Mannheim und Kreis Esslingen Kritischer Corona-Wert erreicht – private Feiern werden beschränkt

Der Landkreis Esslingen hat in Flüchtlingsunterkünften freiwillige Tests durchgeführt. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild

In Mannheim und im Kreis Esslingen werden die Corona-Vorgaben für private Feiern restriktiver. Der Grund: In beiden Kreisen ist der erste Warnwert von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen überschritten worden. Folgen weitere Maßnahmen?

Stuttgart - Mannheim hat am Sonntag als erster Stadtkreis in Baden-Württemberg die Marke von 35 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage überschritten. Diese Sieben-Tages-Inzidenz lag am Sonntag bei 36,7. Im Landkreis Esslingen wurde der Warnwert bereits am Samstag übertroffen und stieg am Sonntag auf 40,6; das ist der höchste in Baden-Württemberg. Landesweit liegt der Wert bei 15,9, in Stuttgart bei 33,6.

 

Die Sieben-Tage-Inzidenz soll die Infektionszahlen in den Kreisen vergleichbar machen und helfen, die aktuelle Corona-Lage zu bewerten. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von 35 soll in den betreffenden Landkreisen die Höchstteilnehmerzahl von privaten Feiern auf 50 begrenzt werden. Zuhause feiern dürfte man in den jeweiligen Gebieten nur noch mit insgesamt 25 Gästen. Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz auf über 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner, würden diese Beschränkungen noch weiter verschärft.

Seit Mittwoch wurden vermehrt Neuinfektionen registriert

Die Stadt kündigte am Montag an, als Konsequenz die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern per Allgemeinverfügung zu reduzieren. Details sollen am Dienstag im Gemeinderat erläutert werden. „Nach wir vor sind aber fast alle Infektionsketten nachvollziehbar, es gibt kein diffuses Infektionsgeschehen“, betont der Leiter des Gesundheitsamtes Peter Schäfer. Die Infektionen hätten zum überwiegenden Teil im privaten, familiären, beruflichen oder schulischen Umfeld stattgefunden. In Mannheim waren ab Mittwoch voriger Woche vermehrt Neuinfektionen registriert worden. Mal wurden 32, mal 24, mal 22 Menschen positiv getestet. Insgesamt sind aktuell 138 Menschen an Corona erkrankt. Seit Ausbruch der Pandemie sind in der mit 300 000 Einwohnern drittgrößten Stadt im Land 1195 Corona-Infektionen registriert worden.

Im Kreis Esslingen „haben wir ein diffuses Geschehen“

Im Kreis Esslingen (530 000 Einwohner) hat es seit März 2891 positive Corona-Tests gegeben. Seit heute gilt dort eine Allgemeinverfügung des Landratsamtes, die private Feste mit 50 statt bisher 100 Gästen erlaubt. Für Partys zuhause spricht das Landratsamt die „dringende Empfehlung“ aus, nicht mehr als 25 Gäste einzuladen. Binnen sieben Tagen waren 217 Personen positiv getestet worden. Klare Hotspots seien nicht festzustellen, sagt Andrea Wangner, die Kreissprecherin. „Wir haben ein diffuses Geschehen.“ Betroffen seien Familien, Vereine, Betriebe – und Flüchtlingsunterkünfte. In Wendlingen etwa wurde eine Gemeinschaftsunterkunft mit 24 Bewohnern unter Quarantäne gestellt, weil acht sich infiziert haben.

Unterdessen ist die Zahl der Corona-Infizierten in einem Seniorenheim in Marxzell (Kreis Karlsruhe) auf 29 gestiegen. Alle 98 Bewohner und 70 Mitarbeiter werden getestet, die Heimleitung hat Besuche verboten. Das Gesundheitsamt versucht herauszufinden, auf welchem Wege sich das Virus ausgebreitet hat.

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