„Charlie Hebdo“-Kundgebung in Stuttgart Ein Zeichen für die Opfer des Terrors

Am Stuttgarter Rathaus ist ein Banner mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ gehisst worden. Es soll bis Montag hängen bleiben. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 22 Bilder
Am Stuttgarter Rathaus ist ein Banner mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ gehisst worden. Es soll bis Montag hängen bleiben. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Rund 400 Menschen haben sich am Donnerstagabend auf dem Schlossplatz eingefunden, um der Opfer des Terroranschlags auf „Charlie Hebdo“ zu gedenken. Zuvor hatten sich Ministerpräsident Kretschmann, OB Kuhn und zahlreiche Bürger in das Kondolenzbuch eingetragen.

Stuttgart und Region: Julia Bosch (jub)
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Stuttgart - Der Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten hat auch in Stuttgart eine Welle der Bestürzung ausgelöst. Am Donnerstagabend trafen sich rund 400 Menschen auf dem Schlossplatz, um bei einer Mahnwache ihre Solidarität mit den Opfern des Anschlags zu bekunden.

Organisiert wurde das Treffen von Isabelle B., einer 23 Jahre alten Französin, die mittlerweile im Raum Stuttgart arbeitet und ihren vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Ursprünglich kommt Isabelle B. aus Reims, wo sich die zwei Terroristen am Donnerstag versteckt haben sollen. „Bereits am Mittwochabend gab es ein organisiertes Treffen am Schlossplatz, bei dem allerdings nur etwa 20 Menschen anwesend waren“, sagt Isabelle B. „Das konnte ich so nicht hinnehmen.“

Die junge Frau erstellte mit einigen Freunden eine Facebook-Seite für die Gedenkveranstaltung am Donnerstagabend, und schon vor Veranstaltungsbeginn hatten über 400 Menschen für die Mahnwache zugesagt. „Unser Ziel ist es, ,Charlie Hebdo‘ und die Angehörigen der Opfer in diesen schweren Stunden zu unterstützen“, sagt Isabelle B. „Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, für die Redefreiheit auf die Straße zu gehen – und für den Frieden in Frankreich und auf der ganzen Welt.“

Stilles Gedenken ohne öffentliche Reden

Öffentliche Reden gab es nicht, vielmehr sollte das stille Gedenken im Vordergrund stehen. Mit Kerzen wurde der Schriftzug „Je suis Charlie“ auf dem Schlossplatz gebildet, zahlreiche Karikaturen des Satiremagazins waren ausgelegt. Viele brachten Schilder mit, auf denen „Je suis Charlie“ stand, um sich mit der Redaktion des Satiremagazins zu solidarisieren.

Auch im französischen Generalkonsulat und im Institut français wurde der Opfer gedacht. Für 18 Uhr hatte der Generalkonsul Nicolas Eybalin zu einer öffentlichen Schweigeminute in das Institut an der Schlossstraße eingeladen. Dicht gedrängt standen die Menschen im Foyer, um sich in das ausgelegte Kondolenzbuch einzutragen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Oberbürgermeister Fritz Kuhn drückten ihre Anteilnahme aus. „Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer und dem ganzen französischen Volk und sind doch gewiss: Die Freiheit wird obsiegen“, schrieb OB Kuhn.

Der Banner „Je suis Charlie“ am Rathaus bleibt bis Montag

Winfried Kretschmann betonte außerdem: „Gerade jetzt ist es wichtig, dass klar unterschieden wird zwischen Islam und Terror.“ Der Oberbürgermeister ergänzte: „Ich habe lange nicht mehr eine so große Solidarität und ein solches Mitgefühl erlebt.“ Generalkonsul Nicolas Eybalin bedankte sich für die Anteilnahme. „Die Verbundenheit zwischen Deutschland und Frankreich berührt mich zutiefst.“

Am Nachmittag war am Stuttgarter Rathaus ein Banner gehisst worden, auf dem die „Je suis Charlie“ geschrieben steht. Das Banner soll bis am Montag dort hängen bleiben. All dies geschah unter verschärften Sicherheitsverkehrungen. Rund um den Schlossplatz und um das Institut francais war die Polizei präsent.




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