Katzenbacher Hof in S-West/Büsnau Damit auch in Zukunft das Bier kalt ist

Von Götz Schultheiss 

Jeder Biergarten braucht die elektrische Kühlung der Getränke. Die Stromleitungen zum Katzenbacher Hof liefern nicht genug Spannung. Deshalb die spannende Frage: Bleibt das Bier kalt? Wir liefern die Antwort.

Viele Ausflügler freuen sich auf ein erfrischendes  Getränk am Katzenbacher Hof. Damit das Getränk kühl ist, braucht der Kühlschrank aber genügend Strom. Foto: Archiv Stoppel
Viele Ausflügler freuen sich auf ein erfrischendes Getränk am Katzenbacher Hof. Damit das Getränk kühl ist, braucht der Kühlschrank aber genügend Strom. Foto: Archiv Stoppel

Büsnauch/S-West - Wer im Sommer an einem kühlen Bier nippen will, der braucht einen Kühlschrank und natürlich Strom. Bei einer Gaststätte, die viele Menschen bewirten muss, sind die Anforderungen an den Strom weit höher. Das bekommt zur Zeit der Katzenbacher Hof zu spüren. Dorthin sollen Leitungen verlegt werden, damit der Betrieb den Anforderungen an Gegenwart und Zukunft gewachsen ist.

Darüber hat jüngst Utz Rosenow, ein Vertreter des Stromversorgers Netze BW, den Bezirksbeirat informiert. Dabei wurde deutlich, dass der als Ausflugslokal beliebte Biergarten mit Spielplatz in der Nähe des Katzenbacher Sees an die Fahrer von E-Bikes denkt, die dort eine Ladestation finden sollen. „Wir brauchen die neue Stromleitung für die Zukunft, weil die bisherige Stromversorgung an ihre Grenzen stößt, wenn irgendwann neue Geräte angeschlossen werden sollen“, sagt Frank Löhle, der Geschäftsführer des Katzenbacher Hofs. Bei der Ladestation für E-Bikes überlege man zurzeit, ob man sie mit Solarzellen betreibe: „Das finden wir sehr umweltfreundlich und wir prüfen, ob das infrage kommt.“

Eine rasche Lösung ist nicht in Sicht

Finanziert werde diese Art der Station möglicherweise über Werbung. Die Installation selbst ist wohl nicht brandeilig: „Es gibt nicht täglich Anfragen nach dem Aufladen und wenn es nötig ist, stellen wir eine Steckdose zur Verfügung. Es kommt keiner vom Bodensee, der dringend bei uns laden muss, weil er sonst nicht weiterkommt“, sagt Frank Löhle. Die E-Biker kämen alle aus der Umgebung, ebenso wie die meisten anderen Gäste. „An einem sonnigen Wochenende bewirten wir 150 bis 200 Menschen. Wir sind ja nicht das Bärenschlössle, wohin dann vielleicht 500 oder mehr Gäste kommen.“ Wichtig sei, dass sich alles in die romantische Umgebung integriere: „Deshalb betonieren wir die Gegend nicht für Dinge wie eine Half-Pipe zu. Es soll so schön und beschaulich bleiben wie es ist.“ Dies sei ganz im Sinne des Eigentümers, der Familie Unterkofler, die, wie Frank Löhle sagt, „mit Herzblut am Katzenbacher Hof hängt“. Letzteres ist schon der Historie wegen verständlich: Den Hof gibt es seit dem 13. Jahrhundert. Mit rund 72 Morgen Grund und Boden gehörte er Esslingen, und die Pächter mit ihrem Gesinde schützten den Wald. Die alten Gebäude wurden 1896 abgebrochen. An ihrer Stelle entstand ein Forsthaus mit Gaststube, das heutige Ausflugslokal.

Damit die Stromtrasse zum Lokal keine nutzlose Schneise durchs Grün des Waldes, den die Pächter des Hofes einst gewissenhaft bewacht hatten, schneidet, wollen sich die Netze BW mit der Fortsbehörde in Verbindung setzen. „Von den Waldarbeitern besteht der Wunsch nach einem neuen Waldweg. Vielleicht können wir die Trasse mit ihm zusammenlegen“, sagte Utz Rosenow im Vaihinger Bezirksbeirat. Nach dem jetzigen Stand der Dinge sei eine rasche Lösung nicht in Sicht: „Das Geld für die neue Stromleitung und ihre Verlegung liegt bereit, aber es braucht Zeit. Ich kann nicht versprechen, dass wir dieses Jahr fertig werden.“

Die neue Leitung wird vom Lauchhau aus verlegt

Zum Hintergrund: Bereits im vergangenen Jahr hatte der Energieversorger festgestellt, dass das Stromkabel nicht die von der Norm vorgesehene elektrische Spannung zum Katzenbacher Hof bringt. „Wir hatten vor vielen Jahren, als wir noch TWS waren, einen Spannungskonstanter installiert, der eine gleichmäßige Spannung erzeugt. Das hat lange funktioniert, jetzt geht es nicht mehr, wenn immer neue Geräte im Hof angeschlossen werden“, sagt Utz Rosenow. Das Nachlassen elektrischer Spannung bemerke man unter anderem daran, dass das Licht dunkler werde. Das neue Kabel werde von der Wohnsiedlung Lauchhau aus zum Katzenbacher Hof verlegt: „Es muss ein dickes Aluminium- oder Kupferkabel sein.“ Damit der Katzenbacher Hof die lange Wartezeit überbrücken kann, sollen Techniker des Energieversorgers am Spannungskonstanter arbeiten. „Wir werden rauskitzeln, was wir können“, verspricht Rosenow. Damit ist klar: Das Bier im Katzenbacher Hof bleibt wohl kalt.

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