Die Lebkuchen waren noch früher dran. Aber dann kommt schon der Christmas Garden. Noch vor der Adventszeit wird er der Wilhelma neue Strahlkraft verleihen. Am 15. November können die ersten Flaneure auf der Suche nach Erleuchtung durch die Wilhelma spazieren.
60 Kilometer Kabel
Gut zwei Kilometer lang ist der Rundweg durch die Wilhelma. 1,5 Millionen Lichtpunkte, 60 Kilometer Kabel für die 27 Installationen, 12 Kilometer Kabel für den Ton sind nötig. Seit einigen Tagen schon wird daran gearbeitet, dass in knapp vier Wochen die Wilhelma ins richtige Licht gesetzt ist.
Das sind die nüchternen Zahlen. Der Lichtdesigner Andreas Boehlke lässt daraus Träume entstehen. Und die Besucher vergessen lassen, wie viel Technik es braucht, um den Zauber zu erschaffen. Deshalb sind die Namen der Installationen sehr poetisch: Da regnen Sterne und Funken, es gibt einen flammenden Farbenrausch, magische Wolken, einen Regenbogen, verzauberte Felsen und einen fabelhaften Zauberwald.
Die Vögel sind noch wach
2018 gab es erstmals einen Christmas Garden in der Wilhelma. 2023 findet die fünfte Auflage statt. Der Lichtzauber gehört mittlerweile zum Inventar der Wilhelma. Nachdem es zu Beginn durchaus Vorbehalte gab, auch der Mitarbeiter. Schadet der Besuch zu ungewohnter Stunde nicht den Tieren? Volker Heß, der stellvertretende Wilhelma-Direktor, versichert, dass die Gäste seinen Schützlingen nicht die Nachtruhe rauben würden. Die Tierhäuser sind geschlossen, die Bewohner schlafen wie die Murmeltiere. Die Pinguine, die Pelikane und die Flamingos sind dagegen noch wach. Und durchaus neugierig. Man werde jetzt auch noch einmal mit den für die Vögel zuständigen Wilhelma-Mitarbeitern und dem Amt für Umweltschutz den Weg abgehen und schauen, ob man die Tiere störe. Doch man habe ja die Erfahrung der Vorjahre, sagt Heß.
Besucher auch im Winter
Die immer positiv war. „Wir beleben die Wilhelma in den Wintermonaten“, sagt Heß, in denen der Andrang ohne Christmas Garden überschaubar ist. Und man erreicht andere Besucher. In die Wilhelma geht man meist, wenn man kleine Kinder hat oder Enkel. In der Lebensphase dazwischen führt der Weg eher selten in den zoologisch-botanischen Garten. Nicht zuletzt sorgen die Besucher des Christmas Garden dafür, dass die Wilhelma ihren Betrieb finanzieren kann. Im Vorjahr kamen 150 000 Menschen.
Export ins Badische
Ein Erfolgskonzept, das 2016 seinen Anfang in Berlin nahm. 2018 kam Stuttgart zeitgleich mit Dresden als zweite Stadt dazu, weil Christian Doll von C2-Concerts den Christmas Garden in die Wilhelma holte. Nunmehr gibt es die Lichterschau in 21 Städten in sechs Ländern. C2-Concerts veranstaltet neben Stuttgart auch den Christmas Garden auf der Mainau und ganz neu in diesem Jahr im Zoo in Karlsruhe. „Überall sieht der Christmas Garden anders aus“, sagt Doll, „aber die Wilhelma ist mit ihrem maurischen Garten ist ein einmaliger und wunderschöner Ort, den wir ins richtige Licht setzen.“
Was kostet der Eintritt?
Der Christmas Garden dauert vom 15. November bis zum 14. Januar. Geöffnet ist von 17 bis 21.30 Uhr. Es gibt verschiedene Einlasszeiten, gestaffelt in 30-Minuten-Abschnitte. Bleiben darf man, solange man möchte. Erwachsene zahlen 20,50 Euro (Kinder zwischen 6 und 14 Jahren sowie Schüler und Studenten 16 Euro).