InterviewBürgermeisterin Simone Haist „Es geht nicht um Personen, es geht um Ingersheim“

Von Susanne Mathes 

Simone Haist ist künftig eine von fünf Rathauschefinnen im Kreis. Wir haben mit der neuen Ingersheimer Bürgermeisterin am Tag nach ihrem recht deutlichen Wahlerfolg gesprochen: „Ich bin noch immer beeindruckt.“

Simone Haist mit Volker Godel (rechts) und ihrem Mann Holger Haist Foto: Werner Kuhnle
Simone Haist mit Volker Godel (rechts) und ihrem Mann Holger Haist Foto: Werner Kuhnle

Ingersheim - Das war deutlich: Mit 63,4 Prozent der Wählerstimmen hat Simone Haist den Bürgermeisterposten in Ingersheim erobert. Nach Ursula Keck in Kornwestheim, Rebecca Schwaderer in Möglingen, Tatjana Scheerle in Walheim und Birgit Hannemann in Erdmannhausen ist sie die fünfte Frau an einer Verwaltungsspitze im Landkreis Ludwigsburg. Sie folgt Volker Godel (FDP) nach.

Frau Haist, wie geht es Ihnen am ,Morgen danach’?

Ich bin immer noch beeindruckt. Ich war es schon von dem überfüllten Rathaus am Sonntag, von den vielen Ingersheimern, die gekommen sind, von den Verwaltungsmitarbeitern, von der Blaskapelle, die gespielt hat, und dem Zuspruch von Freunden, Familie und Bürgermeistern aus Nachbarstädten, die hier waren: Herr Kessing aus Bietigheim-Bissingen, Herr Schaible aus Freiberg, Frau Keck aus Kornwestheim, Herr Seitz aus Mundelsheim. . . Und das Wahlergebnis hat mich beinahe umgehauen.

Mit welchem Ergebnis rechneten Sie?

Ich konnte den Wahlausgang vorher ganz schlecht einschätzen. Dass das Ergebnis so deutlich ausgefallen ist, macht mir den Start leichter. Der große Rückhalt der Bevölkerung zeigt, dass ich einen klaren Auftrag bekommen habe. Und der heißt: Gemeinsam mit der Verwaltung und dem Gemeinderat dafür zu sorgen, dass es in Ingersheim vorangeht. Natürlich auch zusammen mit denjenigen, die mich nicht gewählt haben.

Das Gemeinsame betonen Sie immer neu. . .

. . . und es ist mir sehr ernst damit. Das Rathaus ist für die Menschen im Ort da. Die Bürgermeisterin ist auch Mitglied des Gemeinderats, mit zusätzlichen Funktionen. Es ist von Vorteil für die gesamte Gemeinde, wenn man auf Augenhöhe zusammenarbeitet.

Hier lesen mit StZ-Plus: Eindrücke vom Wut-Workshop mit Simone Haist

Im Gemeinderat sitzt auch Ihr Mitbewerber um das Bürgermeisteramt Thorsten Majer. Eine schwierige Konstellation?

Ich möchte mit allen gut zusammenarbeiten. Es geht doch nicht um uns als Personen, es geht um Ingersheim. Die Ingersheimer wollen, dass ich Ingersheim als Bürgermeisterin vertrete und Herr Majer als Gemeinderat, stellvertretend für die Bürgerschaft. Und das sollten wir jetzt gemeinsam anpacken.

Zum Ende des Wahlkampfes hin fand Ihr Kontrahent Thorsten Majer es nicht angemessen, dass Ihre Abschlussanzeige Fotos von Ihnen und Ingersheimer Persönlichkeiten beinhaltet, ohne dass diese davon gewusst hätten.

Die Bilder wurden mit dem Einverständnis der Personen gemacht und waren teilweise seit Wochen auf meiner Homepage und auf meinem Facebook-Auftritt veröffentlicht. Dort habe ich die Begegnungen vor der Wahl dokumentiert. Diese Menschen wurden nie als Unterstützer genannt. Ich habe sie getroffen, um Ingersheim in seiner Vielfalt kennenzulernen. Mit der Anzeige wollte ich auch die daran teilhaben lassen, die keinen Zugang zum Internet haben. Ich habe aber zur Kenntnis genommen, dass man das auf verschiedene Arten interpretieren kann, wenn man das möchte. Bei mir hat sich keine der entsprechenden Personen beschwert.

Was müssen Sie zu Ende bringen, bevor Sie im Mai in Ingersheim anfangen können?

Es stehen noch einige Coachings an. Ich gebe noch drei Seminare beim Gemeindetag für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, ein Seminar für Frauen in Führungspositionen und Einzelcoachings für Führungskräfte in Verwaltungen.

Werden Sie auch Ihren Lebensmittelpunkt nach Ingersheim verlegen?

Das habe ich vor. Ich komme vom Land und lebe gern auf dem Land. Gern würde ich in Ingersheim heimisch werden, sobald wir etwas Geeignetes finden.




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