Böblingen fiebert dem Samstag, 15. Mai, entgegen
Noch ist es eine Hängepartie. Erst zwei Tage, nachdem an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen die Corona-Inzidenz von 100 unterschritten wird, tritt die Bundesnotbremse außer Kraft. Dann können die ersten Öffnungsschritte aus der jüngsten Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg umgesetzt werden. Im Kreis Böblingen fiebert man deshalb dem Samstag, 15. Mai, entgegen. Denn seit Dienstag ist die Sieben-Tages-Inzidenz zweistellig. Liegen am Samstag die Werte immer noch unter 100, gelten von Montag, 17. Mai, an die neuen Regeln.
Lesen Sie hier: Das passiert, wenn die Inzidenz 100 konstant unterschritten wird
Besonders große Hoffnung auf eine solche Entwicklung setzen die Gastronomen – denen das Land sogar ein Extrageschenk macht. Denn anders als in den meisten Bundesländern ermöglicht Baden-Württemberg den Restaurant-, Gaststätten- und Kneipenbesitzern nicht nur Außengastronomie, sondern auch die Innenbereiche zu öffnen. Beschränkt ist das zunächst auf die Zeit von 6 Uhr morgens bis 21 Uhr abends. Dafür müssen die Wirte ein Hygienekonzept erstellen und die Gäste einen maximal 24 Stunden alten Schnelltest präsentieren. Wer Corona hatte und vollständig genesen ist oder vollständig geimpft ist, braucht keinen Test. Pro Gast müssen im Innenbereich 2,5 Quadratmeter reserviert werden. Zudem müssen die Kontaktdaten analog oder digital dokumentiert werden.
Was ist noch im Kreis Böblingen möglich?
Auch Betriebskantinen, Mensen und Cafeterien an Hochschulen können im Kreis Böblingen öffnen, sobald die Bundesnotbremse gelockert wird. Zudem dürften Hotels und Ferienwohnungen wieder Touristen beherbergen. Dabei müssen Gäste ohne Genesenen- oder Impfnachweis während des Aufenthalts alle drei Tage einen negativen Schnelltest vorlegen. Auch Museen, Galerien, Gedenkstätten, Archive, Bibliotheken und Büchereien sowie botanische und zoologische Gärten dürfen aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Im Freien sind dann wieder Kulturveranstaltungen sowie Profisportveranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern möglich. Hygieneregeln und Abstandsgebote sind dabei einzuhalten.
Zudem wäre kontaktarmer Freizeit- und Amateursport auf Sportanlagen im Freien in Gruppen von bis zu 20 Personen erlaubt. Minigolfanlagen, Hochseilgärten und andere Freizeiteinrichtungen können im Freien genutzt werden. Die Außenbereiche von Schwimm-, Thermal- und Spaßbädern und sonstigen Bädern dürfen öffnen. Und auch der Betrieb von Tiersalons, Tierfriseuren und anderen Tierpflegeeinrichtungen wäre wieder erlaubt.
Der bisher geschlossene Einzelhandel darf im Rahmen der „Click and Meet“-Regelung bereits von Samstag, 15. Mai, an öffnen, das bedeutet: Einkaufen mit vorher vereinbartem Termin. Dies ist möglich, wenn die Inzidenz an fünf Werktagen in Folge unter 150 liegt– danach ist das Bummeln am zweiten Tag nach der öffentlichen Bekanntmachung erlaubt. Auch dort ist die Kundenzahl je Quadratmeter Verkaufsfläche begrenzt.
Was bedeutet das für die Schnelltestzentren?
Weil für viele der genannten Aktivitäten ein negativer Coronatest notwendig ist, kommt den Schnellteststellen eine steigende Bedeutung zu. Im Kreis Böblingen gibt es rund 80 solcher Testmöglichkeiten. Bei der Dokumentation hilft dort die Doctorbox-App. Zudem sind die Schnelltestzentren und die Teststellen mit Armbändern ausgestattet, auf die ein Barcode gedruckt werden kann. Dieses Bändchen dokumentiert dann ein negatives Testergebnis. Für diese Armbänder ist keine App notwendig.
