Chris Tall in der Porsche-Arena Nur selten über der Gürtellinie

Von Swantje Kubillus 

Der Comedian Chris Tall lässt sich in der Porsche-Arena feiern. 5000 Fans in der ausverkauften Halle sind begeistert.

Huiii, da staunt ihr! Chris Tall lockt 5000 Besucher in die Porsche-Arena Foto: dpa
Huiii, da staunt ihr! Chris Tall lockt 5000 Besucher in die Porsche-Arena Foto: dpa

Stuttgart - Chris Tall fühlt sich wohl bei den Schwaben. Das hat er oft gesagt am Samstagabend, und man mag es ihm auch glauben. Die Porsche-Arena ist ausverkauft, fünftausend Menschen feiern dort den Shooting Star der deutschen Comedy-Szene und sein mittlerweile drittes Bühnen-Programm „Und jetzt ist Papa dran!“. Nach zweieinhalb Stunden gibt es drei Mal Standing Ovations. Ein Lichtermeer von Handys lässt die Halle erstrahlen und man spürt: der aus Hamburg stammende Tall ist gerührt. So sehr, dass er eine Instagram-Live-Schaltung startet, um dort seinen Fans vom tollen Abend zu berichten. „Mit euch Assis geht das!“ sagt er – meint er damit das Publikum, das wegen ihm aus dem gesamten Umland angereist ist?

Das Talent von Chris Tall ist die scheinbare Improvisation im direkten Gespräch mit dem Publikum. So wirkt er wie der lustige Junge von nebenan, wenn er im Plauderton über seine letzten sieben Dates und die Probleme mit seinem Vater vom Leder zieht. Doch zufällig ist bei dem 27-jährigen Profi nichts. Seit über fünf Jahren ist er im TV-Geschäft. Bei RTL hat er eine eigene Show, weshalb der Abend mitunter zur Dauerwerbeveranstaltung für den Sender mutiert. Über die Schwaben spöttelt er sehr gerne, und stolz erinnert er sich noch an seinen Auftritt in der Rosenau zu Beginn seiner Karriere.

Selten schafft es Chris Tall über die Gürtellinie. Von den zuletzt geäußerten Vorwürfen, Chris Tall sei rassistisch, diskriminierend und würde Pegida Munition liefern, möchte er sich offenbar distanzieren. Wer Rassist sei, so sagt er mehrfach, solle bitte gehen. Über alles und jeden will er sich lustig machen, nicht zuletzt über sich selbst. Er ist ein Narr, hält anderen den Spiegel vor. Manchmal ist das witzig, manchmal total platt. Der Soziologe Peter Berger definierte Komik als Abkehr von der Norm und vom Alltäglichen. Das ist es, was Chris Tall macht. Er reibt sich an der Norm, die er kennt.