Sicherheit wichtiger als Löschen
Die typischen Weihnachtsgerichte wie Fondue, Gänsebraten oder Gulasch haben eines gemeinsam: Sie werden mit Fett zubereitet. Gerade bei Speiseölen und -fetten gilt besondere Vorsicht, da sie sich ab einer bestimmten Temperatur selbst entzünden. Kommt es doch mal zu so einem Brand, dürfe man auf keinen Fall Wasser auf brennendes Fett oder Öl gießen: „Das beim Eingießen zu Boden sinkende Wasser verdampft schlagartig und reißt dabei brennendes Fett mit nach oben“, erklärt Köder. Aus einem Liter Wasser entstehen etwa 1700 Liter Wasserdampf. Das brennende Fett wird explosionsartig als große Wolke mit brennenden Öltröpfchen im Umfeld verteilt und gefährdet dabei auch den Löschenden. „Deckel und Blech so lange auf dem Topf lassen, bis dieser abgekühlt ist.“
Feuerwehr-Video zeigt, wie heftig ein Fettbrand explodiert
Hilfreich sei bei kleineren Bränden, wenn man eine Löschdecke zur Hand hat. Die seien nicht teuer und praktisch einsetzbar, wenn es in der Küche oder auf dem Esstisch mal brennen sollte – etwa beim Fondue oder wenn der Adventskranz in Brand gerät. Auch gibt es Feuerlöscher (Brandklasse F) speziell für Fettbrände.
Löschversuche sollten nur dann unternommen werden, wenn der Brand am Entstehen ist und man sich nicht gefährdet, sagt Köder. Ist der Brand groß, besteht die Gefahr, dass auch die Löschdecke Feuer fängt und die Brandoberfläche vergrößert. „Wenn aber die halbe Küche brennt, der Christbaum oder die Couch, dann hilft auch keine Löschdecke.“ Wenn sich das Feuer schnell ausbreitet und/oder sich starker Rauch entwickelt, sollte man sich und andere Hausbewohner schnell in Sicherheit bringen und die Feuerwehr unter der Nummer 112 alarmieren. Im Idealfall den Hausschlüssel mitnehmen und die Einsatzkräfte vor dem Haus in Empfang nehmen und instruieren.
Köder gibt zu bedenken, dass bei Bränden der Rauch besonders gefährlich sei: Die häufigste Todesursache bei Gebäudebränden seien Vergiftungen durch Rauchgase. Etwa 90 Prozent der Brandopfer erstickten am giftigen Kohlenmonoxid. Schon nach ein, zwei Atemzügen im Rauch könne man das Bewusstsein verlieren. Bricht das Feuer in der eigenen Wohnung aus, könne man über das Treppenhaus nach draußen gehen, schließlich ist der Fluchtweg in der Regel noch nicht verqualmt. Wichtig ist es, die Wohnungstür zu schließen, damit der Rauch sich nicht schnell ausbreitet. Wenn der Fluchtweg versperrt sei, sollte man sich an einen sicheren Ort zurückziehen und sich über das Fenster oder vom Balkon aus bemerkbar machen.
Weniger Brände dank LED
Dezember und Januar gelten bundesweit noch als die Monate mit den meisten Bränden durch offenes Feuer. Dass Christbäume brennen, habe durch den Einsatz von Glühbirnen und LED-Kerzen deutlich nachgelassen. „Heutzutage gibt es eher brennende Adventskränze. Dass jemand Kerzen am Baum anzündet, kommt meiner Einschätzung nach seltener vor“, sagt Köder. Wer darauf nicht verzichten wolle, der sollte einen Feuerlöscher parat haben oder wenigstens einen gefüllten Eimer Wasser. Und der Fellbacher Abteilungskommandant Stephan Idler ergänzt: „Und dieser Eimer sollte bitte nicht hinter dem Baum im Eck stehen – sonst kommt man an ihn im Brandfall auch nicht mehr ran.“ Einen Eimer erst zu füllen, wenn es bereits brenne, sei illusorisch.
