Brand in der Vergärungsanlage Versicherung zahlt 21 Millionen Euro

Die Rottehalle der Vergärungsanlage nach dem Brand mit dem beschädigten Faulturm im Hintergrund Foto: Landratsamt Böblingen
Die Rottehalle der Vergärungsanlage nach dem Brand mit dem beschädigten Faulturm im Hintergrund Foto: Landratsamt Böblingen

Vor zwei Jahren ist die Vergärungsanlage bei Leonberg abgebrannt. Während der Neubau neben der Autobahn aus dem Boden wächst, einigt sich der Landkreis Böblingen auf einen Vergleich, der den Großteil der Investitionskosten finanziert.

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Kreis Böblingen - Fast zwei Jahre nach der Zerstörung der Vergärungsanlage in Leonberg durch einen Brand hat der Betreiber, die Bioabfallverwertung Leonberg GmbH (BVL), einen Vergleich mit dem Versicherer geschlossen. Zuvor hatte der Sachverständige in seinem Abschlussgutachten die Brandursache nicht konkret feststellen können.

Böblinger Landrat sehr zufrieden über warmen Geldregen

Der Vergleich sieht laut Pressemitteilung des Landratsamtes eine Erstattung in Höhe von rund 21 Millionen Euro vor. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der Böblinger Landrat Roland Bernhard, sieht darin „ein sehr gutes Ergebnis zu Gunsten des Betreibers und der Landkreise“. Gemeinsam mit dem Landkreis Esslingen als interkommunaler Kooperationspartner für die Vergärungsanlage wolle man nun die Ausschreibung für die Vergabe der Bauleistungen rasch vorbereiten. „Mit der Immissionsschutzrechtlichen Genehmigung rechnen wir nach der Sommerpause, sodass wir dann die Ausschreibungen für die Hauptgewerke starten“, sagt BVL-Geschäftsführer Wolfgang Bagin.

Weitere fünf Millionen Euro an Fördermitteln

Wie der Landrat zudem mitteilt, kann die BVL mit weiteren fünf Millionen Euro Fördermitteln des Bundes kalkulieren. Bei voraussichtlichen Gesamtkosten für den Neubau in Höhe von rund 35,5 Millionen Euro beläuft sich der Finanzierungsanteil der BVL damit nur noch auf etwa 9,5 Millionen Euro unter der Voraussetzung, dass es zu keinen nennenswerten Baukostensteigerungen kommt

Kapazität für 72 000 Tonnen Bioabfälle, die Gas produzieren

Die Kapazität des zukünftigen Neubaus umfasst nicht nur die Wiederrichtung der früheren Anlage, sondern auch eine Erweiterung, die beide Landkreise bereits vor dem Brand beschlossen hatten. Die neue Anlage soll die Bioabfälle aus beiden Landkreisen vergären und aus dem entstehenden Gas Energie erzeugen. Dabei sollen jährlich 72 000 Tonnen organisches Material verwertet werden.

Der Neubau des Verwaltungsgebäudes am Standort auf der ehemaligen Bauschuttdeponie neben der A8/81 hat derweil begonnen. Die Rohbauarbeiten stehen vor dem Abschluss, im Oktober ist das Richtfest geplant.




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