Burger King Yi-Ko-Chef ordnet Schließung aller Filialen an

Von Thomas Magenheim 

Experten rechnen mit einer baldigen Insolvenz des größten Franchisenehmers der Imbisskette in Deutschland. Rund 3000 Beschäftigte aus den 89 betroffenen Filialen bangen um ihre Arbeitsplätze.

Keine Whopper mehr in dieser Filiale: Ein Schild im Fenster eines Kölner Burger-King-Restaurants unterrichtet die Kunden darüber, dass dieses Geschäft geschlossen ist. Wie es mit den Mitarbeitern weitergeht, ist noch unklar. Foto: dpa
Keine Whopper mehr in dieser Filiale: Ein Schild im Fenster eines Kölner Burger-King-Restaurants unterrichtet die Kunden darüber, dass dieses Geschäft geschlossen ist. Wie es mit den Mitarbeitern weitergeht, ist noch unklar. Foto: dpa

München - Der größte deutsche Geschäftspartner der Schnellrestaurantkette Burger King, die Yi-Ko-Holding, steuert auf die Pleite zu. Mindestens 40 der 89 von Yi-Ko betriebenen Burger-King-Filialen seien bis Montagnachmittag bereits geschlossen gewesen, sagte der Gastronomie-Experte Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG). Der Rest dürfte zeitnah folgen, dazu hat Yi-Ko-Geschäftsführer Dieter Stummel die Filialleiter in einem Schreiben aufgefordert, das der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vorliegt: „Bitte alle eventuell noch offenen Restaurants schließen/geschlossen halten“, heißt es darin.

In den betroffenen Restaurants sind rund 3000 Mitarbeiter beschäftigt. Vorige Woche hatte Burger King seinem wichtigsten Franchisenehmer in Deutschland fristlos gekündigt und die Belieferung mit Ware eingestellt, weil dieser wiederholt gegen Arbeitnehmerrechte verstoßen hatte. Zudem sind in den von Yi-Ko betriebenen Filialen Hygienemängel ruchbar geworden. Vergangenen Freitag hatte der Münchner Ableger der Fastfood-Kette beim Landgericht München per einstweiliger Verfügung auch noch dafür gesorgt, dass Yi-Ko in seinen 89 Filialen alle Gegenstände bis hin zu Bechern und Arbeitskleidung mit dem Firmenlogo von Burger King verschwinden lassen muss.

Frühestens nächste Woche wird über den Fall verhandelt

Dagegen hat Yi-Ko zwar mittlerweile Widerspruch eingelegt, bestätigte eine Sprecherin des zuständigen Landgerichts. Vor nächster Woche werde aber voraussichtlich nicht darüber verhandelt. Bis dahin könnte es für Yi-Ko schon zu spät sein. Der Franchisenehmer muss auf eigene Rechnung Pachten für Filialen und Löhne für das Personal weiterzahlen, obwohl das Geschäft zum Erliegen kommt. Yi-Ko ist die Existenzgrundlage entzogen, betont der Fachanwalt für Insolvenzrecht Andrew Seidl. Eine Pleite sei unausweichlich. Ähnlich sieht es auch der NGG-Experte Zeitler.

Wenn es nicht gelinge, geschlossene Filialen schnell wieder zu öffnen, wäre eine Insolvenz unvermeidbar, hat auch Yi-Ko-Geschäftsführer Stummel in einem Interview eingeräumt. Seine Filialen lässt er schließen, um eine Vollstreckung wegen der von Burger King erreichten einstweiligen Verfügung zu vermeiden und Chancen auf eine Wiedereröffnung nicht zu verspielen. Die sind allerdings minimal.

Alle Arbeitsverträge laufen über die Yi-Ko-Holding

Burger King sucht für die 89 bisherigen Yi-Ko-Filialen bereits neue Franchisenehmer, sagte eine Konzernsprecherin. „Wir hoffen, dass die Restaurants und ihre Teams zukünftig unter neuer Eigentümer- und Managementstruktur ihre Arbeit wieder aufnehmen können“, teilte die Sprecherin der Kette mit. Die Situation sei aber sehr komplex, denn die Mietverträge für die 89 Filialen hat Yi-Ko abgeschlossen. Über die Holding der beiden Geschäftspartner Ergün Yildiz und Alexander Kolobov laufen auch alle Arbeitsverträge. Burger King könnte also nur mit deren Zustimmung die bestehenden Filialen mit zugehörigem Personal weiterführen lassen. Einigen sich Yi-Ko und Burger King nicht, droht ein langer Rechtsstreit. Burger King müsse ein hohes Interesse an einer schnellen Lösung für die 89 Filialen haben, sagt Insolvenz-Fachanwalt Seidl. Eine Insolvenz bietet nach seiner Einschätzung eine gute Chance, Stellen und Standorte zu retten. Löhne und Gehälter wären dann per Insolvenzgeld für bis zu drei Monate gesichert. Das Personal in den Yi-Ko-Filialen bereitet sich schon auf einen solchen Fall vor. In einigen Restaurants wurden bereits Versammlungen abgehalten, um die Betroffenen über ihre Rechte bei einer Insolvenz zu informieren.

Burger King sei in einem solchen Fall in der Pflicht, eine faire Lösung für die rund 3000 Beschäftigten zu finden, mahnen Gewerkschafter der NGG an. Auch die übrigen rund 600 Burger-King-Restaurants in Deutschland, die von anderen Franchise-Partnern betrieben werden, würden unter den negativen Schlagzeilen leiden.