Brics-Treffen Putins Welt wird kleiner
Dass Wladimir Putin nicht nach Südafrika reist hat etwas mit Respekt vor dem dortigen Präsidenten zu tun. Es gibt aber noch einen Grund, kommentiert Christian Gottschalk.
Dass Wladimir Putin nicht nach Südafrika reist hat etwas mit Respekt vor dem dortigen Präsidenten zu tun. Es gibt aber noch einen Grund, kommentiert Christian Gottschalk.
Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa muss sich in den letzten Tagen so ähnlich vorgekommen sein wie das Kind, um das zwei vermeintliche Mütter in der Bibel streiten. Von der einen Seite zog die westliche Welt an dem südafrikanischen Präsidenten, er möge den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes vollstrecken, wenn Wladimir Putin demnächst sein Land besucht. Auf der anderen Seite zog Russland, das von einer Kriegserklärung sprach, sollte seinem Präsidenten etwas zustoßen beim Gipfel der Brics Staaten. Das salomonische Urteil hätte fast darin gelegen, das Treffen von Südafrika nach China zu verlegen, doch nun rudert Putin zurück – er bleibt zu Hause.
Das ist zum einen sicherlich der Freundschaft mit Südafrika geschuldet. Moskau will Ramaposa nicht in Verlegenheit bringen, erst recht nicht, nachdem das Ende des Getreideabkommens in Afrika nicht überall auf Begeisterung gestoßen ist.
Die Entscheidung ist aber auch ein Zeichen dafür, dass der Haftbefehl Wirkung entfaltet. Putin ist sich nicht völlig sicher darüber, in Südafrika auch sicher zu sein. 134 Länder erkennen den Strafgerichtshof an, nicht alle von ihnen, aber viele sind für Putin zur No-go-Zone geworden. Die Welt des russischen Kriegstreibers ist kleiner geworden.