Buchtipp: Bella Osborne, „So was wie Freunde“ Eine ungewöhnliche Freundschaft

Die britische Autorin Bella Osborne schreibt über Freundschaften, Liebe und die Tücken des Lebens. Foto: /Bella Osborne

In Bella Osbornes Roman werden der Teenager Tom und Maggie, eine Rentnerin, beste Freunde. Trotz eines Altersunterschieds von mehr als einem halben Jahrhundert.

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Maggie ist 72, lebt auf einem Bauernhof, praktiziert Yoga und ist einsam. Der Teenager Tom ist Halbwaise, lebt mit einem alkoholkranken Vater in prekären Verhältnissen und ist ebenfalls einsam. Unabhängig voneinander besuchen Maggie und Tom die städtische Bibliothek. Maggie trifft sich dort mit ihrem Buchclub und der 16-Jährige flüchtet sich in die Welt der Liebesromane, die seine Mutter einst so gerne gelesen hatte. Dort lernen sich Maggie und Tom kennen.

 

In den Romanen der britischen Autorin Bella Osborne geht es immer wieder um die Themen Freundschaft, Liebe, die zwischenmenschlichen Ärgernisse. Und ihre Bücher vermitteln das Gefühl: Alles wird gut. So auch bei „So was wie Freunde“: Trostlosigkeit trifft hier auf Hoffnung. Im ersten Teil des Romans stehen die billigen Fischstäbchen und das zähe, wenig nahrhafte Toastbrot, die tagtäglich auf Toms Speiseplan auftauchen, in einem harten Kontrast zu Maggies duftendem Zitronenkuchen, der Tom schmerzlich an seine verstorbene Mutter erinnert.

Tragik festigt die Freundschaft

Die Kapitel sind jeweils aus Toms und Maggies Perspektive geschrieben. Jedes Kapitel widmet die Autorin im Wechsel der Gefühlswelt des Teenagers und der an Lebenserfahrung reichen Maggie, die dem Jungen mit Rat zur Seite steht.

Aus dem ersten Kennenlernen entspinnt sich schnell eine Freundschaft, die Maggie endlich einen neuen Sinn im Leben gibt und Tom neue Sichtweisen bietet und ihm insbesondere den nötigen Halt im Leben gibt. Er erfährt, dass es ein Leben ohne Fischstäbchen und mit geregeltem Alltag gibt. Ein tragischer Zwischenfall schweißt die ungleichen Freunde sogar noch enger zusammen.

Maggie beherrscht Kampfsport

Bella Osborne arbeitet in ihrem Roman mit Kontrasten und ruft damit bei ihren Leserinnen und Lesern starke Emotionen hervor. Zwei komplett voneinander entfernte Generationen und zwei unterschiedliche Welten prallen aufeinander. Toms Zuhause ist die dunkle Seite der Geschichte: das nicht aufgeräumte Wohnzimmer mit Whiskeyflaschen unter dem Sofa, die verschmutzte Küche, der vernachlässigte Teenager.

Foto: Wunderlich/Rowohlt

Maggies Bauernhof hingegen ist die helle Seite: Tom ist an der frischen Luft, bekommt neue Kleidung, ein nahrhaftes Frühstück und er erfährt zum ersten Mal seit acht Jahren wieder so etwas wie Geborgenheit – und ausgerechnet die Rentnerin bringt Tom Kampfsport bei, damit er sich gegen den städtischen Mobber, Josh Kemp, verteidigen kann.

Scheinbar kann jetzt nichts mehr die Freundschaft ins Wanken bringen. Oder doch? Ein Geheimnis droht plötzlich alles zunichtezumachen und die beiden drohen auseinanderzudriften. Wird es Tom und Maggie gelingen ihre ungewöhnliche Freundschaft zu retten?

Tipps der Autorin für eigenen Buchclub

„So was wie Freunde“ hat mit seinen 383 Seiten zwar streckenweise Längen, gleichwohl ist das Buch unterhaltsam und gut zu lesen. Der Roman ist eine herzerwärmende, aufmunternde Geschichte, mit einer gehörigen Portion Kitsch, die zeigt, dass Freundschaft kein Alter kennt, und, dass alles gut werden kann.

Kleiner Bonus der Autorin am Schluss: Eine Liste mit Diskussionsanregungen zu „So was wie Freunde“ für den eigenen Buchclub, beispielsweise zu den Themen Altersunterschied und Ansichten der Protagonisten.

Bella Osborne: So was wie Freunde. Wunderlich Verlag. 383 Seiten. 22 Euro.

Übersetzung aus dem Englischen: Birgit Schmitz.

Info

Autorin
Bella Osborne hatte sich bereits als Kind Geschichten ausgedacht. Als Neunjährige verfasste sie einen Text über einen Dieb, der die Kronjuwelen gestohlen hatte, aber anschließend nicht wusste, was er mit der Beute anfangen sollte. Sie lebt mit ihrer Familie und der Familienkatze in Warwickshire, England.

Werk
2013 erschien Bella Osbornes erster Roman, 13 weitere folgten. Ihr Erstling „It Started at Sunset Cottage“ wurde für den „Joan Hessayon New Writers‘ Award“ und den „RNA Contemporary Romantic Novel of the Year” nominiert. 2022 wurde sie mit dem „RNA Jane Wenham-Jones Romantic Comedy Novel of the Year Award” ausgezeichnet.

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