Café in Echterdingen Hier kann man Kaffee und Pflanzen kaufen

Von Eileen Breuer 

Neben Heißgetränken verkauft ein Café in Leinfelden-Echterdingen nun auch Pflanzen. Damit bedienen die Macher einen Trend.

Nicolas Krischker (l.) und Hüseyin Kahraman vom Mela Kaffee & Garden wollen mit viel Grün den Süden nach Echterdingen transportieren. Foto: Eileen Breuer
Nicolas Krischker (l.) und Hüseyin Kahraman vom Mela Kaffee & Garden wollen mit viel Grün den Süden nach Echterdingen transportieren. Foto: Eileen Breuer

Echterdingen - Die Stahltür, die den Dschungel vom Straßenverkehr trennt, fällt an der Hauptstraße in Echterdingen auf. Eine Straßenkünstlerin hat die Wand unter anderem mit einer Kaffeepflanze verziert – ein Sinnbild für das Mela Kaffee and Garden. Seit Juni können die Kunden hier nicht nur Heißgetränke für unterwegs mitnehmen. Auch für den eigenen Garten werden sie fündig. Im Innenhof neben dem Kaffeeshop versteckt sich nämlich ein urbaner Dschungel.

Wer den Hof betritt, schreitet unter einer Weinrebe durch. Platz nehmen können die Kunden unter freiem Himmel zwischen Olivenbäumen, auch ein Hibiskus blüht im Innenhof.

„Wir haben den Hof gesehen und gesagt: Da muss etwas Grünes rein, um den Urlaubsflair in den Innenhof zu holen“, sagt Nicolas Krischker vom Mela. Mit den Pflanzen wollen die Betreiber ihren Kunden eine Auszeit vom Alltagsstress ermöglichen. Hüseyin Kahraman, Betreiber des Cafés, beobachtet, dass dies der Fall ist: „Wenn unsere Kunden angespannt von einem Meeting kommen, gehen sie positiv gestimmt wieder raus.“

Dekoration für zu Hause kaufen

Mit dem grünen Flair wollen die beiden ein Stück weit eine Botschaft loswerden. Sie setzen nämlich auf Nachhaltigkeit, sagen sie. Die Kaffeebohnen beziehen Krischker und Kahraman direkt von den Erzeugern aus Honduras, für Essen und Trinken zum Mitnehmen stehen nachhaltige Alternativen zur Verfügung.

Wem die botanische Dekoration gefällt, der kann sie für zu Hause einpacken lassen. Darüber freuen sich vor allem ältere Kunden aus der näheren Umgebung, die den Weg zum Baumarkt nicht auf sich nehmen wollen, erzählt Kahraman. Er selbst gärtnert aus Leidenschaft: „Vom Rasen bis zur Kirschlorbeere hatte ich schon alles im Garten – sogar einen Bananenbaum. Für andere ist Gartenarbeit eine Qual, für mich ist das ein Ausgleich.“ Auch Krischker behauptet von sich, einen grünen Daumen zu haben – den setzt er vor allem auf seinem Balkon ein. Obwohl beide keine ausgebildeten Gärtner sind, verkaufen sie die Pflanzen.

Trend hin zu Zimmerpflanzen

Damit liegen sie im Trend hin zu Zimmerpflanzen in Deutschland. So stieg der Umsatz mit diesen laut Jahresbericht des Zentralverbandes Gartenbau 2019 seit dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf 0,5 Milliarden Euro an. Krischker versteht, warum die Leute sich ihr Zuhause mit Pflanzen vollstellen: „Das Leben wird immer schneller und hektischer. Nicht jeder hat die Möglichkeit, einen Garten anzumieten. Wenn man mitten in der Stadt wohnt, holt man sich das Grün in die Wohnung.“ Vor allem die kleinen Modelle der mediterranen Bäume seien bisher gut weggegangen.

Im Winter dagegen wird der Umsatz mit den sommerlichen Pflanzen einbrechen, schätzen sie. Für die kalten Monate haben sich die Café-Betreiber schon Alternativideen überlegt, sagt Kahraman. Möglicherweise finden sich dann im Dezember im Innenhof Weihnachtsbäume.




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