Steinbühltunnel Notfallplan für Tunnelbau steht – vorläufig

Von Klaus Nonnenmacher 

Nächste Episode beim Bahnprojekt Stuttgart-Ulm: Die Bahn verkündet, dass man mit allen Beteiligten ein Rettungskonzept für die Tunnelbaustelle bei Hohenstadt vereinbart hat. Doch der Göppinger Kreisbrandmeister findet, die Kuh sei „noch nicht vom Eis“.

Noch ist die Kuh an der Tunnelbaustelle nicht vom Eis. Foto: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm 5 Bilder
Noch ist die Kuh an der Tunnelbaustelle nicht vom Eis. Foto: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Hohenstadt - Der Göppinger Kreisbrandmeister Michael Reick bleibt skeptisch. Zwar hat die Deutsche Bahn am Freitag euphorisch verkündet, dass man sich auf ein Rettungskonzept für die Tunnelbaustelle bei Hohenstadt an der neuen ICE-Schnellbahntrasse Stuttgart-Ulm geeinigt habe. Aber Reicks Bedenken sind nicht ganz ausgeräumt.

Das Rettungskonzept für die Tunnelbaustelle Steinbühltunnel sei konkretisiert. Man bringe ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg, hieß in einer Pressemitteilung der Bahn. Damit sollten die Bedenken der Feuerwehr, insbesondere des Göppinger Kreisbrandmeisters, ausgeräumt sein.

Mit Baustopp gedroht

Der hatte, wie berichtet, darauf gedrungen, dass man die Verantwortung bei einem Notfall in den Röhren nicht der Freiwilligen Feuerwehr von Hohenstadt und Drackenstein aufbürdet. Sie sei für Einsätze tief im Berg nicht ausgerüstet . Er drohte damit, dass die Bahn die Baustelle stoppen müsse, wenn sich die Mineure des Tunnelbauunternehmens noch tiefer in den Berg sprengten.

Mittlerweile hat jedoch ein weiteres Gespräch der Deutschen Bahn und ihrer Auftragnehmer mit den Vertretern der Feuerwehraufsicht des Regierungspräsidiums und des Landratsamts sowie der Landesbergdirektion stattgefunden. Alle Seiten hätten jetzt ein Konzept für die Arbeitssicherheit unter Tage besprochen.

In der Pressemitteilung betont die Bahn, dass dieses Konzept bereits seit Monaten vorgelegen habe, die Feuerwehr ihre konkreten Bedenken der Projektleitung aber erst Mitte Juni mitgeteilt habe. Das jetzt vereinbarte Rettungskonzept trage sowohl dem Baufortschritt unter Tage wie auch den Einsatzkapazitäten der Feuerwehren Rechnung, heißt es jetzt.