BW von oben Alte B 14 Der Rückbau wird jetzt endlich wahr

Noch immer fahren rund 8000 Fahrzeuge am Tag durch die Innenstadt. Foto: Gottfried Stoppel

Mit der Umgestaltung der alten B 14 erfüllt sich für Winnenden ein lang gehegter Traum. Doch bis dieser endlich Wirklichkeit wird, dauert es noch etwas – und die Anwohner brauchen nochmals Geduld.

Im Jahr 2009, als die lang ersehnte Ortsumfahrung nach mehreren Baujahren endlich in Betrieb genommen wurde, da haben wohl viele Winnender geglaubt, die Tage der vierspurigen Schneise durch die Stadt seien jetzt gezählt. Doch diese Hoffnung wurde enttäuscht. Bis heute ist die alte B 14 so geblieben, wie sie war – mit dem Unterschied, dass heute noch etwa 8000 Autos am Tag rollen, wo einst dreimal so viele unterwegs waren. Erst jetzt ist es so weit: Am 13. Juli soll der endgültige Rückbau endlich beginnen.

 

Ein neuer Radweg entlang der Ortsdurchfahrt kommt hinzu

Dann wird die vierspurige Fahrbahn zweispurig, mit Linksabbiegestreifen und dazwischen viel Grün gestaltet. Dafür werden die Gehwege deutlich breiter – und es kommt ein durchgehender Radstreifen entlang der Ortsdurchfahrt dazu. Eine solche Verbindung über die Waiblinger Straße und Ringstraße hatte bisher gefehlt. Außerdem sollen rund 61 Laubbäume gepflanzt werden, um Radfahrern und Fußgängern künftig Schatten zu spenden.

Doch bis der Traum von der begrünten und beruhigten Straße tatsächlich in Erfüllung geht, wird es dauern. Erst wird die dem Krankenhaus zugewandte Seite zurückgebaut und der Verkehr – wie Peter Bulling, der für Tief- und Straßenbau zuständig ist, sagt – auf die linke Seite „verschwenkt“. Dann kommt die andere Seite dran. Für den Abschnitt zwischen Rewe und Lidl rechnet Bulling mit einem Jahr Bauzeit. Und der folgende Abschnitt bis zur Leutenbacher Straße werde dann etwa noch einmal ein Dreivierteljahr in Anspruch nehmen, schätzt er. Nach den Sommerferien 2024 sollen die Arbeiten dann abgeschlossen werden.

Die Übertragung der Straße an die Stadt hat zwei Jahre gedauert

Warum es so lange gedauert hat, bis nach dem Bau der Umgehungsstraße endlich zur Tat geschritten wird? Zunächst einmal habe die Straße vom Bund an die Stadt zurückübertragen werden müssen, sagt Bulling. Allein das habe zwei Jahre gedauert. Dann habe man das Planungsbüro Karajan in Stuttgart mit der Neugestaltung beauftragt – und man habe zunächst einmal Ideen für den einmaligen Umbau gesammelt. Dass man die Chance nutzen wollte, auch gleich Kabel für die Breitbandversorgung zu verlegen, einen neuen Kanal zu bauen sowie marode Wasserleitungen zu sanieren, habe für erheblichen Abstimmungsbedarf gesorgt – und ebenfalls noch einmal Zeit gekostet. „Das ist alles ziemlich komplex geworden“, sagt Bulling.

Dafür steht die Planung jetzt bis ins letzte Detail. Die Tankstellen werde man die ganze Zeit anfahren können, verspricht Peter Bulling. Auch für die Anwohner der Waiblinger Straße soll die Bauzeit so wenig beschwerlich wie möglich sein. Unter anderem werde man dabei behilflich sein, die Mülltonnen zu leeren. Dennoch werde es auch ein paar Tage geben, an denen Anwohner ihre Häuser nur zu Fuß erreichen könnten, nicht jedoch mit dem Auto, sagt er. Dass die Straße von den Häusern wegrückt und obendrein zwei Blitzer installiert werden, dürfte ihnen diese Mühsal wert sein.

Mit den Blitzern will die Stadt die Rennen verhindern, die es früher manchmal auf der Waiblinger Straße gegeben hat. Die Anwohner können also darauf hoffen, dass es künftig deutlich leiser sein wird als bisher. Weniger Lärm, mehr Aufenthaltsqualität – das ist aus Peter Bullings Sicht das Hauptziel des aufwendigen Umbaus.

Zwei Blitzer sollen Raser-Rennen verhindern

Das mag unspektakulär klingen – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Verbesserung der Aufenthaltsqualität die Stadt 7,66 Millionen Euro kostet. Eine knappe Million Euro muss man dabei allerdings herausrechnen, weil die Verlegung der Wasserleitungen 920 000 Euro kostet. Vom Land kommen außerdem Fördergelder für die Schaffung des Radweges, der auch ins Landesradwegenetz aufgenommen wird. Netto bleiben also weniger Kosten. Ruft man sich in Erinnerung, welche Belastungen es in den Jahren vor 2009 gegeben hatte, dass die Bundesstraße einst mitten durch den Ort führte, lässt das die angestrebte Aufenthaltsqualität in einem ganz anderen Licht erscheinen.

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