Chinas Außenminister geschasst Neider überstimmen den Schutzpatron

Außenminister Qin Gang hat seinen Job verloren. Foto: dpa/Thomas Peter

Ob Chinas Außenminister ein Verhältnis hatte, ist nicht entscheidend. Wichtig ist eine andere Frage, kommentiert Christian Gottschalk.

Politik/ Baden-Württemberg: Christian Gottschalk (cgo)

Der Hausherr im chinesischen Außenministerium ist nicht mit der gleichen Machtfülle ausgestattet wie seine westlichen Kollegen. Qin Gang hatte nicht nur einen alles beherrschender Präsidenten als Vorgesetzten, sondern auch noch den Außenpolitik-Chef der Partei. Trotzdem war der chinesische Außenminister ein politisches Schwergewicht. Und man muss sich schon die Frage stellen: Was ist das für ein Land, in dem sogar Außenminister spurlos von der Bildfläche verschwinden können, bevor sie entlassen werden?

 

Grabenkämpfe hinter hohen Mauern

Qin Gang hatte wegen seines kometenhaften Aufstieges zahlreiche Neider. Er hatte aber auch mit dem Präsidenten Xi Jinping den bestmöglichen Schutzpatron. Der konnte ihn am Ende nicht mehr halten. Ob es tatsächlich eine private Affäre gewesen ist, die den Außenminister den Job gekostet hat, ist völlig unklar – und auch gar nicht so wichtig. Sehr viel wichtiger ist die Frage, wie es die Kräfte, die sich des Aufsteigers entledigen wollten, geschafft haben, Xi auf ihre Seite zu ziehen. Und ob die Grabenkämpfe, die hinter den Mauern von Zhongnanhai im Hauptquartier der KP stattfinden, auch den Glorienschein des Präsidenten verdunkeln.

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