Coronavirus beim VfB Stuttgart Was der nächste Fall für den VfB bedeutet
Fünf Fälle in sechs Tagen – Corona hält den VfB Stuttgart in Atem. Und die Folgen werden immer schwerwiegender. Vor allem auf der Torhüterposition. Wer kann am Samstag spielen?
Fünf Fälle in sechs Tagen – Corona hält den VfB Stuttgart in Atem. Und die Folgen werden immer schwerwiegender. Vor allem auf der Torhüterposition. Wer kann am Samstag spielen?
Stuttgart - Die Woche beginnt für die Fußballprofis des VfB Stuttgart nicht anders als für Schüler oder Kindergartenkinder: mit einem Corona-Schnelltest. Der Unterschied: die Bundesliga-Kicker dürfen auch am Montag ausschlafen. Nach dem freien Wochenende wird die Mannschaft erst nachmittags um fünf von VfB-Coach Pellegrino Matarazzo auf dem Trainingsplatz erwartet.
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Nach den Turbulenzen in der Vorwoche, als gleich vier positive Corontests den VfB in Atem hielten, finden sich die Spieler freilich deutlich früher an ihrem Arbeitsplatz ein. Ein reibungsloser Testablauf ohne unnötige Kontakte soll damit gewährleistet werden – doch siehe da: Schon wieder liefert einer der PCR-Schnelltests ein niederschmetterndes Ergebnis. Nach Waldemar Anton, Erik Thommy, Fabian Bredlow und Roberto Massimo ist es diesmal Florian Müller, der mit sofortiger Wirkung in häusliche Isolation geschickt werden muss.
Der fünfte Coronafall innerhalb von sechs Tagen – beim VfB herrscht vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr) Alarmstufe Rot.
Wie Bredlow und Massimo ist offensichtlich auch Müller nicht davor verschont geblieben, sich trotz doppelter Impfung zu infizieren. Der VfB macht darüber zwar auch diesmal keine Angaben – doch hätte der Torhüter im Sommer wohl kaum am olympischen Fußballturnier in Japan teilgenommen, wäre er nicht geimpft gewesen. Sein Ersatzmann Bredlow und Außenbahnspieler Massimo waren Ende Juli Teil der VfB-Rumpfelf gewesen, die das Testspiel gegen den FC Barcelona (0:3) bestritt, in dem als Vorsichtsmaßnahme nach den vorangegangenen Coronafällen Sasa Kalajdzic, Tanguy Coulibaly und Nikolas Nartey ausschließlich geimpfte Spieler zum Einsatz kamen.
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Neue Vorsichtsmaßnahmen ergriff der VfB auch diesmal, nachdem sich in der vergangenen Woche (die mutmaßlich ungeimpften) Anton und Thommy infiziert hatten. Dazu gehörte nicht nur, dass die Kontakte innerhalb der Mannschaft außerhalb des Trainingsplatzes minimiert wurden – etwa indem sich die Spieler seither nicht mehr gemeinsam umziehen und anschließend zu Hause duschen. Sondern auch die Ausweitung der Tests auf geimpfte Spieler, was allem Anschein nach Bredlow und Massimo nun auch Müller zum Verhängnis wurde.
Dass sich auch doppelt geimpfte Menschen infizieren können, ist bekannt und keine völlige Seltenheit. Nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums wurden dem Landesgesundheitsamt seit dem 1. Februar 2021 insgesamt 256 957 Covid-19-Fälle ab zwölf Jahren übermittelt, von denen immerhin 14 943 Fälle mögliche Impfdurchbrüche waren, also Fälle in denen trotz doppelter Impfung eine Infektion auftrat. Dabei besteht meist kein Grund zur Besorgnis, da das Ziel der Impfung darin besteht, vor schweren oder gar tödlichen Verläufen zu schützen.
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Also müssen Bredlow, Massimo und Müller kaum fürchten, nennenswerte Symptome zu bekommen – fraglich ist dennoch, wann sie die Quarantäne verlassen und wieder auf den Platz zurückkehren dürfen. Denn nach den Coronaverordnungen der Landesregierung unterliegen auch geimpfte Personen im Falle eines positiven Coronatests einer so genannten Absonderungspflicht, die den Zeitraum von 14 Tagen umfasst. „Im Einzelfall“, so teilt das Sozialministerium mit, könne das zuständige Gesundheitsamt auch „abweichende Maßnahmen erlassen“.
Also wird der VfB nun mit den Stuttgarter Behörden um solche Ausnahmeregelungen ringen – und muss sich dennoch gleichzeitig mit dem Szenario auseinandersetzen, dass beim Spiel in Mönchengladbach in Müller und Bredlow sowohl der Stammtorhüter als auch sein Vertreter fehlen könnten. Was bedeuten würde, dass der dritte Mann zum seinem Bundesliga-Debüt käme: Florian Schock (20), der normalerweise in der U 21 in der Regionalliga im Tor steht.
Der 1,99-Meter-Hüne war nach dem Wechsel von Routinier Jens Grahl zu Eintracht Frankfurt im Sommer im Trainingslager der Profis in Kitzbühel dabei. Im internen Torhüter-Casting hat sich Schock später gegen Sebastian Hornung (20) durchgesetzt, der sich ebenfalls Hoffnungen gemacht hatte, zur Nummer drei ernannt zu werden.
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Oder infizieren sich womöglich nun auch noch die Nachwuchskeeper mit dem Coronavirus? Auf keinen Fall, glaubt Sven Mislintat: „Wir haben nach den ersten positiven Fällen in der vergangenen Woche die Anzahl der Tests deutlich erhöht und die Hygieneregelungen über das vorgeschriebene Maß hinaus intensiviert“, sagt der Sportdirektor – und hofft, „dass diese Maßnahmen dazu führen, dass in den kommenden Tagen keine weiteren positiven Fälle dazukommen“.