Coronavirus in Baden-Württemberg Gesundheitsämter überlastet - Infektionsketten geraten aus dem Blick

Von red/dpa/lsw 

Angesichts steigender Coronazahlen geraten viele Behörden an ihre Grenzen. Die Gesundheitsämter setzen auch auf das ehrenamtliche Engagement der Menschen - und auf Hilfe der Bundeswehr.

Die steigenden Coronazahlen sorgen für Überlastung bei den Gesundheitsämtern. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich
Die steigenden Coronazahlen sorgen für Überlastung bei den Gesundheitsämtern. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Stuttgart - Die steigende Zahl der Corona-Infektionen bringt Gesundheitsämter im Südwesten an die Überlastungsgrenze. „In einzelnen Fällen kann die Nachverfolgung von Kontaktpersonen zeitweise nicht mehr in vollem Umfang sichergestellt werden“, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums am Mittwoch in Stuttgart mit. Zwölf Ämter haben demnach eine Überlastungsanzeige gestellt. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg 38 Gesundheitsämter.

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Wie dynamisch die Situation ist, zeigt sich anhand der Zahl von Gesundheitsämtern, die Hilfe von der Bundeswehr beantragten. Nach ersten Angaben des Sozialministeriums vom Mittwoch haben 21 Ämter solche Anträge gestellt. Vom Landeskommando Baden-Württemberg hieß es später, die Zahl sei mittlerweile auf 24 Ämter gestiegen. Wie ein Sprecher des Landeskommandos weiterhin mitteilte, waren am Mittwoch insgesamt 327 Kräfte in Gesundheitsämtern im Einsatz.

Soldaten helfen aus

Die Frauen und Männer in Uniform unterstützten die Mitarbeiter bei der Datenerfassung, aber auch bei ersten Anrufen von positiv getesteten Menschen. Vor allem sollen die Soldaten auch dabei helfen, dass Infektionsketten telefonisch nachverfolgt werden können.

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Am Dienstag wurden in Baden-Württemberg weitere 1843 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit hatte sich die Zahl der Infizierten im Land auf mindestens 72 735 erhöht. 52 806 von ihnen gelten als genesen, wie das Staatsministerium Baden-Württemberg mitgeteilt hatte. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, war am Dienstag um acht auf 1985 gestiegen. Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen bereits bei 89,9 und damit deutlich über der Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land.

Ehrenamtliches Engagement

Um die Situation in Griff zu bekommen, setzen Gesundheitsämter auch auf das ehrenamtliche Engagement der Menschen. Ausgewählt werden häufig Studierende mit entsprechenden Kenntnissen oder Menschen aus Berufsgruppen mit Gesundheitsbezug wie etwa Sanitäter oder Pfleger. Eine genaue Zahl der ehrenamtlich engagierten Helfer konnte das Sozialministerium zunächst nicht nennen.

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Unter anderem im Gesundheitsamt in Pforzheim (Enzkreis) sorgen stark steigende Fallzahlen für eine angespannte Situation. Wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte, werde zwar die Zahl aller bestätigten Fälle im Enzkreis erfasst. Aber die Nachverfolgung der Kontaktpersonen eines Infizierten sowie die Veranlassung der Quarantäne könnten wegen des hohen Arbeitsaufwands nicht immer zeitnah geleistet werden. Das sei problematisch.

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