des Ungarn. In 221 Kämpfen konnte er 165 Siege verbuchen. Seine Auftritte in der Box-Bundesliga waren fast immer von Erfolg gekrönt, und seinen größten Erfolg errang er in der Fellbacher Partnerstadt Pécs. Dort gewann der mehrfache ungarische Meister 2006 die Goldmedaille bei den EU-Meisterschaften. „Die haben Istvan Szili unterschätzt“, sagt Conny Mittermeier über Felix Sturm und dessen Team. Seinen erfolgreichen Athleten kennt der 60-Jährige übrigens schon seit dem Beginn der Profikarriere des Ungarn: „Er hat bei mir vor zehn Jahren angefangen.“ Dass ein Punktrichter den Kampf unentschieden gewertet hat, kann Conny Mittermeier nicht nachvollziehen: „Es war eine klare Sache.“
Eine klare Sache war nach seiner Ansicht auch bereits der erste Auftritt von Simon Zachenhuber gegen Maurice Morio gewesen, der mit einem Punktsieg für den ebenfalls in Fellbach trainierenden 23-Jährigen geendet hatte. Dennoch kam es am Samstag zu einem als zweiten Hauptkampf angekündigten Wiedersehen. „Die wollten den Kampf
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unbedingt machen. Ich habe das auch nicht verstanden“, sagt Conny Mittermeier über das Umfeld von Maurice Morio. Diese Entscheidung brachte dem Wormser die dritte Niederlage im zwölften Profikampf ein.
Bereits in der ersten Runde schickte der auch aus der Tanzshow „Let’s Dance“ bekannte Simon Zachenhuber seinen Kontrahenten auf den Ringboden. Zu Beginn der dritten Runde hatte der Ringrichter ein Einsehen mit dem deutlich unterlegenen Maurice Morio. Unmittelbar bevor dessen Trainer das Handtuch zur Aufgabe werfen konnte, brach er den Kampf ab. Die Titelverteidigung als Junioren-Weltmeister im Mittelgewicht des Verbands IBF war der 16. Sieg im 16. Kräftemessen und zugleich der neunte K.o.-Sieg des unter dem Kampfnamen „Matador“ auftretenden Simon Zachenhuber. Ob es eine weitere Junioren-Titelverteidigung geben wird, ist indes ungewiss, denn der gebürtige Landshuter wird am 6. Juni 24 Jahre alt.