Mit viel nackter Haut, aber auch Comedy, Artistik und Drag läutet die Stuttgart Burlesque Revue das letzte Wochenende des Leonpalooza ein und verzaubert das Publikum.
Viele Plätze bleiben leer
Die Stuttgart Burlesque Revue ist schon Stammgast auf dem Festival, in diesem Jahr ist sie bereits zum vierten Mal dabei. Eines ist dabei ungewöhnlich: Waren die Shows sonst stets ausverkauft, bleiben dieses Mal viele Sitze leer. Auch wenn Drag-Künstler und Moderator Dean DeVille immer wieder scherzhaft von 900 Gästen spricht, finden sich tatsächlich nur etwa 400 Personen auf dem Festivalgelände ein, das eigentlich für die doppelte Teilnehmerzahl bestuhlt ist.
Die anwesenden Zuschauer bejubeln dafür umso engagierter die Künstlerinnen, die sich mit verführerischen Bewegungen nach und nach entblößen. Mit plumper Erotik hat Burlesque aber nichts zu tun. Bei der Kunstform, die Anfang des 20. Jahrhunderts entstand und heutzutage ihre Wiederkehr feiert, steht das stilvolle Entkleiden in aufwendigen Choreografien im Vordergrund. Ganz nackt sind die Tänzerinnen nie.
Der Handschuh wird zum erotischen Erlebnis
Die Kunst, das Publikum in Leonberg zu reizen, versteht auch die Stuttgarter Künstlerin Raunchy Rita. In einer Hommage an die klassische Burlesque-Welt tritt sie mit viel Federschmuck zu Dinah Washingtons „Destination Moon“ auf. Schon das Ausziehen ihrer Handschuhe verwandelt sie dabei in ein kokettes, erotisches Erlebnis, das das Publikum zum Jubeln bringt.
Die Zuschauer applaudieren ausgiebig für die unterschiedlichen Arten des Entblätterns, die an diesem Abend vorgeführt werden. Mal wird mit Luftballons in Form von Brüsten gespielt, mal schält sich die Stuttgarter Burlesque-Größe Fanny di Favola zu Country-Musik aus dem Cowgirl-Outfit.
Eine Feier der Weiblichkeit
„Das ist sexy, aber mit Niveau“, sagt eine der Zuschauerinnen über die Show. Sie sei schon letztes Jahr bei der Stuttgart Burlesque Revue auf dem Leonpalooza gewesen, auch jetzt konnte sie die Show überzeugen.
Nadine Appenzeller, ebenfalls im Publikum, war schon öfter bei Burlesque Shows. „Dieses Feiern der Weiblichkeit ist besonders toll. Und dass die Frauen sich so selbstbewusst mit ihrem Körper präsentieren“, erklärt sie ihre Begeisterung für die Kunstform.
Auch Drag und Artistik überzeugen
Aber auch die Artistik-Darbietungen überzeugen das Publikum in Leonberg. Unter anderem heimst Pole-Dance-Künstlerin Lord Annanass für ihre Kunststücke zu einer mit elektronischen Beats aufgepeppten Version von „Für Elise“ reichlich Applaus ein. Besonders viele begeistert auch Dragqueen Pasta Parisa, die „bärtigste Dragqueen in München“, wie Dean DeVille augenzwinkernd verrät. In extravaganten Kostümen tanzt die Dragqueen voller Energie zu Popsongs wie „Rain on Me“ von Lady Gaga und reißt dabei die Zuschauer mit.
Sehr gut kommt auch die Moderation von Dean DeVille an. Herzhaft lacht das Publikum über die charmanten Sprüche und Witze der Dragqueen, die zwischen den Auftritten die Stimmung gekonnt am Laufen hält.
Als DeVille am Ende des Abends fragt, ob das Publikum nächstes Mal wieder kommen wird, spricht der laute Applaus Bände.