Bürgermeisterwahl in Schwieberdingen Ein spannender Zweikampf wird erwartet

Seit Nico Lauxmann (rechts) die Amtsgeschäfte in Kornwestheim übernommen hat, ist die Stelle des Bürgermeisters in Schwieberdingen vakant. Foto: Simon /ranville

Um die Nachfolge von Ex-Rathauschef Nico Lauxmann bewerben sich zwei Männer. Aller Wahrscheinlichkeit und Erfahrung nach wird es bereits im ersten Wahlgang am 12. November eine Entscheidung geben.

Ludwigsburg: Anne Rheingans (afu)

Um das Amt des Bürgermeisters von Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg)  wird es einen Zweikampf geben: In Ron Keller (CDU) und Stefan Benker (parteilos) wollen zwei Kandidaten die Nachfolge von Nico Lauxmann antreten. Der Gemeindewahlausschuss hat am Dienstagabend die beiden Bewerber zugelassen.

 

Ron Keller (27, CDU), Kämmerer in Freudental, will Nico Lauxmann beerben. Foto: privat

Als erster hatte Ron Keller Anfang September seinen Hut in den Ring geworfen. Der 27-Jährige hat an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg studiert und ist Kämmerer der Gemeinde Freudental (Kreis Ludwigsburg)  . Er lebt mit seiner Frau und den zwei kleinen Kindern in Bietigheim-Bissingen. Der Christdemokrat erwartet ein spannendes Rennen um den Chefsessel im Rathaus. „Es wird definitiv knapp“, meint er. Und die Aufgaben in der Gemeinde sind groß.

Stefan Benker (38), ein parteiloser Kandidat, will mit seiner Erfahrung punkten. Foto: privat

Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass die Steuererstattung, die Schwieberdingen an Bosch leisten muss, größer ist als gedacht. Der Kreditrahmen für den Nachtragsetat musste auf 13 Millionen Euro aufgestockt werden. Dass die Gemeinde künftig nur geringe finanzielle Spielräume haben wird, entmutigt Keller nicht. Er verweist auf seine Erfahrung als Kämmerer: „Ich sehe es als Herausforderung, weil man sich nun intensivere Gedanken machen muss.“ Die Rückzahlung sei zwar ein Rückschlag, aber nur eine einmalige Belastung.

Gravierender ist nach Ansicht von Keller, dass der Haushalt von Schwieberdingen strukturell defizitär sei. Mittel- und langfristig müssten neue Ertragsmöglichkeiten geschaffen werden. Den interkommunalen Gewerbeschwerpunkt, der mit Markgröningen, Ditzingen und Hemmingen geplant ist, möchte er daher nicht zur Diskussion stellen. Der Fokus müsse auf Fördermöglichkeiten gerichtet werden. Höhere Steuern lehnt er hingegen ab.

Der zweite Bewerber ist Stefan Benker. Der 38-Jährige hat früher in Schwieberdingen gelebt, wo er als stellvertretender Ordnungsamtsleiter gearbeitet hat. Mittlerweile ist der studierte Verwaltungswirt als Hauptamtsleiter in Kenzingen im nördlichen Breisgau tätig. Er geht ebenfalls von einem engen Rennen aus. Seinen Mitbewerber nehme er ernst. Benker hatte im Vorfeld jedoch mit mehr Konkurrenz gerechnet. „Die finanzielle Situation schreckt wohl einige ab“, meint er.

Öffentliche Bewerbervorstellung wird organisiert

Der 38-Jährige sieht dieses Thema allerdings gelassen. Die Situation sei für Schwieberdingen nicht neu, obwohl es der Gemeinde in den vergangenen Jahren finanziell besser gegangen sei. „Ich sehe es als Chance, um Investitionen zu priorisieren, Potenziale in der Verwaltung zu erkennen und Prozesse zu verschlanken“, sagt Benker. Dadurch, dass die Schlüsselzuweisung für Schwieberdingen nach der Rückerstattung steigen werden, werde sich die Gemeinde finanziell erholen. Mit dem neuen Gewerbegebiet entstünden weitere Standbeine auf der Einnahmenseite. Auch bei den Steuern und Gebühren argumentiert er ähnlich wie Keller. „Die Bevölkerung darf nicht noch mehr belastet werden“, sagt Stefan Benker.

In Schwieberdingen wird am Sonntag, 12. November, der neue Bürgermeister gewählt. Die Gemeinde plant für Donnerstag, 2. November, eine Bewerbervorstellung. Sie beginnt um 19 Uhr in der Turn- und Festhalle, Herrenwiesenweg 21. Die Wahl wird nötig, weil der frühere Amtsinhaber Nico Lauxmann (CDU) ausgeschieden ist. Er ist neuer Oberbürgermeister in Kornwestheim.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Schwieberdingen Wahl Bürgermeister