Wie sieht es in Stuttgart aus?
Vor wenigen Tagen hielt Stuttgart noch den traurigen Spitzenplatz unter deutschen Großstädten, was die Sieben-Tage-Inzidenz betrifft. Nun gehen die Neuinfektionen auch dort deutlich zurück; seit 11. Mai liegt die Landeshauptstadt unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200, einen Tag später lag der Wert schon bei 165, am Donnerstag bei 131.
„Frühestens am Freitag, 21. Mai, könnte ‚Click and Meet’ in Stuttgart wieder möglich sein“, rechnet Albrecht Stadler vor, der Abteilungsleiter im Stuttgarter Ordnungsamt. Wann weitere Lockerungen in Stuttgart folgen, sei momentan noch Spekulation.
Wann ist „Click and Meet“ im Kreis Ludwigsburg wieder erlaubt?
Anfang dieser Woche, am 11. Mai, lag der Kreis Ludwigsburg erstmals unter dem kritischen Wert von 150. Wenn sich die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin rückläufig entwickelt, ist daher dort von Mittwoch, 19. Mai, an wieder „Click and Meet“ möglich, also Einkaufen mit Termin.
Lesen Sie hier: Wilhelma und Blühendes Barock öffnen wieder
Eine Besonderheit in Ludwigsburg ist, dass das Blühende Barock geöffnet hat. Wer dort hin will, muss allerdings vorher online einen Termin vereinbaren, einen negativen Coronatest vorweisen sowie auf dem gesamten Gelände Maske tragen. Zudem ist die Anzahl der Besucher begrenzt.
Darf in Esslingen der Tierpark öffnen?
Lange hat der Landkreis Esslingen ganz vorne bei den Inzidenzzahlen gelegen – im negativen Sinne. Aktuell befindet sich der Kreis am Albrand im Vergleich mit den anderen in der Region Stuttgart eher im Mittelfeld. Höchstwahrscheinlich kann das Gesundheitsamt am Samstag feststellen, dass an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen die Sieben-Tage-Inzidenz unter 150 liegt. „Click and Meet“ könnte dann bereits von Sonntag, 16. Mai, an wieder erlaubt sein. Aber auch hier ist ein negatives Schnelltestergebnis Voraussetzung für das Einkaufserlebnis. Eine Esslinger Besonderheit: Der Tierpark Nymphaea will am Montag wieder seine Pforten öffnen. Der Besuch ist nach Voranmeldung möglich.
Wann geht es im Rems-Murr-Kreis voran?
Bis sich die Bewohner von Waiblingen, Schorndorf, Backnang und Co. wieder richtig in Läden umschauen dürfen, die bisher nur „Click and Collect“ anbieten, wird es noch ein paar Tage dauern. Am Mittwoch stand der Kreis noch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 150, am Donnerstag bei 136, am Freitag bei 117. Entwickelt sich der Wert weiter rückläufig, könnte „Click and Meet“ frühestens am Samstag, 22. Mai, wieder erlaubt sein.
Für weitere Öffnungen, gerade mit Blick auf die Gastronomie, sei man gewappnet, heißt es aus dem Landratsamt. Schließlich habe man mehr als 180 Testzentren im Rems-Murr-Kreis und die App Cosima entwickelt, mit der man Selbsttests, wie sie in Schulen und Unternehmen gemacht werden, als Eintrittskarte für Restaurants, das Freibad oder den Einzelhandel nutzen darf.
Warum muss der Kreis Göppingen noch warten?
Einmal, zu Beginn der dritten Welle, haben die Bewohner des Kreises Göppingen schon für wenige Tage einen Hauch Normalität spüren dürfen. Doch dann erwischte es den Landkreis mit teilweise extrem hohen Inzidenz-Zahlen. Ähnlich wie in Stuttgart bessert sich die Situation nun langsam. Aber noch ist nicht absehbar, wann dort fünf Tage lang zumindest die Inzidenz von 150 unterschritten wird. Deshalb gelten noch uneingeschränkt die Regeln der Bundesnotbremse.
Lesen Sie hier weiter mit Abo: DJ aus Ludwigsburg bringt Kindern das Auflegen bei