Der Wirbel im Vorfeld war groß, der Beifall im Nachgang noch größer. Am Mittwoch sind die Seniorinnen der Awo-Tanzgruppe auf der Bundesgartenschau in Mannheim aufgetreten. Ohne Sombrero, mit abgespecktem Programm. Erika Schmaltz, die Gründerin der Gruppe, ist auch am Tag danach noch von dem Auftritt und dem Publikum begeistert.
Guten Morgen Frau Schmaltz. Haben Sie gut geschlafen?
Ganz wunderbar. Ich bin früh ins Bett gegangen, und heute Morgen um 5 Uhr war ich wieder wach. Jetzt gehe ich in den Garten, die ersten Erdbeeren ernten.
Wie war denn nun der Auftritt am Mittwoch?
Das war wunderbar. Wahnsinn. Einfach Wahnsinn. Da waren 600 Zuschauer, und mindestens 50 von ihnen waren mit einem Sombrero bekleidet.
Hatten Sie schon einmal so viel Publikum?
Nööö, ach was. Da war eine Stimmung – die Leute haben von Anfang an mitgeklatscht, mitgesungen, mitgemacht. Da hat man so richtig gemerkt: Das Publikum stand auf unserer Seite.
Das klingt nach einem gelungenen Auftritt ...
Oh ja. Der Höhepunkt war: als wir unser Mexiko getanzt haben, als die ersten Takte von Les Humphries zu hören waren, da standen die Leute auf, alle 600. Die schreien, die toben, schwenken ihren Sombrero und rufen Mexiko. Das war so wunderbar, diese Unterstützung vom Publikum. Und fast alle waren Senioren. Ein Programm von Senioren für Senioren.
Haben Sie von den Verantwortlichen der Gartenschau noch etwas gehört?
Nein. Mir wurde nur gesagt, dass jemand von denen im Publikum war, um zuzusehen. Blöd war allerdings, dass die beiden Türen zum Backstage-Bereich geschlossen waren. Da durfte die Presse nicht rein, die uns interviewen wollte. Das hat so gewirkt, als ob wir weggeschlossen sein sollten.
Und es war nicht der letzte Auftritt?
Natürlich nicht. Wir treten jeden Monat einmal auf, das haben wir so ausgemacht. Es war ein tolles Gefühl, auf dieser Bühne zu stehen.
Das Gespräch führte Christian Gottschalk