Pulverlöscher nicht die erste Wahl
Wenngleich es in Privathaushalten keine Pflicht für die Anschaffung eines Feuerlöschers gibt, kann er helfen, den Schaden zu begrenzen. Köder empfiehlt Schaumlöscher. Sie seien für die gängigsten Brandarten geeignet. „Und sie verursachen nicht so viel Schaden in der Umgebung wie Pulverlöscher – das Pulver dringt in jede Ritze.“ Zu beachten gelte es, dass die wieder auffüllbaren Geräte alles zwei Jahre gewartet und für den entsprechenden Brand geeignet seien.
Löschdauer nur wenige Sekunden
Jeder Feuerlöscher verfügt über ein Piktogramm, auf dem die jeweilige Brandklasse angegeben ist. Im Haushalt bewährt hätten sich Löscher der Klassen A (Feststoffe) und B (flüssige und flüssigwerdende Stoffe). Sowie gegebenenfalls der Klasse F für Fettbrände in der Küche. „Der Löscher sollte da stehen, wo man ihn auch sieht und er gut zugänglich ist.“ Ein Feuerlöscher habe bauartbedingt nur eine begrenzte Löschdauer. Oft seien Leute überrascht, wie schnell das Gerät leer sei; ein Löscher mit zum Beispiel zwei Kilo Inhalt nach nur zwei bis vier Sekunden.
Umgang bei Fachfirmen üben
Umso wichtiger sei der richtige Umgang damit. Den könne man bei Brandschutzfachfirmen lernen. Generell gilt: nicht in Gefahr begeben, ausreichend Abstand zu den Flammen halten. Mit dem Löschmittel nicht in die oberen Flammen zielen. „Eine Brandbekämpfung ist nur dann effektiv, wenn das Löschmittel auf den Brandherd gesprüht wird“, erklärt Köder. Wichtig: Ein Brandherd könne erneut aufflammen, auch wenn er zunächst gelöscht sei.
Wo Rauchmelder anbringen?
Feuerlöscher seien eine gute Sache, aber nicht minder wichtig, und in Wohnungen mittlerweile Pflicht seien Rauchmelder. „Sie sind Lebensretter und dürfen in keiner Wohnung fehlen.“ Doch wo und in welchen Zimmern sollte man sie anbringen? „In jedem Fall gehört mindestens je ein Rauchmelder ins Schlafzimmer und ins Kinderzimmer sowie in alle anderen Bereiche, die zum Fluchtweg nach draußen gehören“, erklärt der Feuerwehrkommandant. Angebracht werden sollten sie zentral an der Decke und nicht irgendwo hingelegt werden. „Auf einem Schrank hat ein Rauchmelder nichts verloren“, warnt Köder: „Bis der dann in einem Brandfall auslöst, kann sich das Feuer schon viel zu weit ausgebreitet haben.“
Die richtige Technik beim Löschen
Brandklassen
Es gibt verschiedene Brandklassen, die nach den Arten von brennbaren Materialien und Stoffen kategorisiert sind und nach denen sich das Löschmittel richtet. Brandklasse A: Brände von festen Materialien wie Holz, Papier, Stoffe, Kunststoffe. Klasse B: Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen wie Benzin, Öl, Fett, Lacke. Klasse C: Brände von Gasen wie Erdgas, Propan, Butan. Klasse D: Brände von Metallen wie Aluminium, Magnesium, Lithium. Klasse F: Brände von Speisefetten und Ölen.
Löschtechnik
Für einen Einsatz mit dem Feuerlöscher empfehlen die Experten die sogenannte PASS-Technik: P wie Pull (Ziehen): Sicherungsstift herausziehen, manche Löscher muss man noch zusätzlich durch Knopfdruck aktivieren. A wie Aim (Zielen): auf die Basis des Feuers zielen, nicht auf die Flammen. S wie Squeeze (Drücken): Abzug drücken, um das Löschmittel freizugeben. S wie Sweep (Säubern): den Feuerlöscher von einer Seite zur anderen bewegen, um das Löschmittel über die Brandfläche zu verteilen. Achtung: Die Löschdauer ist begrenzt.