Chipmangel Lehren aus der Chip-Krise

Wafer stehen am Beginn des Chip-Fertigungsprozesses. Foto: Infineon

Die Autoindustrie leidet massiv unter der Chip-Knappheit. Die Lehre daraus: Ohne exakte Planung des Verbrauchs ist die nächste Halbleiter-Misere wohl nicht zu vermeiden, meint Inge Nowak.

Stuttgart - Moderne Geräte sind gespickt mit Elektronik. Ohne Chips funktionieren weder Kühlschränke noch Waschmaschinen oder Unterhaltungselektronik, ganz zu schweigen von Roboter- und Elektroautos, das Mobilfunknetz 5G, Smartphones oder Industrie 4.0. Vereinfacht lässt es sich auf diese Formel bringen: je moderner, desto mehr Elektronik. Neu ist das nicht.

 

Wer sich mit Technologien beschäftigt, weiß das. Der hohe Bedarf an elektronischen Winzlingen überrascht also nicht. Überraschend ist allerdings, mit welcher Dynamik sich einige Technologien in Zeiten der Pandemie entwickelt haben. Und das gilt nicht zuletzt für Elektroautos, die deutlich mehr Halbleiter benötigen als die herkömmlichen Fahrzeuge. Auch das wissen die Autohersteller.

Hilferuf gen Berlin und Brüssel

Doch es soll nicht um vergangene Fehleinschätzungen gehen, sondern darum, was man aus der aktuellen Notlage lernen kann. Natürlich ist es positiv, dass sich die Politik – namentlich die Bundesregierung und die EU – generell mit den Abhängigkeiten der heimischen Industrie von Zulieferungen beschäftigt. Schließlich haben sich in der Krise Firmen hilfesuchend an Berlin gewandt. Und es ist gut, dass die Politik dafür viel Geld in die Hand nimmt.

Doch dies alleine wird nicht ausreichen, um die nächste Krise zu vermeiden. Die Unternehmen selbst sind gefragt. Sie müssen ihren Bedarf vorausplanen – je genauer, desto besser. Und langfristig sollte es auch sein. Dies ist herausfordernd, keine Frage. Doch dies sind die Vorlaufzeiten in der Chipindustrie: Es braucht bis zu zwei Jahre, bis ein Milliardenprojekt Chipfabrik steht. Und dann dauert es noch einmal bis zu sechs Monaten, bis ein Halbleiter gefertigt ist.

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