Brand in Waldenbuch Bürgermeister Lutz lobt „die beste Feuerwehr“
Waldenbuch ist nach dem Feuer in der Altstadt noch immer bewegt. Ob die Brandursache geklärt werden kann, ist ungewiss.
Waldenbuch ist nach dem Feuer in der Altstadt noch immer bewegt. Ob die Brandursache geklärt werden kann, ist ungewiss.
Auch zwei Tage nach dem großen Brand in der Waldenbucher Altstadt ist in der Straße Auf dem Graben kein Alltag eingekehrt. Ein Bauzaun versperrt den Weg zu den betroffenen Häusern, deren Dächer weitgehend abgedeckt sind.
Am Samstag war dort die Feuerwehr gegen 15 Uhr zu einem Dachstuhlbrand angerückt, bei dem ein Hund gestorben und ein hoher sechsstelliger Schaden entstanden ist – und der doch relativ glimpflich ausging. Das brennende Gebäude befand sich in der historischen, durch Fachwerk geprägten Altstadt, das Feuer hätte sich rasend schnell ausbreiten können. Tatsächlich griffen die Flammen nur auf ein Gebäude über. Und nach 16 Stunden konnte die Feuerwehr, die mit mehr als 100 Kräften im Einsatz war, die Löscharbeiten beenden.
Als die Feuerwehr am Samstag anrückte, war ihr ein „sichtbarer Flammenschein auf dem hinteren Balkon“ aufgefallen. So formulierte es der stellvertretende Feuerwehrkommandant von Waldenbuch, Max Weinhardt, am Samstag. Ob sich daraus Erkenntnisse gewinnen lassen? Die Ursache für das Feuer war und ist unklar.
„Die Zerstörung ist durch den Rauch und die Löschmaßnahmen extrem“, sagt eine Polizeisprecherin am Montag. Alles sei komplett durchtränkt, was die Spurensicherung und die Suche nach der Ursache für das Feuer sehr schwierig mache. Ganz selten sei es der Fall, dass eine Brandursache festgestellt werden könne, sagt die Sprecherin.
Waldenbuchs Bürgermeister Michael Lutz ist auch am Montag noch sichtbar ergriffen von dem Ereignis des Wochenendes. Er war kurz nach 15 Uhr vor Ort und blieb bis abends um 22 Uhr, um mit seiner Anwesenheit zu unterstützen. „Ich habe höchste Achtung vor den Einsatzkräften, die jeden Tag dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft funktioniert“, sagt Lutz. Seine Stimme bricht, als er erzählt, dass er bei der jüngsten Hauptversammlung gesagt habe, Waldenbuch habe derzeit die beste Wehr, die die Stadt je hatte. „Das hat man gesehen“, sagt er über das Ereignis am Samstag.
Er sei froh, dass sich während der Löscharbeiten alle vernünftig verhalten hätten und niemand die Arbeit der Einsatzkräfte behindert habe. „Es war eine Musterstunde, wie man bestmöglich miteinander umgeht“, sagt er. Am Morgen danach habe er die Eigentümer angerufen und versucht, den sprachlosen Leuten Mut zuzusprechen.
Es war das letzte Wochenende, das der scheidende Bürgermeister offiziell im Dienst ist. Sein letzter Amtstag ist zwar erst am 24. April, doch ab dem 19. April sind seine drei Stellvertreter im Dienst.
Es war nicht das erste Mal, dass in der verwinkelten Waldenbucher Altstadt Feuer ausgebrochen ist: Im Jahr 2009 brannte ein saniertes Fachwerkhaus in der Danneckerstraße vollständig nieder. Drei Jahre später brach an genau derselben Stelle aufgrund einer defekten Heizanlage wieder ein Feuer aus. Es konnte allerdings gelöscht werden, bevor ein größerer Schaden entstand.