Rückkehr nach Stuttgart Circus Krone kritisiert Wildtierverbot auf dem Wasen

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Nach 15 Jahren Pause kehrt der Circus Krone auf den Cannstatter Wasen zurück. Das Familien- und Traditionsunternehmen kritisiert das Wildtierverbot auf dem Wasen. Die Tierschützer Peta wiederum geben Contra.

Elefanten sind das Wappentier des Traditionsunternehmens. Auch an dieser Tiernummer entzündet sich Kritik von Peta. Foto: dpa
Elefanten sind das Wappentier des Traditionsunternehmens. Auch an dieser Tiernummer entzündet sich Kritik von Peta. Foto: dpa

Stuttgart - Nach 15 Jahren Pause kommt der Circus Krone zurück nach Stuttgart. Am Donnerstag, 26. Oktober, ist die Premiere auf dem Cannstatter Wasen. Krone gilt als einer der größten Zirkusse Europas, das Zelt fasst 3 400 Plätze. Das Gastspiel dauert bis zum 12. November, anschließend bezieht die Krone-Familie ihr Winterquartier in München. Die Artisten haben über den Winter andere Engagements.

Die Show, die in Stuttgart zu sehen sein wird, heißt „Evolution“ (englisch ausgesprochen). Sie hatte im April 2015 Premiere und wird noch weitere zwei Jahre auf Tour sein. Man wolle die klassischen Zirkusnummern „zeitgemäßer“ präsentieren, erklärte der Pressesprecher Frank J. Keller bei der Vorstellung des Programms im Steigenberger Hotel Graf Zeppelin. Dafür soll das zwölfköpfige Showballett sorgen, das gleichzeitig die Umbaupausen überbrückt.

Der Hauptaspekt des Familienunternehmens liegt aber nach wie vor bei den Tieren. Das seien in erster Linie die Pferde, so Keller, gefolgt von den Wappentieren des Hauses, den Elefanten. Höhepunkt sei die Raubtiernummer von Martin Lacey aus Großbritannien mit insgesamt 23 Löwen und drei Tigern.

Das Wildtierverbot, das wie berichtet von April 2019 an in Stuttgart gelten soll, will man beim Circus Krone bei möglichen weiteren Gastspielen nicht akzeptieren. Wie berichtet wäre das Familienunternehmen auch bereit gegen die Stadt zu klagen.

Das bekräftigte Zirkussprecher nochmals. Keller betonte, dass „das Wildtierverbot dem Grundgesetz, widerspricht, weil es mit der Freiheit der Berufswahl nicht vereinbar ist“. Hier würden „Tierlehrer“ benachteiligt. Sollte die Stadt nicht einwilligen, dann könnte man sich vorstellen, ein Privatgelände zu mieten.

Reitkunst trifft auf Artistik und Clownerie

Dieses Jahr ist das freilich noch kein Thema für die Zirkusdirektorin Jana Lacey-Krone, Ehefrau von Martin Lacey und Tochter der im Juni verstorbenen Christel Sembach-Krone. Sie wird die Pferde aus dem Krone-Marstall präsentieren. Neben der Reitkunst und den Artistiknummern aus aller Welt hat der Humor seinen festen Platz unter der Zeltkuppel. Die aktuelle Produktion beschäftigt gleich drei Clowns: den legendären Fumagalli aus Italien, der die Stuttgarter bereits vier Mal beim Weltweihnachtscircus begeistert hat, seinen Bruder Daris, und den jungen Weißclown Tonito Alexis aus Spanien.

Zum Zirkus gehört auch ein rollender Zoo, der täglich von 10 Uhr an geöffnet ist. Am 29. Oktober findet um 10.30 Uhr eine öffentlich kommentiere Raubtier-Probe statt. Bereits am 14. Oktober wird zum ersten Mal wieder ein Zeppelin auf den Zirkus aufmerksam machen; seine Fahrt ist gleichzeitig eine Hommage an Carl Krone, der schon in den 30er Jahren auf modernes Marketing setzte.

Vor dem Hintergrund des Gastspiels versandte die Tierrechtsorganisation Peta nach eigenen Angaben vergangene Woche Unterrichtsmaterial mit dem Titel „Share The World“ an Grundschulen in Stuttgart und Umgebung. Die Organisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, „denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod“.

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