Brenzlige Situationen in Stuttgart-Kaltental Wie Radfahren sicherer werden soll

Die rote Fahrbahnmarkierung soll abbiegende Autofahrer auf geradeaus fahrende Radler aufmerksam machen. Foto: Stadt Stuttgart/ Hörner
Die rote Fahrbahnmarkierung soll abbiegende Autofahrer auf geradeaus fahrende Radler aufmerksam machen. Foto: Stadt Stuttgart/ Hörner

In Stuttgart-Kaltental ist die Böblinger Straße neu markiert worden. Der Umbau von Kreuzungen ist geplant. Dabei geht es aber nicht nur um das eine.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Kaltental - Wer hin und wieder als Auto- oder Radfahrer auf der Böblinger Straße in Richtung Stuttgarter Innenstadt unterwegs ist, kennt die Gefahr. Die Fahrbahn ist abschüssig, sodass die Pedaleure gut Tempo aufnehmen. Wenn man dann als Autofahrer nach rechts in die Engelboldstraße oder Christian-Belser-Straße abbiegen will, muss man höllisch aufpassen, um keinen Unfall zu bauen – sowohl als Auto-, als auch als Radfahrer.

Auch die Stadt schreibt in einer aktuellen Pressemitteilung, dass es dabei immer wieder zu „kritischen Situationen“ komme. Das hätten unter anderem Auswertungen und Testfahrten der Verkehrsbehörde gezeigt. „Autofahrende müssen beim Rechtsabbiegen den auf dem Radfahrstreifen geradeausfahrenden Radfahrenden Vorfahrt gewähren. Dies erfordert eine umsichtige und defensive Fahrweise und den sogenannten Schulterblick“, heißt es im Pressedienst. Um vor dem Unfallrisiko zu warnen, hat die Stadt nun gehandelt. Autofahrende werden an den beiden Kreuzungen mittels eines knallroten Fahrbahnbelags darauf hingewiesen, dass sie beim Abbiegen mit Radverkehr rechnen und entsprechend Rücksicht nehmen müssen. Radfahrende werden mit der Beschilderung „Gefahr“ zu einer vorausschauenden Fahrweise angehalten.

Der Umbau von Kreuzungen wird wohl sehr teuer

Das waren Sofortmaßnahmen, um die Situation zu entschärfen. Mittel- bis langfristig plant die Stadtverwaltung einen Umbau der beiden Kreuzungen. Ziel ist es, die verkehrliche Situation zu verbessern.

Ein Umbau der Kreuzung ist derzeit in Planung. Dadurch sollen die Übersichtlichkeit und Verkehrssicherheit an den beiden Kreuzungen nachhaltig verbessert werden. Genauere Auskünfte kann Anna Sendler von der Pressestelle der Stadt auch nach Rücksprache mit der Straßenverkehrsbehörde nicht geben. Die Planungen seien noch im Anfangsstadium und noch nicht konkret, teilt sie mit. Auch der Zeitraum und die Kosten der Kreuzungsumbauten stünden noch nicht fest.

Seit vielen Jahren gibt es die Idee, beide Kreuzungen zu Kreisverkehren umzugestalten. Vorgeschlagen wurde das unter anderem in den vorbereitenden Untersuchungen für das Kaltentaler Sanierungsgebiet. Dabei ging es damals vor allem um eine städtebauliche Aufwertung der Ortseingänge. Bereits 2015 erklärte das Stadtplanungsamt, dass ein Kreisverkehr am Waldeck technisch machbar wäre. Allerdings wäre er auch sehr teuer, die Kosten würden wohl im siebenstelligen Bereich liegen, so die Auskunft damals.

Wo Radfahrer nicht überholt werden dürfen

Um die Sicherheit für Radfahrer ging es auch vor etwa einem Monat bei einer Schwerpunktaktion der Polizei. Sie hatte an der Böblinger Straße Autofahrer angehalten, die verbotenerweise einen Radfahrer überholt hatten. Denn das ist laut Straßenverkehrsordnung nur erlaubt, wenn dabei ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden kann. Das ist auf der Böblinger Straße in Kaltental über weite Strecken nicht möglich, weil die Fahrbahn insgesamt zu eng ist. Bergab dürfen Radfahrer von der Haltestelle Engelboldstraße bis kurz vor Waldeck nicht überholt werden. Bergauf gilt von der Haltestelle Waldeck bis kurz vor der Haltestelle Kaltental ein Überholverbot.




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