Bundesliga: VfB gegen BVB Stuttgart schlägt Borussia Dortmund

Christian Gentner gegen Mario Götze. Foto: AFP 15 Bilder
Christian Gentner gegen Mario Götze. Foto: AFP

Borussia Dortmund schwächelt in der Bundesliga weiter. Vier Tage vor dem Champions-League-Duell mit Tottenham Hotspur verliert der BVB beim Aufsteiger VfB Stuttgart. Kapitän Marcel Schmelzer rüttelt die Mannschaft auf.

Stuttgart - Gellende Pfiffe für die Verlierer, Freudentänze bei den Schwaben-Fans nach dem 500. Heimsieg: Ohne den suspendierten Pierre-Emerick Aubameyang hat Borussia Dortmund auch beim Aufsteiger VfB Stuttgart mit 1:2 (1:1) verloren und wartet nun seit fünf Ligaspielen auf einen Sieg. Chadrac Akolo (5. Minute) und Josip Brekalo (51.) trafen am Freitagabend für die Gastgeber und bescherten ihrem Trainer Hannes Wolf im ersten Duell mit seinem Ex-Club den ersten Erfolg. Der Ausgleich von Maximilian Philipp (45.+3.) nach dem zuvor verschossenen Elfmeter von André Schürrle war zu wenig vor den 58 932 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena.

Der VfB bleibt durch den Sieg in diesem Jahr ungeschlagen und kletterte zumindest bis Samstag auf Rang elf der Fußball-Bundesliga. Dortmund dagegen droht vor dem Heimspiel in der Champions League gegen Tottenham Hotspur am Dienstag sogar aus den Top 4 zu rutschen.

VfB-Kapitän Christian Gentner war darüber besonders glücklich. „Der Sieg macht mein Comeback umso schöner“, sagte er - und glaubt fest an den Klassenerhalt: „Hier wächst offensichtlich etwas zusammen. Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Das Gegenteil ist bei den Dortmundern der Fall. „Stuttgart hat sehr abgezockt unsere individuellen Fehler ausgenutzt“, beklagte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer. „Wir müssen jetzt gemeinsam versuchen, da rauszukommen.“

Feierabendverkehr bremst Zuschauer aus

Wegen des Stuttgarter Feierabendverkehrs waren noch gar nicht alle Zuschauer im Stadion angekommen, da stand es bereits 1:0 für die Gastgeber. Ein haarsträubendes Missverständnis zwischen Marc Bartra und BVB-Torwart Roman Bürki nutzte Chadrac Akolo zu seinem vierten Saisontor. Die Kritik am Schweizer Nationalkeeper dürfte nach dem Fehler wieder zunehmen. Nur wenige Sekunden nach dem Anstoß hatte der Kongolese sogar das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte nach einem erneuten Fehler in der Dortmunder Defensive diesmal aber an Bürki.

Nach dem Fehlstart stabilisierten sich die zuletzt kriselnden Gäste mit ihrer neuformierten Offensive und kamen selbst zu ersten guten Szenen. Andrej Jarmolenko, Maximilian Philipp und Weltmeister André Schürrle waren im 4-3-3 die erste Angriffsreihe - Topstürmer Pierre-Emerick Aubameyang fehlte wegen seiner Suspendierung. „Das war eine disziplinarische Maßnahme, und das musste sein. Ich nehme das nicht persönlich, das ist auch nicht wichtig für mich, sondern für die Mannschaft“, hatte Bosz die Strafe für Aubameyang vor dem Anpfiff im Eurosport-Interview begründet.

Schürrle scheitert mit Handelfmeter

Für Schürrle war es der erst zweite Bundesliga-Einsatz der Saison, außer einem ersten Versuch noch vor dem 0:1 gelang ihm aber kaum etwas. Tiefpunkt für den Stürmer: Er scheiterte Sekunden vor der Halbzeit mit einem Handelfmeter an Ron-Robert Zieler - für den VfB-Keeper war es der erste abgewehrte Bundesliga-Elfmeter nach 21 erfolglosen Versuchen. Im Nachschuss verwandelte Philipp zum verdienten Ausgleich.

Stuttgart war nach der Führung dagegen nicht in der Lage, das ideenlose Spiel der Gäste zu nutzen und weitere eigene Chancen zu erarbeiten. Gentner wählte bei seinem Comeback an der Seite des erneut starken Santiago Ascacíbar nach zwei Monaten Verletzungspause zu oft einen Sicherheitspass nach hinten. Daniel Ginczek bekam als einzige Spitze bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung unmittelbar vor der Halbzeit zu wenig gute Zuspiele. Er berichtete nach der Partie von Problemen an den Adduktoren. Eine genaue Diagnose soll eine für Samstag angesetzte Untersuchung bringen.

Beim 2:1 ließ sich die Dortmunder Abwehr wieder einmal von einem langen Ball überrumpeln. Nach dem Zuspiel von Berkay Özcan tunnelte der eingewechselte Josip Brekalo Bürki aus elf Metern. Takuma Asano (64./80.) und Özcan (71.) vergaben Riesenchancen zum 3:1. Auf der Gegenseite scheiterte Schürrle an Zieler (73.).

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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