Castingshow Ein Christ will „the Voice of Germany“ werden

Von  

Vinzeno Iuzzolini, 23, aus Kernen-Rommelshausen im Remstal stellt sich am Sonntag bei der Castingshow den Juroren.

Vincenzo Iuzzolini Foto: Pro 7/Sat 1/Richard Hübner
Vincenzo Iuzzolini Foto: Pro 7/Sat 1/Richard Hübner

Kernen - Vincenzo Iuzzolini wird am Sonntagabend entspannt daheim in Rommelshausen auf der Couch sitzen und sich selbst zuschauen. Auch Mama Antonietta, deren Lebensgefährte Reinhold, seine Verlobte Julia, seine zukünftige Schwiegermutter sowie Schwester Debora werden sich vor dem Fernseher versammeln. Denn der 23-Jährige ist in der ersten Runde, den sogenannten Blind Auditions, bei der Castingshow „The Voice of Germany“ zu sehen und zu hören.

Aufgezeichnet wurde die Fernsehshow schon im Sommer – und er und die anderen, die ihn zur Aufzeichnung nach Berlin begleitet haben, wissen, wie es ausgegangen ist. Nicht verraten wird im Vorfeld, ob mindestens einer der Coaches im roten Drehstuhl – die Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld, Samu Haber, der Frontmann von Sunrise Avenue, Andreas Bourani sowie Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier – für ihn auf den Buzzer gehauen hat.

Sein kleines Zimmer in der Wohnung der Mutter steckt voller Musik. E-Klavier, Gitarren, Computer, Soundkarte, Boxen und Mikrofon sind Teile seines „Low-Budget-Homestudios“, wie er es nennt. Hier singt Vincenzo Iuzzolini eigene Songs ein und covert Hits seiner Lieblingsbands, die er regelmäßig unter dem Markennamen „Vince Music“ als Videos auf die Onlineplattform YouTube stellt. Für seine Verlobte Julia hat er einen Song geschrieben und in seinem Kanal veröffentlicht, und seine Coverversion von Sarah Connors Hit „Wie schön Du bist“ wurde mehr als 64 000 mal angeklickt. Bei der Sendung, die Insider kurz und knapp TVOG nennen, hat Vincenzo Iuzzolini „Wenn Du lachst“ von Kuult für ein Millionenpublikum in die Kamera gesungen.

Die erste Runde fand bereits im Frühjahr statt

Das Casting in Köln im Frühjahr, bei dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Kandidaten für die erste Runde von „The Voice“ ausgewählt wurden, überstand Vincenzo Iuzzolini. Am Sonntag nun kann ganz Deutschland sehen, wie sich der junge Mann aus Rommelshausen in der ersten Runde der Castingshow schlägt. Das musikalische Talent habe er wohl von seinem verstorbenen Vater geerbt, sagt der junge Mann aus Rommelshausen. Berühmt zu werden sei aber nicht sein Ziel. Er sei vielmehr auf der Suche nach einer Herausforderung und nach einer Bestätigung gewesen. „Ich wollte wissen, wo meine musikalischen Fähigkeiten liegen, und ob meine Musik für die breite Masse etwas taugt.“

Offensichtlich tut sie das. Denn Mitarbeiter von „The Voice of Germany“ wurden im Internet auf ihn und seinen Musikkanal aufmerksam. „Ich habe mich nicht selbst beworben, sondern eines Tages eine E-Mail bekommen mit der Anfrage, ob ich nicht bei der Show mitmachen will, das sei doch eine große Chance für mich.“ Iuzzolini musste nicht lange überlegen. Dabei hatte er erst vor zweieinhalb Jahren begonnen, mit seiner Stimme zu arbeiten, die emotional und authentisch ist. Zuvor hatte er sich – überwiegend autodidaktisch wie auch das Singen – das Klavier- und Gitarrenspiel beigebracht.

Musik ist für den Betriebselektriker bei einem großen Energieunternehmen in Stuttgart zwar keine berufliche Option, aber eine Berufung und seit vielen Jahren wichtiger Bestandteil seines Lebens. Regelmäßig tritt der gläubige Christ bei Veranstaltungen der Missionsgemeinde Endersbach mit einer Band auf. Auch in der Christusgemeinde in Fellbach war der „Römer“ mit italienischen Wurzeln schon oft zu hören, und auf seinem Youtube-Kanal bekennt er sich in dem Song „Das glaube ich“ öffentlich zu seinem Christentum. „Ich bin ohne Erwartungen zur The Voice gefahren, mir geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Ich will kein Profi-Musiker werden, aber ich werde weiterhin meinen Youtube-Kanal bedienen, auf Taufen und auf Hochzeiten singen“, sagt Vincenzo Iuzzolini.




Veranstaltungen