Bürgermeisterwahl in Denkendorf Ralf Barth stürmt das Denkendorfer Rathaus

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Das war deutlich: Der 29 Jahre alte Dettinger Hauptamtsleiter Ralf Barth ist neuer Bürgermeister in Denkendorf. Er hat bei der Wahl am Sonntag 78,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt. Konkurrent Frank Nödinger (48) war mit 20,4 Prozent weit abgeschlagen.

Ein Prosit auf den Wahlsieg: Ralf Barth, hier mit seiner Ehefrau Martina Brosi-Barth, hat gleich im ersten Wahlgang den Chefsessel im Denkendorfer Rathaus erobert. Foto: Ines Rudel
Ein Prosit auf den Wahlsieg: Ralf Barth, hier mit seiner Ehefrau Martina Brosi-Barth, hat gleich im ersten Wahlgang den Chefsessel im Denkendorfer Rathaus erobert. Foto: Ines Rudel

Denkendorf - Der neue Bürgermeister von Denkendorf heißt Ralf Barth. Der 29 Jahre alte Hauptamtsleiter aus Dettingen (Kreis Reutlingen) hat sich bei der Wahl am Sonntag mit 78,9 Prozent der Stimmen überraschend deutlich gegen Frank Nödinger durchgesetzt. Für den 48 Jahre alten Leiter der Stadtkasse Stuttgart haben sich 20,5 Prozent der 8530 Wahlberechtigten entschieden. Die Dauerbewerberin Friedhild Miller erhielt 0,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,2 Prozent.

Als um 18.40 Uhr das Ergebnis aus dem ersten ausgezählten Wahllokal über die Leinwand im Sitzungssaal des Rathauses flimmerte, war schnell klar, wer künftig in eben diesem Rathaus der Chef sein würde. Der grüne Balken, der die Stimmen für Frank Nödinger veranschaulichte, verharrte bei knapp über 20 Prozent, während der für Ralf Barth stehende blaue Balken nach oben strebte und beinahe die 80 Prozent-Marke streifte.

Mit diesem Höhenflug hatte Barth selbst nicht gerechnet. „Ich bin überwältig. Ich habe erwartet, dass es eng wird. Das Ergebnis ist ein großer Vertrauensbeweis und eine gute Basis für die Arbeit im Ort“, sagte er, bevor er die Glückwünsche entgegen nahm. In die Reihe der Gratulanten, die von seinem Vorgänger im Amt, Peter Jahn, angeführt wurde, musste sich auch Frank Nödinger einreihen. Seine Vernetzung im Ort, unter anderem als Vorsitzendem des Partnerschaftskomitées und der Bürgerstiftung, hatte er nicht in Stimmen ummünzen können. Die Denkendorfen haben mit großer Mehrheit auf den frischen Wind von außen gesetzt.

Beim direkten Aufeinandertreffen in Podiumsdiskussionen und auch im Wahlkampf waren die beiden Kontrahenten zuvor sehr pfleglich miteinander umgegangen. Beide hatten sich mit Versprechungen zurückgehalten und auf Angriffe auf den jeweiligen Mitbewerber völlig verzichtet. Ganz im Gegensatz zu Friedhild „Fridi“ Miller. Die Kandidatin war im Vorfeld für die schrillen Töne zuständig gewesen. Beim Wahlvolk hat die Dauerbewerberin aus Sindelfingen mit ihren schrägen Thesen und Anfeindungen – unter anderem hatte sie ihre beiden Mitbewerber als Lügner bezeichnet – kein offenes Ohr gefunden. Ihrem erklärten Berufswunsch „Bundeskanzlerin“ dürfte sie mit dem Denkendorfer Ergebnis auch nicht wesentlich näher gekommen sein.

Der Denkendorfer Rathauschef, Peter Jahn, hatte schon im Herbst des vergangenen Jahres angekündigt, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Nach 32 Jahren an der Spitze der 11 111 Einwohner zählenden Gemeinde hat der 61 Jahre alte Schultes seinen Chefsessel geräumt. Er hinterlässt ein bestelltes Feld. Das Gemeindesäckel ist mit rund 20 Millionen Euro prall gefüllt.

An den die Körschtalgemeinde belastenden Rahmenbedingungen hat jedoch auch der scheidende Rathauschef in seinen vier Amtszeiten wenig ändern können. So dürfte zu dem größten Problem, dem durch die nahe Autobahn und den Flughafen über die Gemeinde gelegten Lärmteppich, in Zukunft mit der ICE-Trasse noch eine weitere Lärmquelle hinzukommen.




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