Carl Verheyen bei Jazz Open Was Zappa mit Supertramp verbindet
Der illustre Session-Gitarrist Carl Verheyen hat im Jazzclub Bix kalifornische Sonne verströmt – mit einem nicht minder illustren Kollegen am Schlagzeug.
Der illustre Session-Gitarrist Carl Verheyen hat im Jazzclub Bix kalifornische Sonne verströmt – mit einem nicht minder illustren Kollegen am Schlagzeug.
Er hat schon Gitarrenlehrbücher veröffentlich, und das hört man: Der langjährige Supertramp-Gitarrist Carl Verheyen spielt aus dem Handgelenk satte Funk-Riffs, den Blues und elegante Fusion-Licks. Vor allem aber gibt er bei seinem Jazz Open-Konzert im Stuttgarter Jazzclub Bix den kalifornischen Sonnenschein, dem die Melancholie nie fern ist: Die Seelenverwandtschaft zu Jackson Browne ist unverkennbar.
Verheyen hat auch eine veritable Gesangsstimme, mit der er unter anderem den Supertramp-Klassiker „Take the Long Way Home” intoniert sowie gleich zwei Bob Dylan-Evergreens: „My Back Pages“ und „The Times They Are a-Changin‘“ – beide präsentiert er mit einer erstaunlichen Frische, als wären sie nicht schon millionenfach gespielt worden.
Verheyen, aufgewachsen westlich von Los Angeles in Santa Monica, hat einen illustren Landsmann mitgebracht: Am Schlagzeug sitzt Chad Wackerman, aufgewachsen südlich von Los Angeles in Seal Beach und in den 80er Jahren eine zeitlang Schlagzeuger in der Band von Frank Zappa. Mit dem Punch eines Rockdrummers bearbeitet er ideenreich sein Instrument, den Groove immer fest im Blick.
Zu diesem Westcoast-Duo gesellen sich der schottische Bassist Alan Thompson, eine knarzende Bank, und der italienische Keyboarder Marco Corcione, vielleicht die größte Überraschung des Abends: Wie er mit Hammond-Orgel-Sounds und am Flügel mit Dynamik und Tempo spielt, ist sensationell – auf der Liste der besten Solisten dieses Festivals müsste er ganz oben dabei sein.
Als Zugabe spielt Verheyen ein technisch höchst anspruchsvolles Picking-Medley in dem unter anderem der Beatles-Hit „All You Need is Love“ aufscheint – die Botschaft wird jeden Tag wahrer in einer Welt, die völlig aus den Fugen zu geraten droht. Da wirkt kalifornische Sonne Wunder, wenn sie in Musik verpackt das Gemüt mit neuer Hoffnung flutet.