Corona-Krise Auf den Baustellen geht es gut voran

Von Dirk Herrmann 

Trotz der Krise: In manchen Bereichen geht das Leben in Fellbach weiter wie bisher.

Krise? Nicht  auf der Baustelle der SDK an der Lise-Meitner-Straße, wo gerade in der Grube für eine zweigeschossige Tiefgarage gewerkelt wird. Foto: Patricia Sigerist
Krise? Nicht auf der Baustelle der SDK an der Lise-Meitner-Straße, wo gerade in der Grube für eine zweigeschossige Tiefgarage gewerkelt wird. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Das Leben in Deutschland wird durch die Corona-Pandemie nahezu auf Null heruntergefahren. Kaum offene Geschäfte, Menschen beäugen sich misstrauisch auf den Gehwegen und umkurven sich weiträumig – wenn sie überhaupt noch unterwegs sind. Und auch Fellbach ist im Stillstand, so die Wahrnehmung draußen. Die Menschen arbeiten im Homeoffice, viele sind ohne Arbeit.

Hier wirbelt’s und dröhnt’s ganztägig

Uneingeschränkt stimmt das allerdings nicht. Auf etlichen Baustellen im Stadtgebiet gehen die Arbeiten erkennbar ihren gewohnten Gang, da werkeln die Arbeiter weiter, karren Lastwagenfahrer Erde weg und bringen neues Material, Kranführer- oder Baggerfahrer gehen von morgens bis abends ihrer üblichen Tätigkeit nach. Hören kann man dies beispielsweise, wenn man rund um den Raiffeisenplatz noch zu den wenigen in den Büros Aktiven gehört und bei offenen Fenstern das warnende „Piep, Piep“ der rückwärtskurvenden Lastwagen hört.

Denn ein Baustellen-Hotspot, wenn man so will, befindet sich im Bereich nördlich der Lise-Meitner-Straße, westlich der Fellbacher Straße, südlich der Siemensstraße und östlich des Philipp-Reis-Wegs. Hier wirbelt’s und dröhnt’s ganztägig, wie die Bewohner an der Fellbacher Straße ziemlich hautnah mitbekommen. Gleich drei Baustellen in unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich hier. Da ist zum einen jene mit der tiefen Grube, auf der eines Tages das neue Gebäude der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) stehen wird.

Bei der SDK sind die Verantwortlichen jedenfalls trotz Pandemie zuversichtlich

Direkt daneben entstehen Fundamente für das neue Wohngebiet auf dem einstigen Areal der Baumschule Schönemann – das Gebiet soll nach Fertigstellung „Schönemanns“ heißen. Und als dritter Part sind die Erschließungsarbeiten fürs neue Gewerbegebiet Siemensstraße weit fortgeschritten. Bei der SDK sind die Verantwortlichen jedenfalls trotz Pandemie zuversichtlich: „Derzeit sieht es nach wie vor gut aus mit unserem Zeitplan“, berichtet Karin Ebinger von der Abteilung Vorstandsstab der Krankenversicherung. Doch sie ergänzt: „Nichtsdestotrotz spüren auch wir natürlich stark den Einfluss der Corona-Krise.“ Problematisch seien beispielsweise Stahllieferungen, dazu gebe es generell Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Material und Mitarbeitern. Als Gründe nennt Karin Ebinger behördlich angeordnete Werksschließungen in Frankreich, aber auch weitere Auswirkungen der Krise wie Grenzschließungen.

„Wir sind aktuell nach wie vor im Zeitplan beziehungsweise sogar etwas voraus“, erläutert Ebinger. Möglich sei dies nur dank des „Generalpartners“, wie die SDK es nennt, nämlich des Generalunternehmers BAM Deutschland AG. Dennoch: „Prinzipiell stehen auf der Baustelle Arbeitssicherheit und Gesundheit an erster Stelle.“ Das Vorgehen orientiere sich an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, „was natürlich an einigen Stellen Mehraufwand oder Probleme bedeutet. Etwa das Einweisen in Geräte ist aufgrund des empfohlenen Sicherheitsabstands deutlich schwieriger“.

Dass Baustellen wegen des Coronavirus nicht weitergeführt werden, scheint also eher die Ausnahme zu sein

Was den Ablauf und die allgemeine Situation betrifft, geht es der SDK mit ihrer Baustelle wie vermutlich vielen Unternehmen derzeit: „Die Lage wird täglich neu beurteilt, und wir hoffen alle, dass es mit dem Zeitplan so gut wie bisher weitergeht und vor allem, dass alle Beteiligten gesund bleiben“, erklärt Karin Ebinger.

Dass Baustellen wegen des Coronavirus nicht weitergeführt werden, scheint also eher die Ausnahme zu sein. Dass neue allerdings gar nicht erst angegangen werden, ist gleichwohl zu erwarten. Aus Waiblingen kam kürzlich die Mitteilung, dass der für Anfang dieser Woche vorgesehene Baustart zur Umgestaltung der Karl-Ziegler-Straße „wegen der aktuellen Coronaviruslage“ verschoben werden müsse. Ein genauer Termin könne „aus heutiger Sicht leider nicht mitgeteilt werden“.

In Fellbach sind ähnliche Verschiebungen aus städtischer Sicht noch nicht bekannt. „Wir haben derzeit keine Informationen, dass irgendeiner schwächelt“, sagt die Rathaussprecherin Sabine Laartz auf Anfrage, „wir gehen davon aus, dass alles weiterläuft.“ Allerdings könne es sein, dass einzelne Firmen Materialschwierigkeiten hätten, doch dazu gebe es bisher keine Rückmeldung.

Somit schreiten die diversen kleineren und größeren Baustellen voran – dies betrifft auch die Neue Mitte im Stadtteil Schmiden oder auch das künftige Fellbacher Stadtteil- und Familienzentrum an der Pauluskirche. Laut bestehendem Zeitplan soll das Gebäude am Ernst-Wiechert-Platz zum Jahresende fertig sein.