Die Stadtverwaltung schließt eine Erhöhung der Vergütung für junge Erzieher nicht aus. Zudem werden die Infotafeln an den Mineralwasserbrunnen überarbeitet.

Der Fachkräftemangel in Kindertagesstätten (Kitas): Seit vielen Jahren ist er auch in Stuttgart ein Problem. Im aktuellen Bürgerhaushalt haben Vorschläge, wie dem abzuhelfen ist, großen Zuspruch erhalten. Mit 1047 Befürwortern schaffte es das Thema auf Platz 7 im Bürgerhaushalt.

Um mehr Personal für die Kitas zu gewinnen, solle die städtische Zulage „Tarif Plus“ bestehen bleiben und das Kita-Personal per Umfrage nach seinen Problemen und nach Verbesserungsvorschlägen befragt werden. Außerdem solle die Einstellung fachfremden Personals wie Logopäden, Musiklehrer, oder Handwerker geprüft und eine interne Qualifikation in Betracht gezogen werden. Zudem wird vorgeschlagen, die praxisintegrierte Ausbildung aufzustocken. Auszubildende, die sich nach der Ausbildung für fünf Jahre verpflichten, in einer städtischen Kita zu arbeiten, sollen eine Gehaltszulage während der Ausbildung erhalten.

Die Verwaltung stimmt dem Vorschlag zu, angesichts des enormen Fachkräftemangels Konditionen wie die Zulage „Tarif Plus“ für pädagogische Fachkräfte beizubehalten. Diese seien über den Doppelhaushalt 2022/2023 hinaus bis 2024 gesichert. Eine Befragung der Mitarbeitenden habe es bereits gegeben und fließe in die weiteren Planungen ein.

Was die Einstellung von fachfremdem Personal betrifft, würden bereits jetzt Quereinsteiger gezielt angesprochen und im Jugendamt weiterqualifiziert. Während der Pandemie seien mehr als 100 Aushilfen angeworben worden, die permanent geschult und für eine Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft motiviert würden. Allerdings seien dem wegen des Kinderbetreuungsgesetzes des Landes bislang Grenzen gesetzt. „Der städtische Träger ist bereits an das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg herangetreten, mit dem Anliegen, landesweite Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine spürbare Verbesserung der personellen Situation zur Folge haben“, heißt es in der Stellungnahme. Die Vorschläge zur Erweiterung des Personals um pädagogiknahe Berufsgruppen seien bislang abgelehnt worden. Die Verwaltung stimmt dem Argument zu, dass die Bindung der jungen Erzieher nach Ausbildungsabschluss wichtig ist und räumt die Möglichkeit ein, die Absolventen durch die Eingruppierung in Erfahrungsstufe zwei statt eins in Verbindung mit einer Bindungsklausel einzugruppieren.

Erhalt der Trinkbrunnen ist auf Platz 8 der Top Ten

Auch die Trinkbrunnen in der Stadt sind den Stuttgartern so wichtig, dass deren Erhalt mit 1040 Stimmen auf Platz 8 des Bürgerhaushalts steht. Vor allem geht es bei dem Vorschlag der AG Neckarvorstadt um die Auquelle zwischen dem Neckardammweg und der Neckartalstraße an der linken Neckarseite. Außer ihrem Erhalt fordert die Arbeitsgruppe eine Aktualisierung der auf den Infotafeln angegebenen Inhaltsstoffen. „ Angaben aus 2010 sind nicht gerade aktuell und vertrauenswürdig“, wird die Forderung begründet.

Die Verwaltung versichert, dass die Infotafeln zu den jeweiligen Mineralwasserzusammensetzungen der Mineralwasserbrunnen derzeit überarbeitet und bis Ende 2021 erneuert werden sollen. Außerdem stellt die Stadtverwaltung fest, dass die Mineralwasserbrunnen in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gereinigt würden. Allerdings ließen sich Verkrustungen an den Brunnenanlagen wegen des Mineralienanteils im Wasser nicht verhindern.

Der Bezirksbeirat Bad Cannstatt nimmt die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger zwar zustimmend zur Kenntnis, verzichtet allerdings auf einen Kommentar.

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