Chemnitzer FC Trauerbekundung für Rechtsradikalen? Verein weist Kritik zurück

Von red/SID 

Der Regionalligist Chemnitzer FC steht schwer in der Kritik. Der Verein hat vor einem Spiel seinen Fans Raum geschaffen, um einen Toten zu betrauern. Dabei soll es sich um einen mutmaßlich Rechtsradikalen handeln.

Die Fans des Chemnizter FC (hier in Großaspach) gedachten einem mutmaßlich Rechtsradikalen. Foto: Pressefoto Baumann
Die Fans des Chemnizter FC (hier in Großaspach) gedachten einem mutmaßlich Rechtsradikalen. Foto: Pressefoto Baumann

Chemnitz - Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC hat Medienberichte über die Trauerbekundung am Samstag für den mutmaßlich Rechtsradikalen Thomas H. beim Spiel gegen VSG Altglienicke (4:4) zurückgewiesen. Dies hatte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtet. „Entgegen der Berichterstattung des MDR war dies keine offizielle Trauerbekundung“, schrieb der CFC auf seiner Homepage: „Die Ermöglichung der gemeinsamen Trauer stellt keine Würdigung des Lebensinhalts des Verstorbenen dar. Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen, die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen.“

Pyro-Show für Verstorbenen

Dies sei in Übereinstimmung mit Abwägungen, die von den Sicherheitsbehörden getroffen worden waren, geschehen. Laut MDR sei auf der Videotafel des Stadions ein Porträt von Thomas H. eingeblendet worden. Dieser war vergangene Woche gestorben. „Vor dem Spiel gab es zudem eine Schweigeminute, ein schwarzes Kreuz und ein Transparent wurden ausgerollt. Die schwarz gekleideten Fans in der Südkurve zündeten außerdem eine Pyro-Show in Rot und Weiß. In einer Rede wurden die Verdienste Hallers für den Verein gewürdigt“, schrieb der MDR.

Am Sonntag erklärte der kaufmännische Geschäftsführer der Sachsen, Thomas Uhlig (46), seinen Rücktritt. „Um weiteren Schaden vom Chemnitzer FC fernzuhalten, habe ich die Entscheidung getroffen, mit sofortiger Wirkung alle Ämter niederzulegen. In meiner Funktion als kaufmännischer Geschäftsführer und Veranstaltungsleiter trage ich die Verantwortung für die Spieltage des CFC und dessen Begleiterscheinungen“, betonte Uhlig.

Kritik an Stürmer Daniel Frahn

Der Chemnitzer FC hatte zuvor sein Vorgehen gerechtfertigt: „Das Bedürfnis der Menschen nach gemeinsamer Trauer gilt es für uns zu respektieren. In diesem Kontext hat der Stadionsprecher den Hinterbliebenen das Beileid ausgesprochen.“ Hingegen werde der Torjubel von CFC-Stürmer Daniel Frahn „nicht akzeptiert“, so der CFC: „Für Äußerungen dieser Art ist auf dem Fußballplatz kein Raum. Der Chemnitzer FC wird diesen Fall untersuchen und disziplinarische Maßnahmen prüfen.“ Laut MDR sei Frahn nach seinem Tor zur Bank gelaufen und habe dort ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift „Support your local hools“ hochgehalten.