ExklusivSindelfingen Chipmangel Weiter Kurzarbeit bei Daimler

Der anhaltende Chipmangel macht Daimler zu schaffen. Foto: dpa/Marijan Murat
Der anhaltende Chipmangel macht Daimler zu schaffen. Foto: dpa/Marijan Murat

In Sindelfingen und weiteren Werken steht die Produktion teilweise still, weil Halbleiter fehlen. Halbfertige Wagen parkt der Autobauer auf einem Flughafengelände.

Wirtschaft: Harry Pretzlaff (hap)
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Stuttgart - Die Produktion in den Auto-Werken von Daimler läuft weiterhin nicht rund, weil elektronische Bauteile fehlen. Auch in der kommenden Woche führt der Chipmangel nach Angaben des Unternehmens in mehreren Werken zu Kurzarbeit. Das Werk Sindelfingen passe die Fahrweise aufgrund des anhaltenden Lieferengpasses am 19. und 20. August an, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Dies werde größtenteils über Kurzarbeit ausgeglichen. Der Stillstand betrifft vor allem die Produktion der E-Klasse von Mercedes-Benz. In der neuen Factory 56, wo die S-Klasse und die elektrische Luxuslimousine EQS hergestellt werden, läuft die Produktion nach Angaben der Sprecherin uneingeschränkt. Die Elektrooffensive habe weiterhin höchste Priorität.

Das Werk in Ungarn steht die vierte Woche still

Auch im Werk Bremen, wo vor allem die C-Klasse von Mercedes-Benz und der Geländewagen GLC vom Band laufen, gibt es in Teilbereichen Kurzarbeit, so die Sprecherin. Das Werk nutze die Zeit für Wartungsarbeiten sowie zur Vorbereitung des Anlaufs neuer Modelle.

Im Werk Rastatt, wo kompakte Modelle wie die A-Klasse hergestellt werden, gibt es Kurzarbeit am 20. August. Das Schwesterwerk im ungarischen Kecskemet, wo die Arbeit schon seit drei Wochen ruht, steht auch in der gesamten nächsten Woche still. Auch dort sollen Wartungsarbeiten durchgeführt und sollen die Anläufe neuer Modelle vorbereitet werden.

Halbfertige Autos werden auf einem Flugplatz geparkt

Der Chipmangel führt dazu, dass der Autobauer zunehmend externe Lagerflächen nutzt, um Wagen zu parken, die nicht fertiggestellt werden können. „Derzeit kommt es an aufgrund des weltweit anhaltenden Lieferengpasses an bestimmten Halbleiterkomponenten zeitweise zu einem erhöhten Aufkommen von zwischengelagerten Fahrzeugen“, bestätigte die Sprecherin. Zu diesen Logistikflächen zähle unter anderem der stillgelegte Flughafen in Ahlhorn bei Bremen.

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