Büsnau Im Wald funkt es

Von Stefanie Käfferlein 

Im Rotwildpark ist von den Bürgern größtenteils unbemerkt ein Mobilfunkmast aufgestellt worden.

40 Meter hoch ist der Mobilfunkmast, der vor wenigen Wochen am Rande Büsnaus aufgestellt worden ist. Das Technikgebäude fehlt noch. Foto: Stefanie Käfferlein
40 Meter hoch ist der Mobilfunkmast, der vor wenigen Wochen am Rande Büsnaus aufgestellt worden ist. Das Technikgebäude fehlt noch. Foto: Stefanie Käfferlein

Büsnau - Inmitten von Bäumen ragt er in die Höhe. 40 Meter misst der Mobilfunkmast, der derzeit am Waldrand des Rotwildparks auf einem Wanderparkplatz an der Magstadter Straße in Kombination mit einem Technikgebäude installiert wird. „Und der Bürger bekommt mal wieder etwas, das er nicht bestellt hat“, sagt Norbert Muschal und ergänzt. „Es macht den Anschein, als würden die Masten absichtlich klammheimlich aufgestellt.“ Der Büsnauer Bürger war während einer Runde durch den Wald auf das Fundament aufmerksam geworden und hatte sich daraufhin an die Redaktion gewandt.

Seine Kritik richtet sich einerseits an die Stadtverwaltung, die die Anträge der Mobilfunkbetreiber genehmigt. Andererseits kritisiert er die Unternehmen, die Mast um Mast beantragen, um sich gegen ihre Konkurrenz durchzusetzen und die Verkaufszahlen steigern zu können. „Derzeit wird beispielsweise mit LTE geworben“, sagt Muschal. LTE steht für Long Term Evolution. Es handelt sich um die Weiterentwicklung von UMTS, der derzeit gängigen Mobilfunktechnologie für Datenübertragung.

Der Büsnauer, der selbst Besitzer eines Smartphones ist, betont, dass er kein Mobilfunkkritiker, geschweige denn ein Gegner sei. Aber: „Ich bin mit dem zufrieden, was ich habe“, sagt Muschal. Er könne problemlos telefonieren und im Internet surfen – mehr brauche er nicht. Statt einfach zu bauen, sollte man die Bürger fragen, was sie überhaupt noch für nötig erachten.

„Für die Fläcje im Rotwildpark ist ein Ausgleich geschaffen worden“

Das Aufstellen eines Mobilfunkmasts entspricht einem normalen Bauvorhaben, sagt Kirsten Rickes, die Leiterin des Baurechtsamts auf Anfrage. Sie ergänzt: „Der Betreiber stellt einen Bauantrag.“ In diesem Fall ist das die Firma Vodafone, wie Pressesprecher Bernd Hoffmann bestätigt. Vor einer Genehmigung würden laut Rickes entsprechend der Standort geprüft und die Fachämter gehört, in diesem Fall unter anderem das Garten-, Friedhofs- und Forstamt und das Amt für Umweltschutz. Denn: Der Mast befindet sich mitten in einem Landschaftsschutzgebiet. Darüber hinaus muss grundsätzlich eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur (BNA) im Rahmen des Immissionsschutzgesetzes vorliegen. Diese erteilt die BNA nur, wenn die vom Bund vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden. Die Baugenehmigung für den Mast ist laut Rickes bereits drei Jahre alt. Dass bis zum eigentlichen Baubeginn Jahre ins Land ziehen können, sei nicht außergewöhnlich.

Warum die Wahl nach einem umfangreichen Suchlauf auf den Waldrand in Büsnau gefallen ist, kann Hagen Dilling vom Forstamt nicht genau sagen, weil er zu jener Zeit noch nicht bei der Stadt angestellt war. Ausschlaggebend sei sicherlich auch die Tatsache gewesen, dass für den Mast lediglich Parkplatzfläche in Anspruch genommen werden musste.

„Es war zwar die Fällung von wenigen Bäumen notwendig“, sagt Dilling. Der Eingriff sei jedoch „nicht gravierend“ gewesen. Parkplätze und Wege würden ohnehin mit der Zeit zuwachsen, weshalb Forstmitarbeiter regelmäßig das Dickicht ausdünnen und die Bäume zurückschneiden müssten. „Für die Fläche im Rotwildpark ist ein Ausgleich im Stadtbezirk Sillenbuch geschaffen worden“, berichtet Dilling. Im Gebiet Rankelen hinter dem Ostfilderfriedhof gebe es eine Aufforstungsfläche, in der die Fläche im Rotwildpark eingerechnet ist.

Ob es immer häufiger vorkomme, dass Masten mitten in der Natur, beziehungsweise in Landschaftsschutzgebieten aufgestellt werden? „Die Suchläufe sind schwierig“, sagt Dilling und ergänzt: „Wir haben durchaus auch Anfragen, die wir ablehnen.“ Derzeit wanderten weniger Anträge für Neubauten über seinen Schreibtisch als vielmehr solche für den Ausbau, wie beispielsweise der LTE-Technologie. Dann müssten die Höhen der Masten umgebaut werden. Auch in Büsnau wird der Mobilfunkmast laut dem Vodafone-Sprecher auf die LTE-Technologie ausgerichtet.

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