Budgettest auf dem Weindorf in Stuttgart So weit kommt man mit 25 und 50 Euro

Die beiden Studenten Greta und Niklas sind zum ersten Mal auf dem Stuttgarter Weindorf. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Maultaschen, Rostbraten und Viertele – die Auswahl auf dem Stuttgarter Weindorf ist groß. Doch was kann man mit einem Budget von 25 oder 50 Euro kaufen? Zwei Besucher haben das für uns getestet.

Es ist noch früh am Abend, doch auf dem Weindorf ist bereits einiges los. Vor dem Alten Schloss auf dem Schillerplatz tummeln sich Pärchen und Freundesgruppen unterschiedlichen Alters. Sie schlendern über den Platz, begutachten die Karten vor den Lauben und lassen es sich bei einem Viertele und einer Portion Kässpätzle gut gehen.

 

Mitten im Trubel befinden sich auch die beiden Studenten Greta und Niklas. Sie verbringen die Semesterferien in ihrer schwäbischen Heimat. Beide sind in der Region Stuttgart aufgewachsen, aber das Weindorf besuchen sie zum ersten Mal. Und da sie als Studenten besonders aufs Geld schauen müssen, haben sie sich ein festes Budget vorgenommen: Niklas möchte höchstens 50 Euro ausgeben. Greta ist ein bisschen sparsamer und hat für den Besuch auf dem Weindorf 25 Euro eingeplant.

Als Erstes möchte das junge Pärchen zur Weinlaube von Sonja Merz. „Ich habe gehört, da soll es Maultaschen in Herzform geben“, erzählt Greta und auch Niklas ist gespannt, was es damit auf sich hat. Als sie bei der „Laube mit Herz“ ankommen, verrät ein Blick auf die Karte: Neben Maultaschenburger und Flammkuchen gibt es hier tatsächlich für vier Euro eine Herz-Maultasche am Stiel mit Röstzwiebeln. Während Greta noch überlegt, zögert Niklas nicht lange, kauft eine Herz-Maultasche und schenkt sie seiner Freundin.

Für 25 Euro gibt es zwei Gläser Wein und ein Hauptgericht

Mit der Maultasche in der Hand schlendern sie über das Weindorf und halten schon mal Ausschau nach einem freien Platz. Und um halb sieben etwas zu finden, ist gar nicht so einfach. Als die beiden 20-Jährigen schließlich freie Plätze bei der Weinstube Zwiebel entdecken, ist die Maultasche bereits aufgegessen. Als Niklas und Greta die Karte anschauen, wird klar: Besonders günstig sind die Preise hier zwar nicht, aber sie sind froh darüber, den Tisch gefunden zu haben. Also bestellen sich die zwei je ein Glas Rosé, aber nur 0,1 l für 5,50 Euro. Denn das Viertele für zehn Euro „finde ich definitiv zu teuer“, sagt Niklas. Er bestellt sich zum Wein noch eine Portion Kässpätzle für 14,50 Euro, und Greta entscheidet sich für die Linsen mit Spätzle für 14,80 Euro.

Als nächstes möchten sie sich die Lauben auf dem Marktplatz anschauen. Auf dem Weg fällt ihnen Inge’s Laube in der Kirchstraße auf. Hier tummeln sich viele junge Leute und ein Blick auf die Schilder zeigt, woran das liegen könnte: Hier bekommt man bereits für 4,50 Euro eine Rote im Brötchen, und für 8,50 Euro gibt es eine Portion Kässpätzle zum Mitnehmen. „Da hätten wir auch günstig etwas essen können“, sagt Greta und zeigt auf die Angebote. „Das können wir uns ja fürs nächste Mal merken“, antwortet Niklas.

Auf dem Marktplatz angekommen, schauen die zwei, was es bei der Stadt Laube zu kaufen gibt. Beide entscheiden sich für eine Weißweinschorle für je 5,50 Euro. Sie sind zwar erst zwei Stunden auf dem Weindorf, aber Greta hat mit 25,80 Euro ihr Budget schon leicht überzogen. Niklas hingegen muss sich darum noch keine Sorgen machen. Er hat erst 29,50 Euro von seinem 50-Euro-Budget ausgegeben. „Mit 25 Euro ist der Abend auf dem Weindorf schnell vorbei“, zieht Greta als Zwischenfazit.

Für 50 Euro ist noch deutlich mehr drin

Nach der Weinschorle schlendern die beiden weiter. Eigentlich fehlt jetzt noch ein Nachtisch. Zurück auf dem Schillerplatz fällt ihnen gleich die Süsse Laube auf, denn hier gibt es für fünf Euro Pfannkuchen mit Nutella. Niklas kauft für Greta und sich je einen, und sie beschließen eine kurze Pause zu machen, um in Ruhe den Pfannkuchen zu essen und zu überlegen, wo sie den Abend ausklingen lassen können. Das Weindorf ist immer noch gut besucht, und fast alle Tische sind besetzt. Schließlich entdecken sie einen freien Platz bei der Weindorfwirtin, und Niklas bestellt sich noch ein Viertele Weißherbst für 7,50 Euro. Es ist inzwischen fast zehn Uhr und der Abend auf dem Weindorf neigt sich für die beiden dem Ende zu. Niklas macht den finalen Kassensturz. Ein Blick in den Geldbeutel zeigt: Er hat von seinem 50-Euro-Budget 47 Euro ausgegeben.

Welches Fazit ziehen die beiden Studenten?

Greta konnte sich von ihrem Budget zwei Gläser Wein und ein Hauptgericht kaufen. Bei Niklas kamen noch eine Herz-Maultasche am Stiel, zwei Pfannkuchen und ein Viertele dazu. Aber was denken die beiden Studenten nach dem Abend über ihr Budget? „25 Euro sind schon schnell aufgebraucht. Ich würde empfehlen eher fünf bis zehn Euro mehr einzuplanen“, sagt Greta. Und Niklas fügt hinzu: „Also mir haben die 50 Euro locker gereicht. Ich habe das Budget nicht komplett für mich gebraucht und konnte Greta sogar noch einladen.“ Der junge Student weiß auch, welches Budget er für das nächste Mal einplanen würde. „Da wir beide heute um die 35 Euro gebraucht haben, würde ich das auch als Budget empfehlen.“ Und was denken die beiden über ein Budget von 100 Euro? Da sind sich Greta und Niklas schnell einig: „Mit so einem hohen Budget kann man sich dann den teureren Wein für zehn Euro das Viertele und den Rostbraten für knapp 30 Euro kaufen, aber man kommt auch sehr gut mit weniger zurecht.“

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